Stein­hu­der Meer ist „Leben­di­ger See des Jah­res 2017”

Anläss­lich des Welt­was­ser­ta­ges der Ver­ein­ten Natio­nen am 22. März 2017 ernann­ten der Glo­bal Natu­re Fund (GNF) und das Netz­werk Leben­di­ge Seen Deutsch­land (NLSD) das Stein­hu­der Meer zum „Leben­di­gen See des Jah­res”.

Das Steinhuder Meer ist "Lebendiger See des Jahres 2017". | Foto: Bernhard Volmer
Das Stein­hu­der Meer ist „Leben­di­ger See des Jah­res 2017”. | Foto: Bern­hard Vol­mer

Das Stein­hu­der Meer ist mit knapp 30 Qua­drat­ki­lo­me­tern der größ­te See Nie­der­sach­sens und Nord-West-Deutsch­lands. Der See wird umge­ben von einer male­ri­schen Land­schaft mit Feucht­wie­sen, Moo­ren, Dünen und Wäl­dern. Er ist aber auch ein Para­dies für Was­ser­sport­ler, Bade­gäs­te, Wan­de­rer, Rad­fah­rer, Seg­ler und Sur­fer. Das macht die­se Regi­on zu einem attrak­ti­ven Aus­flugs- und Urlaubs­ziel, vor allem für Tages­tou­ris­ten der nahe gele­ge­nen Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver.
Um den Nut­zungs­druck auf den See und die beson­ders sen­si­blen Lebens­räu­me in sei­ner Umge­bung durch die zahl­rei­chen Tou­ris­ten und Tages­aus­flüg­ler wäh­rend der Hoch­sai­son zu redu­zie­ren, wur­de ein aus­ge­klü­gel­tes Kon­zept für einen nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus ent­wi­ckelt. Zu den vie­len wich­ti­gen Maß­nah­men, die bis­her umge­setzt wur­den, zäh­len zum Bei­spiel die Win­ter­fahr­ver­bo­te und die Ver­la­ge­run­gen von Wegen. Die Besu­cher­strö­me durch den Natur­park Stein­hu­der Meer wer­den nach dem Honig­topf­prin­zip gelenkt und auf aus­ge­wähl­te, weni­ger emp­find­li­che Gebie­te kon­zen­triert: Vom Rund­weg aus ist es über Erleb­nis­pfa­de und Aus­sichts­punk­te mög­lich, die Natur­schät­ze behut­sam zu erle­ben. Sen­si­ble­re Lebens­räu­me blei­ben somit unge­stört. Eine inten­si­ve Öffent­lich­keits­ar­beit und Umwelt­bil­dungs­kam­pa­gnen führ­ten nach anfäng­li­cher Kri­tik zur Akzep­tanz der neu­en Regeln in der Bevöl­ke­rung.
Der Natur­park Stein­hu­der Meer gilt mitt­ler­wei­le als bun­des­weit aner­kann­tes Vor­zei­ge­mo­dell für vor­bild­li­che, erfolg­rei­che Besu­cher­len­kung. Zwei­mal erhielt er die Aus­zeich­nung „Qua­li­täts-Natur­park”. Der Natur­park Stein­hu­der Meer, die Stein­hu­der Meer Tou­ris­mus GmbH, das Regio­na­le Umwelt­bil­dungs­zen­trum (RUZ) Stein­hu­der Meer und die Öko­lo­gi­sche Schutz­sta­ti­on Stein­hu­der Meer e.V. (ÖSSM) stel­len jähr­lich ein gemein­sa­mes Natur­er­leb­nis­an­ge­bot zusam­men, zu wel­chem auch BUND und NABU mit Exkur­sio­nen und Vor­trä­gen bei­tra­gen. Das Stein­hu­der Meer ist damit ein Bei­spiel dafür, dass behörd­li­cher Natur­schutz und Ver­bands­na­tur­schutz viel errei­chen, wenn eine Zusam­men­ar­beit funk­tio­niert. Der Sta­ti­ons­tisch, an dem alle betei­lig­ten Behör­den der Land­krei­se, Regi­on Han­no­ver und des Lan­des seit 1991 vier Mal im Jahr zusam­men­sit­zen, ist dafür ein Beleg.

Die Erfol­ge die­ser Ent­wick­lung kön­nen sich sehen las­sen: Im Jahr 2000 sie­del­te sich das ers­te See­ad­ler­paar an. Im sel­ben Jahr brü­te­ten Kra­ni­che erst­mals seit 100 Jah­ren am Stein­hu­der Meer. Die Zahl der ras­ten­den Was­ser­vö­gel, zu Beginn der 1990er Jah­re auf dem Tiefst­stand, hat sich inzwi­schen ver­fünf­facht. Fisch­ad­ler, Wach­tel­kö­nig und Fluss­see­schwal­be konn­ten sich auf­grund zahl­rei­cher effek­ti­ver und gut geplan­ter Schutz­maß­nah­men nach Jahr­zehn­ten Abwe­sen­heit wie­der ansie­deln und der Rück­gang von Bekas­si­ne, Kie­bitz, Rin­gel­nat­ter, Moor­frosch, Krebs­sche­re & Co. konn­te gestoppt wer­den. Inno­va­ti­ve, wis­sen­schaft­lich beglei­te­te Wie­der­an­sied­lungs­pro­jek­te, zum Teil mit Pro­jekt­part­nern wie dem NABU Lan­des­ver­band Nie­der­sach­sen, der Regi­on Han­no­ver, den Land­krei­sen Nien­burg und Schaum­burg sowie dem Land Nie­der­sach­sen, mach­ten es mög­lich, dass heu­te wie­der Laub­frosch, Karau­sche, Euro­päi­scher Nerz, Moo­ren­ten und Euro­päi­sche Sumpf­schild­krö­ten im oder am See leben.
Mit der Wahl des Stein­hu­der Meers zum „Leben­di­gen See des Jah­res 2017” heben der Glo­bal Natu­re Fund und die Part­ner im Netz­werk Leben­di­ge Seen Deutsch­land die­se vor­bild­li­che Ent­wick­lung für Natur und Men­schen her­vor.


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