Trickbetrug in Bordenau

Rentner übergibt insgesamt 13.000 Euro an falsche Polizisten

Anfang der Woche verlor ein Mann aus Bordenau 13.000 Euro an Trickbetrüger. Diese hatten sich als Polizisten ausgegeben und den Senior um seine gesamten Ersparnisse gebracht.

Dienst­klei­dung der ech­ten Poli­zei (Sym­bol­bild) | Foto: Dani­el Schnei­der

Neu­stadt (red). Am Mon­tag hat­ten die Täter das ers­te Mal tele­fo­nisch Kon­takt zu ihrem spä­te­ren Opfer auf­ge­nom­men: Ein „Herr Brei­ten­bach“ stell­te sich dem Bor­denau­er als Poli­zei­be­am­ter vor und gab an, dass im Wohn­ge­biet des Ange­ru­fe­nen ein Kri­mi­nel­ler fest­ge­nom­men wor­den sei, bei dem man eine Ein­bruchs­lis­te gefun­den habe. Um sich vor einem Ein­bruch zu schüt­zen, so der unbe­kann­te Anru­fer, soll­te der Seni­or sein Bar­geld daher in einem Beu­tel an die Gar­ten­pfor­te hän­gen. Die Poli­zei wür­de es dann in Ver­wah­rung neh­men und spä­ter wie­der vor­bei­brin­gen.

Der Bor­denau­er tat, wie ihm gehei­ßen – und häng­te einen Beu­tel mit 6.000 Euro ans Gar­ten­tor sei­nes Grund­stücks an der Frie­lin­ger Stra­ße. Gegen Mit­tag war es dann ver­schwun­den.

Gleich nochmal zugeschlagen

Am nächs­ten Mor­gen gegen 9 Uhr ver­such­ten es die Täter gleich noch ein­mal mit der nächs­ten Masche: Sie gau­kel­ten dem Mann dies­mal vor, dass auch ein Mit­ar­bei­ter sei­ner Haus­bank in den Fall ver­wi­ckelt sei und auch sein rest­li­ches Erspar­tes des­we­gen nicht mehr sicher. Sie brach­ten den Seni­or schließ­lich dazu, das Erspar­te abzu­he­ben und erneut in einem Beu­tel an die Gar­ten­tür zu hän­gen. Und wie­der häng­te der Mann eine hal­be Stun­de spä­ter sein Geld an die Stra­ße, dies­mal waren es 7.000 Euro. Nach ein paar Minu­ten war es wie­der ver­schwun­den.

Echte Polizei erst im dritten Anlauf

Miss­trau­isch wur­de der Mann erst, als gegen Mit­tag nie­mand wie ver­ein­bart erschien, um das Geld zurück­zu­brin­gen. Dar­auf­hin tele­fo­nier­te er mit der Poli­zei – dies­mal mit der ech­ten. Die Kri­mi­nal­po­li­zei (die ech­te) sucht nun Zeu­gen, die am Mon­tag­mit­tag oder Diens­tag­mor­gen Ver­däch­ti­ges beob­ach­tet haben, z. B. frem­de Fahr­zeu­ge an der Frie­lin­ger Stra­ße, oder Per­so­nen, die Lei­nen­beu­tel tru­gen. Hin­wei­se kön­nen an den Kri­mi­nal­dau­er­dienst Han­no­ver unter Tele­fon (0511) 109‑5555 gemel­det wer­den.

Auch in Wunstorf hat­te es zuletzt 2017 meh­re­re ähn­li­che die­ser Fäl­le gege­ben – anders als jetzt in Bor­denau erbeu­te­ten die Täter damals jedoch kein Geld.

INFO: Tipps der Poli­zei
1. Trick­die­be sind erfin­de­risch! Sich als Poli­zei- oder Kri­po­be­am­ter aus­zu­ge­ben, ist eine von vie­len Maschen, um an Geld und Wert­ge­gen­stän­de zu kom­men.
2. Set­zen Sie sich mit Ihrer ört­li­chen Dienst­stel­le in Ver­bin­dung, wenn Sie einen Anruf von einem mut­maß­li­chen Poli­zis­ten erhal­ten haben oder wäh­len Sie den Not­ruf (110)!
3. Machen Sie am Tele­fon kei­ne Anga­ben zu Ihren Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen, Kon­to­ver­bin­dun­gen oder ande­ren per­sön­li­chen Daten – Poli­zei­be­am­te erfra­gen per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten nie am Tele­fon!
4. Las­sen Sie kei­ne Frem­den in Ihr Haus bezie­hungs­wei­se Ihre Woh­nung!

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4 Kommentare
  1. Jutta Heine sagt

    Sor­ry, aber mal ganz ehr­lich, wie kann man auf soet­was ein­ge­hen und glau­ben das die Poli­zei abgibt, man sol­le das Geld im Lei­nen­beu­tel ans Gar­ten­tor hän­gen. Kann ich nicht ver­ste­hen

  2. Angela Ehlert sagt

    Es wird immer wieder,über ALLE Medi­en gewarnt.….nun müss­te aber wirk­lich auch der Letz­te wis­sen was da los ist !!! Mensche,ehrlich.…so naiv kann doch kei­ner sein!!! Und für die,die so eine lin­ke Masche abziehen.…IHR SCHWEI­NE, aber Ihr kriegt Eure Strafe…so oder so!!!

  3. Daniela Helbsing sagt

    Die­se Leu­te sind mega geschult und völ­lig skru­pel­los. Sie agie­ren mit Angst, Emo­tio­nen und wahn­sin­ni­ger Rede­ge­wand­heit! Sie umwer­ben dich wie eine Spin­ne ihr Netz! Mein tie­fe Anteil­nah­me den Opfern! Sag nie­mals nie! Hof­fent­lich wer­den die Täter mit dem Geld nie glück­lich!

  4. Grit Decker sagt

    Wie blöd kann man nur sein, um auf sol­che Schei***typen rein­zu­fal­len“ ange­sichts der media­len Bericht­erstat­tung!
    Ja: auch mei­ne Gedan­ken.
    Doch Das ist mei­ner Mei­nung nach viel zu ein­fach gedacht.

    Ich stim­me #Danie­la H. zu:
    Die­se Ver­bre­cher-nichts ande­res sind die­se Leuts- wer­den „her­vor­ra­gend“ für ihre Taten geschult und wis­sen ganz genau, wie sie ihre Opfer mani­pu­lie­ren müs­sen, um ‘fet­te Beu­te’ machen zu kön­nen.

    Da wird mit Ängs­ten, Sor­ge um ver­meint­li­che Ange­hö­ri­ge und allen denk­ba­ren Gefüh­len agiert. Und das in einer Art und Wei­se, die wir vom ver­gleichs­wei­se ‘Jung­volk’ nicht wirk­lich nach­voll­zie­hen kön­nen:
    Die Opfer sind in nahe­zu allen Fäl­len alte -und oft ein­sa­me!- Men­schen, die ent­spre­chend zugäng­lich sind.

    Die Draht­zie­her sit­zen zumeist im Aus­land und rekru­tie­ren sich ihre Tat­aus­füh­ren­den ganz gezielt und genau.
    Selbst wenn mal einer die­ser Zwei­er- bis Dreier­trupps geschnappt wird, sit­zen die nächs­ten Täter „in den Start­lö­chern“.
    Und bevor die gefass­ten Täter ihre „Chefs“ ver­ra­ten wer­den, muss Ostern und Weih­nach­ten auf einen Tag fal­len.

    Wir Jün­ge­ren wer­den eher nicht in die Fän­ge die­ser Ver­bre­cher gera­ten; doch soll­ten wir nicht der­art naiv sein und uns davon frei­spre­chen wol­len, nicht für ande­re üble Maschen zugäng­lich zu sein, ergo auch zum Opfer wer­den zu kön­nen.

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