Jahreshauptversammlung der Wunstorfer Feuerwehr

Ret­ten, löschen, ber­gen, schüt­zen

172 Mal muss­te die Feu­er­wehr Wunstorf im ver­gan­ge­nen Jahr aus­rü­cken, um zu löschen, ber­gen, ret­ten und zu schüt­zen. Groß­brän­de gab es dabei zum Glück nicht. Unter­stützt wer­den die Feu­er­wehr­leu­te zukünf­tig von fünf neu­en Feu­er­wehr­män­nern und einer neu­en Feu­er­wehr­frau.

Löschen, ber­gen, ret­ten, schüt­zen – dafür steht die Feu­er­wehr. | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer

Wunstorf (ds/nr). Sonst sieht man sie in Schutz­klei­dung, mit Helm, Aus­rüs­tung, in Akti­on mit aller­hand Gerät. Bei Unfäl­len, bei Hil­fe­leis­tun­gen, bei Brän­den. An die­sem Abend, der Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Wunstor­fer Feu­er­wehr, brennt es nur im über­tra­ge­nen Sin­ne: im Rat­haus, sodass der Bür­ger­meis­ter sich etwas ver­spä­tet. Daher wäre die ver­trau­te Mon­tur auch fehl am Plat­ze, statt­des­sen ist Dienst­uni­form – der „Aus­gehan­zug“ der Feu­er­wehr­leu­te – gebo­ten, die nur zu beson­de­ren Anläs­sen wie die­sem getra­gen wird. Dunk­le Anzü­ge mit rot gesäum­ten Näh­ten, Schul­ter­klap­pen, an der Brust Ehren­ab­zei­chen. Die Schirm­müt­zen sind in Reih und Glied an der Gar­de­ro­be abge­legt.

Es ist ein ein­drucks­vol­les Bild, das die ver­sam­mel­te Feu­er­wehr in Uni­form abgibt. Fast 100 Per­so­nen haben sich im Sozi­al­zen­trum der Wunstor­fer Psych­ia­trie ver­sam­melt, das gern als städ­ti­scher Tagungs­raum genutzt wird. Über die gro­ße Lein­wand wan­dern Fotos der Ein­sät­ze des ver­gan­ge­nen Jah­res. Dane­ben hän­gen die Tra­di­ti­ons­fah­ne „Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Wunstorf, 1894/1984“, die städ­ti­sche Flag­ge, das Ban­ner des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­ban­des und das Ban­ner der Deut­schen Jugend­feu­er­wehr. An der gegen­über­lie­gen­den Raum­sei­te ver­ziert das über­le­bens­gro­ße Feu­er­wehr-Signet die Wand. Über dem Red­ner­pult liegt noch ein­mal die Flag­ge Wunstorfs.

Alle beför­der­ten Feu­er­wehr­män­ner auf einem Blick. | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer

Tätig­keits­be­rich­te

Der Eröff­nungs­re­de von Orts­brand­meis­ter Oli­ver Keuck folg­te der Tätig­keits­be­richt für 2017. Aus Sicht der Feu­er­wehr war 2017 ein recht nor­ma­les Jahr. Ins­ge­samt war die Feu­er­wehr 18.915 Stun­den im Dienst. 172 Mal rück­ten die Feu­er­wehr­leu­te aus. 66 klei­ne­re Brän­de gab es zu löschen und 106 Mal wur­de tech­ni­sche Hil­fe geleis­tet. Dabei wur­den 7 ein­ge­klemm­te Per­so­nen geret­tet, 5 Mal kam die Tra­ge­hil­fe zum Ein­satz. 20 Per­so­nen hin­ter geschlos­se­nen Türen wur­de gehol­fen – dar­un­ter eini­ge, die wegen Reno­vie­rungs­ar­bei­ten die Tür­klin­ke der Wohn­zim­mer­tür abge­baut hat­ten – und ohne die­se die zuge­zo­ge­ne Tür nicht mehr geöff­net wer­den konn­te. Im letz­ten Jahr kam es zu einer deut­li­chen Stei­ge­rung von Unwet­ter­ein­sät­zen bedingt durch Stür­me und Stark­re­gen. Auf sol­che Unwet­ter­ein­sät­ze müs­se sich die Feu­er­wehr auch in Zukunft ein­stel­len, erklär­te Orts­brand­meis­ter Keuck. Sechs Todes­fäl­le gab es zu bekla­gen.

15.000Das im ver­gan­ge­nen Jahr ver­brauch­te Lösch­was­ser in Litern

In beson­de­rer Erin­ne­rung ist ein Ein­satz am 07.08.2017 geblie­ben. Die Feu­er­wehr wur­de alar­miert, da es in einem Kel­ler am Alten Markt einen Knall gab. Sie stell­ten den Ein­satz­leit­wa­gen gegen­über eines Restau­rants ab. Da der Ein­satz für einen Besu­cher des Restau­rants wohl zu lan­ge dau­er­te und er sich von den Moto­ren­ge­räu­schen des Feu­er­wehr­wa­gens beläs­tigt fühl­te, dreh­te er kur­zer­hand die Zün­dung des Ein­satz­leit­wa­gen ab. Dadurch konn­ten die ein­ge­setz­ten Feu­er­wehr­leu­te kurz­zei­tig nicht mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Auf Unver­ständ­nis stößt auch das sog. Eltern­ta­xi vor den Schu­len. Immer wie­der blo­ckie­ren Eltern die Feu­er­wehr­zu­fahr­ten der Schu­len, um ihre Kin­der direkt vor der Schu­le abzu­set­zen, und behin­der­ten somit einen mög­li­chen Ein­satz der Feu­er­wehr. Auch der Ver­kehrs­un­fall, der im Kamin­stu­dio hohen Sach­scha­den ver­ur­sach­te, kam noch ein­mal zur Spra­che.

Fah­ne der frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Wunstorf. | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer

Mit­te die­ses Jah­res soll die Feu­er­wehr ein neu­es sog. Hil­fe­leis­tungs­lösch­grup­pen­fahr­zeug (kurz: HLF) erhal­ten. Das Fahr­zeug wur­de bereits im Dezem­ber 2017 bestellt und soll vor­wie­gend bei der tech­ni­schen Hil­fe­leis­tung ein­ge­setzt wer­den. Auch die Lei­ter der Kin­der- sowie Jugend­feu­er­wehr hat­ten eini­ges zu berich­ten. Die Jugend­feu­er­wehr war ins­ge­samt 4.778 Stun­den im Dienst und führ­te dabei neben dem regu­lä­ren Übungs­dienst zahl­rei­che Aktio­nen, wie den Besuch der Feu­er- und Ret­tungs­wa­che der Berufs­feu­er­wehr Han­no­ver, die Teil­nah­me am Schüt­zen­aus­marsch sowie an Sport­wett­be­wer­ben und dem Regi­ons­zelt­la­ger durch. Im Juni hieß es wie­der „Reif für die Insel“. Zum 12. Mal cam­pier­ten die Jugend­feu­er­weh­ren des Stadt­ge­biets und wei­te­re Gäs­te auf der Bade­in­sel in Stein­hu­de. Im August stand ein Besuch aus Japan an. Im Rah­men eines Aus­tausch­pro­gram­mes wur­de auch die Feu­er­wehr Wunstorf besucht.

Die Kin­der­feu­er­wehr hat neben dem regu­lä­ren Übungs­dienst eben­falls eini­ge Aktio­nen durch­ge­führt. Neben der Teil­nah­me an dem Wett­be­werb der Kin­der- und Jugend­feu­er­wehr in Kolen­feld und am Schüt­zen­aus­marsch wur­de noch eine Nacht in der Feu­er­wa­che ver­bracht. Die Kin­der­feu­er­wehr freut sich über die gro­ße Nach­fra­ge am Schnup­per­dienst, ins­be­son­ders da von den 30 Mit­glieds­kin­dern 21 Kin­der die Kin­der­feu­er­wehr ver­las­sen haben und 2 Kin­der zur Jugend­feu­er­wehr wech­sel­ten. Maik Aumann lös­te Mar­tin Pau­lu­kat als Kin­der­feu­er­wehr­wart ab. Aber auch die ehe­mals akti­ven Feu­er­wehr­ka­me­ra­den haben 2017 eini­ge Aus­flü­ge unter­nom­men. So nah­men sie im Mai an den Hei­mat­fest­spie­len in Kolen­feld teil und haben im Sep­tem­ber die Werks­feu­er­wehr von Volks­wa­gen in Han­no­ver Stö­cken besich­tigt.

Aner­ken­nung von der Stadt

Nach den Tätig­keits­be­rich­ten rich­te­ten der Bür­ger- sowie Orts­bür­ger­meis­ter das Wort an die Ver­sam­mel­ten. Bür­ger­meis­ter Rolf-Axel Eber­hardt erklär­te, die Feu­er­wehr benö­ti­ge Respekt und Wert­schät­zung. Er wer­de kei­ne Stö­rung der Feu­er­wehr­ar­beit, wie eben das Abschal­ten eines Feu­er­wehr­fahr­zeu­ges oder das Blo­ckie­ren einer Feu­er­wehr­zu­fahrt, hin­neh­men und künf­tig in jedem Ein­zel­fal­le Straf­an­trag stel­len. Er wies auf die Ver­schär­fung der Straf­vor­schrif­ten hin, nach denen auch Feu­er­wehr­leu­te seit eini­ger Zeit stär­ker gegen Atta­cken geschützt sind. Die Feu­er­wehr wer­de sei­ne Unter­stüt­zung erhal­ten, ver­sprach Eber­hardt und erklär­te, sie wer­de alles Nöti­ge für den Ein­satz erhal­ten.

Die Arbeit der Feu­er­wehr wer­de als selbst­ver­ständ­lich hin­ge­nom­men, sie sei es jedoch nicht, erklär­te Orts­bür­ger­meis­ter Tho­mas Sil­ber­mann. Er lob­te die vor­bild­li­che Arbeit der Feu­er­wehr und sei dank­bar, da die Feu­er­wehr einen wich­ti­gen Bei­trag zur Sicher­heit in der Stadt leis­te. Es sei nötig, die Feu­er­wehr zu unter­stüt­zen, und rief dazu auf. Die aner­ken­nen­den Wor­te waren kei­ne Pflicht­übung, son­dern kamen erkenn­bar von Her­zen. Er erhob mit einer Ver­ve die Stim­me, aus der die Wert­schät­zung für die Feu­er­wehr­leu­te regel­recht nach­hall­te – stell­ver­tre­tend für die gesam­te Stadt.

Ehrun­gen und Beför­de­run­gen

Sechs jun­ge Leu­te, fünf Män­ner und eine Frau, sind es an die­sem Abend, die von der Jugend­feu­er­wehr in den akti­ven Dienst wech­sel­ten und künf­tig mit aus­rü­cken wer­den, wenn irgend­wo in Wunstorf jemand die Hil­fe der Feu­er­wehr benö­tigt: Gina-Sophie Hah­ne, Pas­cal Lan­ge, Flo­ri­an Bat­ter­mann, Den­nis Knöl­ke, Lucas Kor­pack und Chris­toph Rupp. Die Auf­nah­me in den akti­ven Dienst erfolg­te auch die­ses Jahr durch die tra­di­tio­nel­le Kra­wat­ten­über­ga­be. Kurz dar­auf leg­ten sie den Dienst­eid ab, ver­pflich­te­ten sich damit, ihre frei­wil­lig über­nom­me­nen Pflich­ten gewis­sen­haft aus­zu­üben – und zu guter Kame­rad­schaft.

Sechs jun­ge Leu­te wech­sel­ten von der Jugend­feu­er­wehr in den akti­ven Dienst. | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer

Zu Feu­er­wehr­män­nern beför­dert wur­den Mus­ta­fa Akkus, Lukas Beh­ler, Dario Brun­ner, Manu­el Lad­wig, Tobi­as Rie­tig, Mar­vin Schmidt und Kevin Sel­lin. Ober­feu­er­wehr­män­ner wur­den Panagio­tis Bart­za­lis, Alex­an­der Bock und Fabi­an Fritz. Haupt­feu­er­wehr­mann wur­de Maik Aumann. Zu Ers­ten Haupt­feu­er­wehr­män­nern wur­den Mar­tin Brock und Mar­kus Frank­witz beför­dert. Lösch­meis­ter wur­den Den­nis Hei­dorn, Mar­tin Möl­ler und Tobi­as Pelz, Ober­lösch­meis­ter wur­de Denis Kim­pel, Haupt­lösch­meis­ter Mar­tin Trang, Ober­brand­meis­ter Sven Möll­mann.

Sie­ben Feu­er­wehr­män­ner wur­den nach dem Ende ihrer Aus­bil­dung ernannt. | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer

Neben den Beför­de­run­gen wur­den auch Ehrun­gen vor­ge­nom­men: Für 25-jäh­ri­ge Zuge­hö­rig­keit zur Feu­er­wehr wur­den Sebas­ti­an Well­ner und Sven Möll­mann geehrt. Sieg­fried Lewak ist 40 Jah­re dabei, 50-jäh­ri­ges Jubi­lä­um beging Rei­ner Lan­ge. Für 60 Jah­re Feu­er­wehr­mit­glied­schaft wur­de Wal­ter Engel­ke vom Bür­ger­meis­ter geehrt.

Sieg­fried Lewak (links) wird von Stadt­brand­meis­ter Mar­tin Ohlen­dorf (rechts) für sei­ne 40-jäh­ri­ge Mit­glied­schaft geehrt. | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer
- Anzeige -
Werben auf auepost.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.