Mit 100 noch hinters Steuer? Kein Problem!

Die meisten können sich das gar nicht vorstellen: Wie zum Teufel schafft man es, Gas und Bremse zu verwechseln? Das muss man doch merken, wenn man beschleunigt, statt zu verlangsamen – und dann entsprechend gegensteuern. Doch mancher scheint es irgendwann eben nicht mehr zu merken. Im Alter können Reflexe und Wahrnehmung nun einmal nachlassen. Das Problem dabei ist nur: Wenn es so weit ist, dann merkt man es selbst als Letzter. Doch während LKW-Fahrer ab 50 alle 5 Jahre zum Gesundheitstest müssen, wenn sie die Fahrerlaubnis nicht verlieren wollen, kann man sich auch als 100-Jähriger weiterhin jederzeit hinters Autolenkrad setzen.

Was würde helfen? Eine starre Altersgrenze, ab der man seinen Führerschein abgeben muss? Regelmäßige Fahrtrainings bei Erreichen des Rentenalters? Auf dem letzten Verkehrsgerichtstag wurden verpflichtende Tests für ältere Führerscheininhaber diskutiert, aber verworfen. So zählt weiterhin die Freiwilligkeit: Wer sich nicht selbst eine Grenze setzt, der wird vielleicht von Angehörigen dazu bewegt, das Auto künftig stehen zu lassen, wenn es „kriminell“ wird.

Aus gutem Grund. Während mancher 60-Jährige schon anfängt, aus Unsicherheit über die Autobahn zu schleichen, fährt mancher 80-Jährige sicherer als ein 20-Jähriger. Warum soll man eine ganze Generation bestrafen, nur weil einige ihr Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle haben? Doch das generelle Gerechtigkeitsempfinden löst das Problem nicht. Ändern wird sich das erst, wenn sich solche Unfälle in einer älter werdenden Gesellschaft weiter häufen. Es muss immer erst irgendetwas Schlimmes passieren, bevor die Politik reagiert.

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