Freiheitsstrafe für Praktikanten

Urteil im Miss­brauchs-Fall an Kita in Bokel­oh

Der wegen des Ver­dachts des sexu­el­len Über­griffs auf meh­re­re Kin­der in der Kin­der­ta­ges­stät­te Bokel­oh ange­klag­te Prak­ti­kant wur­de zu einer Jugend­stra­fe von 4 Jah­ren und 9 Mona­ten ver­ur­teilt.

Symbolfoto Justitia
Sym­bol­fo­to Jus­ti­tia

Bokel­oh (red). Im Pro­zess um den sexu­el­len Miss­brauch an meh­re­ren Kin­dern durch einen 19-Jäh­ri­gen hat das Land­ge­richt Han­no­ver am Diens­tag das Urteil ver­kün­det. Der ehe­ma­li­ge Prak­ti­kant der Bokel­o­her DRK-Kita wur­de zu einer Jugend­stra­fe von 4 Jah­ren und 9 Mona­ten ver­ur­teilt. Das Gericht sah es als erwie­sen an, dass der ehe­ma­li­ge Prak­ti­kant in ins­ge­samt 18 Fäl­len sexu­el­le Hand­lun­gen an sie­ben Mäd­chen und zwei Jun­gen vor­ge­nom­men hat. In zwei Fäl­len hat sich der 19-Jäh­ri­ge sogar des beson­ders schwe­ren sexu­el­len Miss­brauchs schul­dig gemacht.

Ange­klag­ter gestän­dig

Laut Aus­sa­ge der Staats­an­walt­schaft Han­no­ver sei der Ange­klag­te im nicht öffent­li­chen Pro­zess gestän­dig gewe­sen und habe alle Vor­wür­fe zuge­ge­ben. Dank des Geständ­nis­ses muss­ten die Opfer kei­ne Aus­sa­ge vor Gericht machen. Der ver­ur­teil­te Prak­ti­kant soll nun eine Sozi­al­the­ra­pie machen. Dies habe das Gericht jedoch nicht ange­ord­net. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Sowohl Staats­an­walt­schaft als auch Ver­tei­di­gung haben noch eine Woche Zeit, Revi­si­on ein­zu­rei­chen.

Anfang des Jah­res war bekannt gewor­den, dass der 19-Jäh­ri­ge ver­däch­tigt wur­de, in der DRK-Kin­der­ta­ges­stät­te Bokel­oh meh­re­re Kin­der sexu­ell miss­braucht zu haben. Betrof­fe­ne Eltern hat­ten sich an die Poli­zei gewandt und Straf­an­zei­ge erstat­tet. Die Staats­an­walt­schaft ermit­tel­te. Seit Anfang Febru­ar saß der Prak­ti­kant in Unter­su­chungs­haft, im Juni wur­de Ankla­ge erho­ben.

Ver­dacht wei­te­te sich aus

Im Lau­fe der Ermitt­lun­gen wei­te­te sich der Fall aus. Die Staats­an­walt­schaft ging davon aus, dass der Prak­ti­kant nicht nur an der Bokel­o­her Kita meh­re­re Kin­der sexu­ell miss­braucht hat, son­dern auch in einem Sport­ver­ein, in dem er als Jugend­trai­ner tätig gewe­sen ist. Sechs sexu­el­le Über­grif­fe soll es im Sport­ver­ein gege­ben haben. Wei­te­re zehn Über­grif­fe sol­len in der Wunstor­fer Kita began­gen wor­den sein. Ein wei­te­rer Vor­fall soll sich, laut Aus­sa­gen der Staats­an­walt­schaft Han­no­ver, in einer Fami­lie zuge­tra­gen haben.

Jugend­stra­fe
Die Jugend­stra­fe ist eine spe­zi­ell für Jugend­li­che (14 bis ein­schließ­lich 17 Jah­re) und Her­an­wach­sen­de (18 bis ein­schließ­lich 20 Jah­re) kon­zi­pier­te Frei­heits­stra­fe. Die Jugend­stra­fe soll nur ver­hängt wer­den, wenn Erzie­hungs- und Zucht­mit­tel in der Ver­gan­gen­heit kei­nen Erfolg gebracht haben. Bei schwe­ren Ver­bre­chen kön­nen auch Erst­tä­ter zu Jugend­haft­stra­fen ver­ur­teilt wer­den.
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9 Kommentare
  1. Nina Göntgen meint

    Viel zu wenig.

  2. Nicole Piewek meint

    Mei­ner mei­nung nach, viel zu wenig! Die Kin­der sind ihr Leben lang geschä­digt und der darf nach 4 Jah­ren sein Leben wei­ter leben. Ekel­haft und unge­recht!

  3. Uwe Maria Kallas meint

    15 Jah­re und Sicher­heits­ver­wah­rung, wer sowas ein­mal macht, tut es ein zwei­tes Mal.

    1. Sabine Kater meint

      würd ich nicht pau­schal sagen, aber die gefahr ist sehr hoch.
      schwie­ri­ges the­ma.…

      ich den­ke mit 4,5 jah­ren ist er gut bedient bei unse­ren gest­zen.… egal wie hoch sei­ne stra­fe ist, wie­der gut zu machen ist das nicht und eine gerech­te stra­fe exes­tiert nicht.

      ich bin arg zwie gespal­ten zwi­schen lebens­lang weg­sper­ren und jeder hat ne 2te chan­ce ver­dient…

      ich bin dank­bar, das ich sowas nicht ent­schei­den muss.…

    2. Uwe Maria Kallas meint

      Kann man jetzt lan­ge dis­ku­tie­ren, für mich sind die­se Men­schen Abschaum und haben kei­ne Chan­ce ver­dient, mei­ne Mei­nung.

  4. Ali Schamsani meint

    Rashid

    1. Rashid O'veli meint

      War nicht anders zu erwar­ten.

  5. Alf Sievers meint

    Knapp 5 Jah­re, ist schon eini­ges. Für alle empör­ten, stellt euch mal vor, euer eige­ner Sohn ent­wi­ckelt so „„

  6. Grit Decker meint

    Egal, ob die­ser Wie­der­ling die 2. Chan­ce bekom­men soll­te, oder aber auf ewig „weg­ge­bun­kert“ gehört, die lei­der ihr Leben lang unter die­sem mit nichts zu recht­fer­ti­gen­den und eben­so mit nichts zu ent­schul­di­gen­den über­grif­fi­gen Ver­hal­ten Lei­den­den, sind die betrof­fe­nen Kin­der.

    Ich bin wahr­lich kei­ne Anhän­ger der auch in den Gefäng­nis­sen herr­schen­den Gewalt.
    Auch nicht der unter den Gefan­ge­nen.

    Doch irgend­wie habe ich in die­sem Fall über­haupt kein Pro­blem damit, dass Kin­der­schän­der in der Hier­ar­chie der Gefan­ge­nen ganz unten ste­hen.
    Mit all den damit ver­bun­de­nen Kon­se­quen­zen…

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