Müh­le Lang­horst: Grö­ßen­wahn­sinn für Pri­vi­le­gier­te?

Was bahnt sich da an am Wunstor­fer Bür­ger­park? Wer­den hier his­to­ri­sche Wer­te am Denk­mal­schutz vor­bei ver­nich­tet, der Baum­be­stand fre­vel­haft abge­holzt und das eins­ti­ge Wahr­zei­chen der Stadt – die Nach­ti­gall – aus Wunstorf ver­trie­ben? Ein Kom­men­tar.

Bedroht durch das Bau­pro­jekt? Der Wunstor­fer Bür­ger­park | Foto: Dani­el Schnei­der

Es blei­ben Fra­gen rund um das Bau­pro­jekt „Müh­lenaue“. Der Neu­bau für Wunstorfs neu­es Luxus-Wohn­quar­tier soll mit Abstand zum Bür­ger­park errich­tet wer­den. Wenn dem so ist, fragt sich nur, war­um im Bür­ger­park in einem Abstand von 30 m zu der geplan­ten Neu­be­bau­ung alle Bäu­me zum Fäl­len mar­kiert sind und auch das Gebüsch zur Aue hin, in dem die nach­weis­lich letz­ten Nach­ti­gal­len der eins­ti­gen „Stadt der Nach­ti­gal­len“ leben und brü­ten, abge­holzt wer­den soll … Zudem ist es bei sol­chen Bau­vor­ha­ben gesetz­lich vor­ge­schrie­ben, dass die­se auch von der zustän­di­gen Denk­mal­pfle­ge­be­hör­de, in die­sem Fall die Bezirks­ar­chäo­lo­gie für die Regi­on Han­no­ver mit Sitz im Nie­der­säch­si­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, geneh­migt wer­den. Doch bei der Stadt scheint das nie­man­den zu küm­mern.

Dem Bau­amt zugu­te­hal­ten kann man, dass in die­sem Fall der Bau­trä­ger in einem Gespräch dar­auf auf­merk­sam gemacht wur­de, dass man sich doch im Vor­feld um eine archäo­lo­gi­sche Vor­un­ter­su­chung küm­mern soll­te, um im Nach­hin­ein einen rei­bungs­lo­sen Bau­ab­lauf zu gewähr­leis­ten. Auch wur­den vom Bau­amt gleich schon Anga­ben gemacht, wie und wo etwas zu unter­su­chen wäre. Dabei könn­te man natür­lich auch gleich Schnit­te fest­le­gen, und zwar so, dass man nicht davon aus­ge­hen kann, dass man irgend­et­was fin­det.

Die Stadt Wunstorf hat sich also auf die Fah­ne geschrie­ben, mehr Wohn­raum zu schaf­fen. Im Prin­zip ist dies sehr löb­lich, aber der Preis ist hoch, denn der Wohn­raum, der in Wunstorf geschaf­fen wird, besteht aus Luxus-Woh­nun­gen für aus­ge­wähl­te Bür­ger – ein etwas ande­res Ver­fah­ren der Aus­wahl von Pri­vi­le­gier­ten. Nicht jeder scheint mehr als Woh­nen­der erwünscht in Wunstorf, und der Preis dafür ist unbe­zahl­bar hoch. Das sieht man nicht nur anhand der Kauf­prei­se für die rei­nen Eigen­tums­woh­nun­gen, son­dern auch dar­an, dass dafür in Kauf genom­men wird, dass so man­ches denk­mal­ge­schütz­te Gebäu­de ver­schwin­det. Man muss sich mitt­ler­wei­le fra­gen, war­um Wunstorf sich selbst „schöns­te Innen­stadt der Regi­on“ nennt.

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