Proteste gegen den Tag der Bundeswehr » Wunstorfer Auepost

Pazifisten und Anti-Kriegs-Aktivisten demonstrieren

Pro­tes­te gegen den Tag der Bun­des­wehr

Frie­dens­ak­ti­vis­ten und Pazi­fis­ten demons­trier­ten am Sonn­abend gegen den Tag der Bun­des­wehr und ver­such­ten, die Besu­cher über ihre Stand­punk­te zu Bun­des­wehr und Flie­ger­horst zu infor­mie­ren.

Tag der Bundeswehr 2018 am ZOB
Frie­dens­ak­ti­vis­ten am Wunstor­fer Bahn­hof | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Wunstorf (ds). Nicht nur die Fans von Flug­zeu­gen, Mili­ta­ria und Bun­des­wehr­in­ter­es­sier­te waren am Sonn­abend in Wunstorf, auch Kriegs­geg­ner waren extra ange­reist.

An zwei Stel­len wur­de von der „Deut­schen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegs­dienst­geg­ne­rIn­nen“ (DFG-VK) und dem Frie­dens­bü­ro Han­no­ver eine Mahn­wa­che abge­hal­ten: Für den Ein­gang zum Flie­ger­horst und am Zen­tra­len Omni­bus­bahn­hof in Wunstorf hat­ten die Ver­ei­ni­gun­gen ihre Demons­tra­tio­nen ange­mel­det und sich zur Mahn­wa­che zusam­men­ge­fun­den.

Auf dem Bahn­hofs­vor­platz wirk­ten sie fast etwas ver­lo­ren, wenn gera­de kein Andrang von Besu­chern herrsch­te, die zu den Shut­tle-Bus­sen woll­ten, wel­che zwi­schen Flie­ger­horst und ZOB-Park­platz pen­del­ten. Denn es waren nur vier Per­so­nen, die sich an der Mahn­wa­che betei­lig­ten.

Tag der Bundeswehr 2018 am ZOB
Sol­da­ten und Kriegs­geg­ner am Wunstor­fer Bahn­hof | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Auf­merk­sam­keit erreg­ten sie den­noch viel mit der auf­fäl­li­gen Frie­dens­fah­ne und laut abge­spiel­ten moder­nen Anti­kriegs­lie­dern – Frie­dens-Rap statt Gitar­ren­klän­gen dröhn­te aus dem Laut­spre­cher. Die Akti­vis­ten hiel­ten Fah­nen und ver­teil­ten Infofly­er.

Tag der Bundeswehr 2018 am ZOB
Die Info­blät­ter wer­den die Akti­vis­ten nur schwer los | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Das war kein leich­tes Unter­fan­gen, denn die meis­ten Pas­san­ten auf dem Weg zum Flie­ger­horst igno­rier­ten die Mahn­wa­che voll­stän­dig. Nur weni­ge lie­ßen sich Infos in die Hand drü­cken oder blie­ben gar ste­hen, um das aus­ge­leg­te Info­ma­te­ri­al zu betrach­ten oder gar das Gespräch zu suchen. Wer es hin­ge­gen such­te, erfuhr detail­liert von den Ansich­ten der Pazi­fis­ten zum Stand­ort Wunstorf und zur Bun­des­wehr all­ge­mein.

Der Pro­test rich­te­te sich gegen die Selbst­dar­stel­lung der Bun­des­wehr als ganz nor­ma­ler Arbeit­ge­ber, gegen das Wer­ben um neue Sol­da­ten, das Aus­nut­zen der Tech­nik­be­geis­te­rung bei Ver­an­stal­tun­gen wie dem Tag der Bun­des­wehr, um Inter­es­sen­ten für eine mili­tä­ri­sche Kar­rie­re zu gewin­nen – und im Beson­de­ren gegen den Volks­fest­cha­rak­ter auf dem Flie­ger­horst: Gefähr­li­che Kriegs­ein­sät­ze, Tod und Ver­let­zun­gen wür­den bei sol­chen Events nicht the­ma­ti­siert.

Sofor­ti­ge Schlie­ßung des Flie­ger­hors­tes

Aber auch eine kon­kre­te For­de­rung hat­ten die Pazi­fis­ten vom DFG-VK: Die Schlie­ßung des Wunstor­fer Flie­ger­hors­tes, der nicht nur eine zen­tra­le Dreh­schei­be für welt­wei­te Mili­tär­ein­sät­ze sei, son­dern auch die Umwelt und Anwoh­ner belas­te: die Natur­schutz­ge­bie­te Meer­bruchs­wie­sen und Totes Moor wür­den nicht ernst genom­men.

Tag der Bundeswehr 2018 am ZOB
Die Info­wand der Kriegs­geg­ner macht auch auf Gefah­ren bei Flug­schau­en auf­merk­sam | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Ralf Bech­ter­kir­chen (DFG-VK), Bun­des­spre­cher der Ver­ei­ni­gung, und Mar­ga­re­the Mül­ler (Frie­dens­bü­ro) etwa nah­men sich viel Zeit für indi­vi­du­el­le Gesprä­che und blie­ben auch dann freund­lich, wenn jemand sei­ne Abnei­gung gegen die Mahn­wa­che oder die Stand­punk­te der Akti­vis­ten deut­lich arti­ku­lier­te.

Die Hit­ze am Sonn­abend mach­te aller­dings auch der Mahn­wa­che zu schaf­fen – man blieb nicht für die gesam­te Zeit der Anmel­dung, son­dern brach am frü­hen Nach­mit­tag die Zel­te ab, nach­dem man seit dem Mor­gen um 8.30 Uhr dort gestan­den hat­te.

Stör­ak­ti­on auf dem Flie­ger­horst

Pro­vo­ka­ti­ver ver­lief eine Stör­ak­ti­on, die von wei­te­ren Kriegs­geg­nern auf dem Flie­ger­horst koor­di­niert wor­den war. Wäh­rend der Begrü­ßung ent­fal­te­ten Demons­tran­ten vor der Büh­ne Trans­pa­ren­te und war­fen bun­te Papier­schnip­sel, als Kom­mo­do­re Lud­ger Bet­te gera­de spre­chen woll­te.

Zwei Akti­vis­ten ent­fal­ten das Trans­pa­rent vor der Büh­ne | Foto: pri­vat

Auf den Trans­pa­ren­ten war „War starts here“ und „Wir kämp­fen dage­gen, dass ihr dafür sein könnt“ zu lesen, als direk­te Anspie­lung auf einen Slo­gan der Bun­des­wehr.

Feld­jä­ger schrei­ten ein | Foto: pri­vat

Feld­jä­ger – die Mili­tär­po­li­zei der Bun­des­wehr – grif­fen ein. Es wur­den Platz­ver­wei­se und Haus­ver­bo­te aus­ge­spro­chen.

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4 Kommentare
  1. Melchi meint

    .…nied­lich!

  2. Rolf-Dieter Damm
    Rolf-Dieter Damm meint

    Die Regen­bo­gen­flag­ge ist aber wirk­lich schnell… 🙂

  3. Gisela Feuer
    Gisela Feuer meint

    Soll das PEACE hei­ßen?

  4. Wunstorfer Auepost
    Wunstorfer Auepost meint

    Aus dem ita­lie­ni­schen „Pace“ = Frie­den.

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