KRH Wunstorf hat neuen ärztlichen Direktor

Die beiden Psychiatrie-Standorte des Klinikums Region Hannover (KRH) haben jetzt auch offiziell einen neuen ärztlichen Chef.  Prof. Dr. Marcel G. Sieberer wurde dazu in einer Feierstunde in sein neues Amt eingeführt.

Offiziell als ärztlicher Direktor der KRH Psychiatrie Wunstorf und der KRH Psychiatrie Langenhagen begrüßt: Prof. Dr. Marcel G. Sieberer (4. v. l.). (v. l.) Johannes Brack, Kaufmännischer Direktor der KRH Psychiatrien Michael Born, KRH Geschäftsführer Personal, Barbara Schulte, KRH Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur, Birgit Krukemeier, Pflegedirektorin der KRH Psychiatrien und Dr. Matthias Bracht, KRH Geschäftsführer Medizin.

„Wir haben relativ lange gebraucht, um diese wichtige Position des ärztlichen Direktors neu zu besetzen“, sagte Dr. Matthias Bracht (KRH-Geschäftsführer Medizin) in seiner Begrüßungsrede. „Das lag einfach daran, dass wir sehr schnell wussten, wer der Richtige für diese Aufgabe ist. Und manchmal bedürfen solche geplanten Wechsel dann einem gewissen zeitlichen Vorlauf.“

Bisher hatten Dr. Claudia Wilhelm-Gößling und Dr. Stefan Mohr kommissarisch die Standorte Langenhagen und Wunstorf geleitet.

Dass Sieberer die richtige Wahl für die Position des hauptamtlichen ärztlichen Direktors ist, begründete Bracht mit den übereinstimmenden Vorstellungen von dem, wie eine moderne Psychiatrie aufgestellt sein muss. „Wir sind im KRH keine Einzelkämpfer, sondern ein starker Verbund. Was im Großen für den Konzern gilt, gilt auch im Kleineren für unsere unterschiedlichen psychiatrischen Angebote.“
Als besondere Herausforderungen, die auf Sieberer warten, nannte Bracht die Veränderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen und in den Abrechnungssystemen, aber vor allem auch die Notwendigkeit, psychiatrische Versorgung zukünftig stärker dezentral und wohnortnäher für die Patienten anbieten zu wollen.

Der 47-jährige Sieberer ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und war bereits von 2005 bis 2007 im KRH Laatzen tätig.
Als eine der zentralen Aufgaben betonte Sieberer die Notwendigkeit, sich stärker auf die sich verändernden Patientenbedürfnisse zu konzentrieren. „Längst ist Dr. Google der zuallererst konsultierte virtuelle Arzt geworden, wenn es um allgemeine Gesundheitsaufklärung oder aber auch Anleitung zur Selbstmedikation geht. Unsere Patientinnen und Patienten werden immer aufgeschlossener, sich Rat und Tat aus Internetangeboten zu holen, ohne dabei die Richtigkeit der Information und deren Angemessenheit immer sicher beurteilen zu können.“

Aus Sicht des Psychiaters reicht es jedoch nicht aus, diesen Zustand zu beklagen. Vielmehr sollten auch die psychiatrischen Kliniken darauf reagieren und fachlich fundierte Angebote entwickeln. „Bedarfs- und patientengerechte Versorgungsmodelle werden zukünftig auch in der Psychiatrie internetbasierte Angebote und andere E-Health-Ansätze stärker berücksichtigen“, sagte Sieberer. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass die Welt der Psychiatrie keine digitale, sondern eine analoge ist. „Psychische Störungen sind keine „Softwarefehler“ und benötigen daher in aller Regel eine Therapie, in der die persönliche Begegnung und die therapeutische Beziehung zwischen Patient und Arzt bzw. Therapeut im Mittelpunkt stehen.“

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