Fettbrand mit Wasser gelöscht

Küchenbrand in der Barnestraße

Am Nachmittag brannte es in der Barnestraße. Ein Fettbrand führte zu einem größeren Feuerwehreinsatz in der Kernstadt.

Küchenbrand Barnestraße
In die­sem Mehr­fa­mi­li­en­haus in der Bar­n­e­st­ra­ße war der Brand aus­ge­bro­chen | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (red). Erst kürz­lich war beim Tag der offe­nen Tür der Feu­er­wehr Wunstorf demons­triert wor­den, wie gefähr­lich Fett­brän­de sind – und was pas­siert, wenn man sie fälsch­li­cher­wei­se mit Was­ser zu löschen ver­sucht. Nun, 12 Tage spä­ter, kam es zum Ernst­fall. In der Küche in einem Mehr­fa­mi­li­en­haus in der Bar­n­e­st­ra­ße war Fett in einem Topf auf dem Herd in Brand gera­ten. Beim Ver­such, das Feu­er mit Was­ser zu löschen, geriet die übri­ge Küche in Brand.

Die Feu­er­wehr Wunstorf rück­te vor­sorg­lich mit­samt der Dreh­lei­ter aus, da bei der Alar­mie­rung nicht klar war, ob Men­schen aus den Woh­nun­gen geret­tet wer­den muss­ten. Beim Ein­tref­fen der Ein­satz­kräf­te hat­ten jedoch bereits alle der 28 Haus­be­woh­ner das Gebäu­de ver­las­sen. Auch ihre Haus­tie­re nah­men sie z. B. in Käfi­gen mit auf die Stra­ße. Brand­ge­ruch brei­te­te sich zwi­schen den Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern aus.

Küchenbrand Barnestraße
Trep­pen­haus und Woh­nung wur­den nach den Lösch­ar­bei­ten belüf­tet | Foto: Dani­el Schnei­der

Keine Verletzten

Ein Atem­schutz­trupp drang zum Brand­herd in der Erd­ge­schoss­woh­nung vor und lösch­te den Küchen­brand mit 100 Litern Was­ser. Anschlie­ßend wur­den die betrof­fe­ne Woh­nung und das Trep­pen­haus belüf­tet. Lösch­was­ser­schä­den wur­den ver­mie­den, so dass die Bewoh­ner anschlie­ßend wie­der in ihre Woh­nun­gen konn­ten. Ver­letzt wor­den war nie­mand. Bewoh­ner und Nach­barn, die das Gesche­hen ver­folg­ten, zeig­ten sich erleich­tert, dass nichts Schlim­me­res pas­siert war. Die Bar­n­e­st­ra­ße war wäh­rend des Ein­sat­zes voll gesperrt.

Küchenbrand Barnestraße
Die Bar­n­e­st­ra­ße war wäh­rend des Ein­sat­zes voll gesperrt | Foto: Dani­el Schnei­der

Kei­nes­falls soll­te selbst ver­sucht wer­den, einen Fett­brand mit Was­ser zu löschen, sag­te Mar­vin Nowak, Pres­se­spre­cher der Feu­er­wehr Wunstorf, nach dem Ein­satz. Feu­er in einer Pfan­ne oder einem Topf kann mit einem Topf­de­ckel etc. erstickt wer­den; im Zwei­fel soll­te man jedoch den Raum ver­las­sen, sich und ande­re in Sicher­heit brin­gen und die Feu­er­wehr rufen.

Info: Gefähr­li­che Fett­brän­de
Fet­te und Öle kön­nen sich bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren von selbst ent­zün­den, wenn Herd­plat­ten zu heiß ein­ge­stellt sind. Um etwa 250 Grad beginnt dann Fett z. B. in einer Pfan­ne zu bren­nen. Wird der Fett­brand umge­hend erstickt (z. B. mit einem Topf­de­ckel oder einem geeig­ne­ten Feu­er­lö­scher), geht das Mal­heur meist glimpf­lich aus und das Feu­er kann sich nicht wei­ter auf umlie­gen­de Gegen­stän­de aus­brei­ten (die sich durch die stei­gen­de Hit­ze wie­der­um auch selbst ent­zün­den kön­nen). Wird gar ver­sucht, mit Was­ser zu löschen, ent­steht eine Fett­ex­plo­si­on, da Was­ser beim Kon­takt mit bren­nen­dem Fett schlag­ar­tig ver­dampft und der so ent­ste­hen­de Was­ser­dampf kleins­te Fett­teil­chen mit sich reißt. Die­se Zer­stäu­bung kann eben­so zur Aus­brei­tung des Feu­ers, hohen Schä­den und schwers­ten Brand­ver­let­zun­gen füh­ren.

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1 Kommentar
  1. Grit Decker sagt

    War die­ses der in mei­ner Stra­ße über die Sire­nen weit­hin zu hören­de aus­ge­lös­te Voll­alarm?

    Ent­zün­de­te Fet­te sind im wahrs­ten Wort­sinn brand­ge­fähr­lich, wie sich hier erneut zeig­te.

    Ansich weiß inzwi­schen jeder Mensch ‚dass Lösch­ver­su­che mit Was­ser teis mäch­tig „nach hin­ten los­ge­hen“ (kön­nen).
    Doch Fak­tor Mensch löst dann doch oft in sol­chen Fäl­len genau das ver­kehr­te Ver­hal­ten aus.

    Und ich will mich nicht davon frei­spre­chen, wenn in mei­ner Brat­pfan­ne sich Öl oder ande­res Fett ent­zün­den soll­te, im Rah­men einer spon­ta­nen Reak­ti­on zu Was­ser in der dann gera­de zur Ver­fü­gung ste­hen­den Form zu grei­fen ‑wider bes­se­ren Wis­sens.

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