"Taxi Schaller" geht in die vorläufige Insolvenz » Wunstorfer Auepost

Pleite eines Wunstorfer Traditionsunternehmens

Taxi Schal­ler“ geht in die vor­läu­fi­ge Insol­venz

Die Funk­ta­xen Schal­ler GmbH & Co. KG aus Wunstorf hat einen Insol­venz­an­trag gestellt. Nun läuft das soge­nann­te vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­fah­ren.

Oliver Bertram
Das Wunstor­fer Taxi­un­ter­neh­men von Oli­ver Bertram hat am 29.01.2018 Insol­venz ange­mel­det.

Wunstorf (nr). Unter dem Mot­to “zuver­läs­sig – pünkt­lich – freund­lich” sind die Taxi­fah­rer des Wunstor­fer Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mens Funk­ta­xen Schal­ler GmbH & Co. KG weit über die Stadt­gren­zen bekannt. Am 15.04.1967 wur­de das Unter­neh­men unter dem dama­li­gen Namen Funk-Taxen Schal­ler mit nur einem Taxi in Kolen­feld gegrün­det. Nach 50 Jah­ren muss­te das Unter­neh­men nun Insol­venz anmel­den. Die vor­läu­fi­ge Ver­wal­tung des Taxi­un­ter­neh­men-Ver­mö­gens wur­de am 29.01.2018 durch das Amts­ge­richt Han­no­ver ange­ord­net. Zur vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­te­rin ist Rechts­an­wäl­tin Dr. Ste­fa­nie Zulauf aus Han­no­ver bestellt wor­den. Mit der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens sei Ende März zu rech­nen, erklär­te die vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­wal­te­rin auf Nach­fra­ge der Auepost.

Was ist der Grund der Insol­venz?

Der Geschäfts­füh­rer des Taxi­un­ter­neh­mens Oli­ver Bertram war auf Anfra­ge der Auepost zu kei­ner Stel­lung­nah­me bereit.

Was soll ich denn sagen? Es wird sowie­so alles falsch aus­ge­legt.“ Oli­ver Bertram

Ob eine aku­te Zah­lungs­un­fä­hig­keit oder eine dro­hen­de Zah­lungs­un­fä­hig­keit durch Über­schul­dung der Insol­venz­grund sei, konn­te die vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­wal­tung auf Nach­fra­ge der­zeit nicht sagen, da sie sich zur­zeit erst einen Über­blick ver­schaf­fe. Fer­ner sei sie damit befasst, die Fort­füh­rung des Unter­neh­mens zu orga­ni­sie­ren, so Rechts­an­wäl­tin Dr. Zulauf.

Wie geht es wei­ter?

Die Beleg­schaft wur­de bereits über die Bean­tra­gung der Insol­venz infor­miert. In einem Tele­fo­nat am 31.01.2018 erklär­te die Insol­venz­ver­wal­tung gegen­über der Auepost, dass der aktu­el­le Betrieb gewähr­leis­tet sei, auch die Lohn­fort­zah­lung sei durch das „Aus­fall­geld“ gesi­chert. Alle Mit­ar­bei­ter sol­len so wei­ter­ar­bei­ten wie bis­lang. In enger Zusam­men­ar­beit mit Herrn Bertram wer­de der­zeit nach einer trag­fä­hi­gen Lösung gesucht, so die Insol­venz­ver­wal­tung. Der­zeit sol­le es auch zwei poten­ti­el­le Käu­fer geben. Im Gespräch sei­en Taxi­un­ter­neh­men, die die Funk­ta­xen Schal­ler GmbH & Co. KG über­neh­men könn­ten.

Info: Was ist eigent­lich das vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­fah­ren?
Das vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­fah­ren fin­det in der Zeit zwi­schen der Insol­venz­an­trags­stel­lung und der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens statt. Es wird vom zustän­di­gen Insol­venz­ge­richt ange­ord­net und soll eine nach­tei­li­ge Ver­än­de­rung der Ver­mö­gens­la­ge des Schuld­ners ver­hin­dern. Nicht sel­ten kommt es nach Bekannt­wer­den der Insol­venz eines Unter­neh­mens zu einem sog. „Wett­lauf der Gläu­bi­ger“. Dies bedeu­tet, dass Gläu­bi­ger aus Angst vor Ver­lus­ten ihre For­de­run­gen mit Maß­nah­men der Zwangs­voll­stre­ckung durch­set­zen wol­len. Die Fol­ge eines sol­chen Vor­ge­hens sind meist eine star­ke Min­de­rung des Schuld­ner­ver­mö­gens. Die­ses ver­min­der­te Ver­mö­gen benach­tei­ligt wie­der­um Gläu­bi­ger, die nicht an dem „Wett­lauf“ teil­ge­nom­men haben. Das vor­läu­fi­ge Insol­venz­ver­fah­ren dient aber auch der Ver­bes­se­rung der Sanie­rungs­chan­cen des insol­ven­ten Unter­neh­mens. Die Mit­ar­bei­ter des Unter­neh­mens kön­nen ihre Arbeit wie gewohnt ver­rich­ten. Damit wer­den Kun­den­be­zie­hun­gen des Schuld­ners auf­recht­erhal­ten, lukra­ti­ve Geschäf­te abge­wi­ckelt und ein über­zeu­gen­des Sanie­rungs­kon­zept kann ent­wi­ckelt wer­den.

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Andreas Balleier Fotografie

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