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Verkehrsunfallstatistik

Über 50-mal war der Führerschein weg

Die „Spiegelunfälle“ in der Langen Straße nehmen weiter zu. Daneben haben sich in Wunstorf letztes Jahr drei Unfallschwerpunkte herauskristallisiert.

Unfallstelle
Unfallstelle (Symbolbild) | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Nach der Kriminalitätsstatistik hat die Wunstorfer Polizei nun auch die Verkehrsunfallstatistik für das Vorjahr freigegeben. Derzufolge gab es im Erhebungszeitraum 2019 weniger Unfälle im Wunstorfer Straßenverkehr im Vergleich zu 2018. Die Quote sank um 1,6 Prozentpunkte auf 784 Fälle. Auch die Unfälle mit Verletzten sind rückläufig.

Wenn es in Wunstorf auf der Straße kracht, dann handelt es sich meist um Bagatellunfälle. Unfallursache ist fast immer überhöhte Geschwindigkeit oder Vorfahrtsmissachtung. Bei 55 Verkehrsunfällen waren Fahrradfahrer beteiligt. 51 Radfahrer wurden dabei verletzt. Bei knapp der Hälfte der Unfälle waren die Unfälle durch die Fahrradfahrer selbst verursacht.

Unfallschwerpunkte

Südstraße Wunstorf
Auf diesem Schutzstreifen werden oft Radfahrer angefahren | Foto: Daniel Schneider

Es gab im letzten Jahr drei Unfallschwerpunkte. Das ist zum einen die Kreuzung Alte Bahnhofstraße/Düendorfer Weg. Hier kam es zu 7 Unfällen mit 2 Schwerverletzten und 5 Leichtverletzten. Besonders Fahrradfahrer zählten hier zu den Unfallopfern, die von abbiegenden Autofahrern auf dem Schutzstreifen übersehen wurden. Um die Aufmerksamkeit stärker auf die Radfahrschutzstreifen zu lenken, wird über eine Markierung mit roter Farbe nachgedacht.

Auch zur Haster Kurve muss die Polizei immer wieder fahren, um Unfälle zu dokumentieren. 10 Mal war das im vergangenen Jahr der Fall. Hier gab es 9 Leichtverletzte und einen Schwerverletzten. Obwohl hier schon lange Tempo 50 bei Nässe gilt, wird bei feuchter oder regennasser Fahrbahn weiterhin oft viel zu schnell gefahren. Dritter Unfallschwerpunkt ist der Schnittpunkt der Landstraßen an der Autobahnanschlussstelle Kolenfeld. Hier gab es 8 Unfälle mit 2 Schwerverletzten und 8 Leichtverletzten.

Unfall in der Haster Kurve
Feuerwehr Wunstorf im Einsatz nach einem Unfall in der Haster Kurve | Foto: Feuerwehr Wunstorf

Insgesamt wurden im Erhebungszeitraum 10 Personen schwerverletzt, 161 erlitten leichte Verletzungen im Straßenverkehr. Auch einen Todesfall gab es, als ein Autofahrer auf der K 322 in Richtung Schloß Ricklingen von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte.

Fahrerflucht

Die Fahrerflucht, juristisch das unerlaubte Entfernen von der Unfallstelle, bleibt ebenfalls an der Tagesordnung. 263-mal flüchteten Fahrer, ohne auf den Geschädigten zu warten oder die Polizei zu benachrichtigen. Dass es sich hier um eine Straftat handelt, ist vielen offenbar nicht bewusst: sie lösen durch die Nichtmeldung eines Unfalles immer ein Ermittlungsverfahren aus. Das gilt auch weiterhin für die „Spiegelunfälle“ in der Langen Straße, deren Zahl weiter gestiegen ist. 27-mal verschätzten sich Autofahrer beim nötigen Abstand zu geparkten Fahrzeugen. In 13 Fällen kam es zur Fahrerflucht. Die Aufklärungsquote für Fahrerfluchten stieg um 3 %.

Alkohol am Steuer

Ganze 64-mal erwischte die Polizei Verkehrsteilnehmer, die unter Alkoholeinfluss standen. 54-mal kassierte die Polizei im vergangenen Jahr deswegen den Führerschein ein, 10-mal kamen Fahrzeugführer mit einem Bußgeld davon. In 14 Fällen verursachten Autofahrer in alkoholisiertem Zustand einen Verkehrsunfall.

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