Stadtgespräch

Warnschilder werden aufgestellt

Warnung vor Phosphorkontakt am Steinhuder Meer

Die Region Hannover und Stadt Wunstorf warnen nun ausdrücklich vor dem Aufsammeln bernsteinartiger Steinchen am Steinhuder Meer.

Phosphorwarnung
Aufgestellte Warnhinweise am Steinhuder Meer | Foto: Region Hannover

Steinhude/Mardorf (red): Nachdem sich eine 28-Jährige gestern Verbrennungen zugezogen hatte, als sie am Nordufer weißen Phosphor aufsammelte, wurden nun Warnschilder aufgestellt, die auf die Gefahr aufmerksam machen. Kinder sollten am Mardorfer Surferstrand nicht spielen.

Von einer Suche nach den aufgetauchten und weiteren Phosphorpartikeln wird hingegen abgesehen – die verletzte Frau hatte den Phosphor wieder zurück ins Wasser geworfen, als er in ihrer Jackentasche zu brennen begonnen hatte. Nach Ansicht des Kampfmittelräumdienstes wäre dies zu aufwändig bei gleichzeitig mangelnder Aussicht auf Erfolg.

„Bitte heben Sie auf keinen Fall bernsteinfarbene Steine oder Kiesel auf!“

Auch die Stadt Wunstorf warnt nun ausdrücklich vor dem Aufheben und Einstecken bernsteinfarbener Steine oder Kiesel, denn Bernstein und weißer Phosphor lassen sich kaum voneinander unterscheiden. Es sei nicht auszuschließen, dass solche Munitionsrückstände auch am Südufer auftauchen. Es drohen schwerste Brandverletzungen, wenn es sich bei den vermeintlichen Bernsteinfunden in Wirklichkeit um Phosphor handelt und dieser sich beim Trocknen entzündet.

Weißer Phosphor wurde in Brandbomben im Zweiten Weltkrieg benutzt und befindet sich als Altlast noch in zahlreichen Gewässern. Während er von Wasser bedeckt und ohne Sauerstoffzufuhr inaktiv ist, wird er angespült an Stränden zur Gefahr: An der Luft fängt der trockene Phosphor bereits bei Körpertemperatur an zu brennen und lässt sich dann nur noch schwer löschen, zum Beispiel mit Sand. Weiteres Wasser verstärkt sogar noch den Brandprozess. Weißer Phosphor verursacht schwerste Verletzungen im Gewebe, so dass bei Kontakt oft Hauttransplantationen nötig werden.
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1 Kommentar

  1. Bereits am Morgen hatte ich im Videotext von Nord 3 von dem Vorfall gelesen.

    Die Gerahr, die durch das Einstecken von vermeintlichen Bernstein in Form schwerer bis schwerster Verbrennungen drohen, sind ansich inzwischen bekannt, doch ich will mich nicht davon freisprechen, nicht doch spontan einen Klumpen falsches “Meer-Gold” aufzuheben und in die Jackentasche o.ä. zu stecken.

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