SuedLink

Stromtrasse wird wohl doch durch unsere Region gebaut

Die Hochspannungsstromtrasse SuedLink wird nun wahrscheinlich doch westlich von Hannover gebaut. Die Betreiber sprachen sich heute für einen Verlauf der westlichen Strecke aus.

Stromtrasse durch Wunstorf
Auf die­sem Wege soll­te die Strom­tras­se urs­ps­rüng­lich durch Wunstor­fer Gebiet füh­ren. Nun rückt sie ein klei­nes Stück­chen wei­ter nach Osten. | Gra­phik: Aue­post

Stuttgart/Wunstorf (red). Bis­lang sah es so aus, als ob die künf­ti­ge Nord-Süd-Strom­tras­se „Sued­Link“, die den Süden Deutsch­lands mit an der Küs­te Nord­deutsch­lands gewon­ne­ner Wind­ener­gie ver­sor­gen soll, zwi­schen Han­no­ver und Braun­schweig ver­lau­fen wür­de, einer von zwei mög­li­chen Kor­ri­do­ren. Der Weg west­lich von Han­no­ver, der auch über Wunstorf geführt hät­te, war zuletzt nur noch zwei­te Wahl gewe­sen.

Doch durch die Region Hannover

Das hat sich nun wie­der geän­dert: Die künf­ti­gen Betrei­ber, Ten­neT und Trans­netBW, haben heu­te die end­gül­ti­gen Plä­ne vor­ge­stellt, die sie Ende des Monats der Bun­des­netz­agen­tur zur Geneh­mi­gung vor­le­gen wer­den. Dar­in bevor­zu­gen sie nun in unse­rer Regi­on wie­der den west­li­chen Ver­lauf – und über­ra­schen damit nun alle, die schon dach­ten, dass die Strom­tras­se mit­ten durch die Regi­on Han­no­ver schon vom Tisch gewe­sen sei.

INFO: Sued­Link
Wind­ener­gie­an­la­gen und Strom­mas­ten | Foto: Dani­el Schnei­der
Sued­Link soll als Gleich­strom-Erd­ka­bel­ver­bin­dung die wind­rei­chen Regio­nen Nord­deutsch­lands mit den Ver­brauchs­zen­tren im Süden der Repu­blik ver­bin­den. Die Ver­bin­dung wird von Ten­neT und Trans­netBW rea­li­siert. Das Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men beträgt rund zehn Mil­li­ar­den Euro. Sued­Link besteht aus zwei Maß­nah­men mit einer Kapa­zi­tät von jeweils zwei Giga­watt. Die Maß­nah­men wer­den in Schles­wig-Hol­stein in Wils­ter und Bruns­büt­tel begin­nen; End­punk­te sind Berg­rhein­feld in Bay­ern und Leingarten/Großgartach in Baden-Würt­tem­berg.

Politik reagiert

Bun­des­ab­ge­ord­ne­te Caren Marks (SPD) for­der­te die Ver­ant­wort­li­chen umge­hend auf, die Grün­de für den Mei­nungs­um­schwung öffent­lich zu machen.

Ich erwar­te von Ten­neT, dass die Grün­de dafür öffent­lich dar­ge­legt und die Kom­mu­nen und Bür­ger umfas­send infor­miert wer­den.Caren Marks

Wunstorf nicht mehr direkt betroffen?

Der ursprüng­li­che west­li­che Tras­sen­ver­lauf hat sich jedoch aber­mals geän­dert: Der Behör­de wird nun ein Ver­lauf emp­foh­len, der nicht mehr über Wunstor­fer Gebiet füh­ren wür­de. So soll die Tras­se ab Frie­lin­gen abkni­cken und öst­lich an Schloß Rick­lin­gen vor­bei­füh­ren, um dann durch Seel­ze wei­ter Rich­tung Gehr­den zu füh­ren.

SuedLink-Verlauf westlicher Vorschlag
Der neue mög­li­che Tras­sen­ver­lauf | Kar­te: Ten­neT

Noch ist aber alles offen: Erst nach dem Votum der Bun­des­netz­agen­tur und dem Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren, an dem auch die dann Betrof­fe­nen ein­be­zo­gen wer­den, ent­schei­det sich vor­aus­sicht­lich Ende 2019 end­gül­tig, ob es die west­li­che oder öst­li­che Vari­an­te wird – oder auch gar kei­ner der jet­zi­gen Vor­schlä­ge, und Wunstorf auf ein­mal doch wie­der im Ren­nen ist.

INFO: 2.000 Kilo­me­ter begut­ach­tet
2017 hat­ten Ten­neT und Trans­netBW ein gan­zes Netz mög­li­cher Kor­ri­dorab­schnit­te iden­ti­fi­ziert, die für eine detail­lier­te Unter­su­chung geeig­net waren. Die Bun­des­netz­agen­tur hat­te auf die­ser Basis die zu unter­su­chen­den Erd­ka­bel­kor­ri­do­re und die dafür not­wen­di­gen Gut­ach­ten fest­ge­legt. Danach hat­ten Ten­neT und Trans­netBW in den ver­gan­ge­nen Mona­ten die­se Kor­ri­dor­va­ri­an­ten – ins­ge­samt rund 2.000 Kilo­me­ter – anhand von ca. 150 Kri­te­ri­en detail­liert unter­sucht und bewer­tet. Auf die­ser Basis wie­sen die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber nun den Vor­schlags­kor­ri­dor als den nach Abwä­gung aller Unter­su­chun­gen aus ihrer Sicht am bes­ten geeig­ne­ten Kor­ri­dor sowie wei­te­re Kor­ri­dor­va­ri­an­ten aus.
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