Warn­stu­fe Gelb am Stein­hu­der Meer

Man­che sahen ihn in den letz­ten Wochen schon ver­ein­zelt, wenn sie am Stein­hu­der Meer unter­wegs waren: einen grün­lich schim­mern­den Belag, der sich zusam­men­hän­gend an bestimm­ten Stel­len der Was­ser­ober­flä­che am Ufer ansam­mel­te. Die regel­mä­ßi­gen offi­zi­el­len Mes­sun­gen haben das Vor­kom­men von Blau­al­gen bestä­tigt. Nun warnt die zustän­di­ge Regi­on Han­no­ver wie­der vor den für Mensch und Tier gif­ti­gen Bak­te­ri­en.

Wunstorf (red). Regi­on Han­no­ver. Die Regi­on Han­no­ver infor­miert über ein grö­ße­res Vor­kom­men an Blau­al­gen im Stein­hu­der Meer – aktu­el­le Mes­sun­gen haben den Beginn einer rela­ti­ven Ver­meh­rung der Blau­al­gen an den Bade­stel­len gezeigt. Obwohl die Wer­te der­zeit noch ver­gleichs­wei­se im mitt­le­ren Kon­zen­tra­ti­ons­be­reich lie­gen, kann es auf­grund der Grö­ße des Stein­hu­der Meers unter Umstän­den – je nach Wind und Wel­len – in der nächs­ten Zeit in den Strand- und Bade­be­rei­chen zu star­ken Ansamm­lun­gen von Blau­al­gen kom­men.

Noch kei­ne Bade­war­nung

Es besteht jedoch der­zeit noch kein Grund zu einer gene­rel­len Bade­war­nung. Baden­de und beson­ders Eltern von Klein­kin­dern und Hun­de­be­sit­zer soll­ten aller­dings wach­sam sein und die Ver­hal­tens­hin­wei­se vor Ort beach­ten: Das Ver­schlu­cken des Was­sers bei Blau­al­gen­an­samm­lun­gen kann zu Übel­keit, Erbre­chen oder Atem­not füh­ren. Auch der Kon­takt mit der Haut kann Rei­zun­gen ver­ur­sa­chen.

Vor allem Kin­der soll­ten nicht in Berei­chen mit ver­mehr­tem Blau­al­genauf­kom­men baden und dort vom Plant­schen im Ufer­be­reich abse­hen.“Dr. Con­stan­ze Was­mus, Team­lei­te­rin Allg. Infek­ti­ons­schutz u. Umwelt­me­di­zin

Da sich auch außer­halb der Bade­stel­len Blau­al­gen im Ufer­be­reich kon­zen­trie­ren kön­nen, weist die Regi­on Hun­de­be­sit­ze­rin­nen und Hun­de­be­sit­zer vor­sorg­lich dar­auf hin, dass auch Hun­de im Fal­le von Blau­al­gen­an­samm­lun­gen nicht baden und kein Was­ser schlu­cken soll­ten.

Kon­ti­nu­ier­li­che Über­wa­chung

Der Fach­be­reich Gesund­heit der Regi­on Han­no­ver über­wacht wäh­rend der Bade­sai­son vom 15. Mai bis zum 15. Sep­tem­ber 23 Seen in der Regi­on. Im vier­wö­chi­gen Rhyth­mus neh­men Hygie­nein­spek­to­ren Pro­ben, um das Was­ser bak­te­rio­lo­gisch auf zwei Keim­ar­ten – so genann­ten Intes­ti­na­len Ente­ro­kok­ken und Esche­ri­chia coli – zu unter­su­chen. Außer­dem wird der See anhand der Sicht­tie­fe auf das Vor­kom­men von Blau­al­gen geprüft.

Info: Blau­al­gen
Blau­al­gen, genau­er Cya­no­bak­te­ri­en, sind eine algen­ähn­li­che Bak­te­ri­en­art. Nicht alle Arten erschei­nen blau-grün­lich, oft wir­ken sie schlicht grün. Beson­ders an seich­ten Stel­len wie am Ufer kann es zu einer höhe­ren Kon­zen­tra­ti­on kom­men. Die Algen pro­du­zie­ren ver­schie­de­ne Gif­te. Vor allem Hun­de, die sich die Algen vom Fell lecken, kön­nen an einer Ver­gif­tung ster­ben, im seich­ten Was­ser plan­schen­de oder spie­len­de Kin­der ris­kie­ren Durch­fäl­le, Übel­keit und Erbre­chen, wenn sie Was­ser in der Nähe der Algen ver­schlu­cken. Der direk­te Kon­takt kann auch Haut­rei­zun­gen und eine all­er­gi­sche Reak­ti­on aus­lö­sen.

Man­che Arten der Blau­al­gen schei­den gesund­heits­schä­di­gen­de Stoff­wech­sel­pro­duk­te aus, die zu all­er­gi­schen oder toxisch beding­ten Gesund­heits­stö­run­gen füh­ren kön­nen. Ent­spre­chen­de Schil­der mit Ver­hal­tens­hin­wei­sen sind an den Bade­stel­len auf­ge­stellt. Kenn­zei­chen für eine star­ke Blau­al­gen­ent­wick­lung sind eine bläu­lich-grün­li­che Trü­bung des Was­sers, eine Sicht­tie­fe von weni­ger als einem Meter und Schlie­ren­bil­dung oder Auf­rah­mun­gen am Ufer. An wel­chen Ufern sich Blau­al­gen kon­zen­trie­ren, hängt im Wesent­li­chen von der Wind­rich­tung ab. Das Auf­kom­men kann sich daher inner­halb kur­zer Zeit ändern.

Sur­fer und Seg­ler gefähr­det

Die Cya­no­bak­te­ri­en sind ein Gesund­heits­ri­si­ko, ins­be­son­de­re wenn Was­ser mit hohen Kon­zen­tra­tio­nen geschluckt wird oder in die Atem­we­ge gelangt. Dies pas­siert am ehes­ten bei Was­ser­sport­ar­ten mit inten­si­vem Was­ser­kon­takt, wie Was­ser­ski­fah­ren, Wind­sur­fen, Tau­chen und Kopf­sprung, aber auch beim Segeln in stür­mi­schem Wet­ter. Cya­no­bak­te­ri­en kön­nen Übel­keit, Durch­fall oder gar Ent­zün­dun­gen von Hals, Augen und Ohren her­vor­ru­fen. Eine Auf­nah­me von Cya­no­to­xi­nen durch die Haut ist unwahr­schein­lich. Schwer­wie­gen­de­re Fol­gen sind Magen-Darm-Ent­zün­dun­gen, Atem­wegs­er­kran­kun­gen oder all­er­gi­sche Reak­tio­nen.

Lebens­ge­fahr für Kin­der und Haus­tie­re

Für Hun­de und ande­re Haus­tie­re kön­nen Cya­no­bak­te­ri­en töd­lich sein, wenn sie sich nach dem Baden das Was­ser aus dem Fell lecken. Man­che Hun­de mögen auch ver­rot­ten­des Blü­ten­ma­te­ri­al am Ufer. Dar­an sind schon eini­ge Hun­de ver­stor­ben. Für Kin­der besteht eben­so Lebens­ge­fahr, wenn sie viel Was­ser schlu­cken – etwa beim inten­si­ven Toben oder gegen­sei­ti­gem Unter­tau­chen. Ins­be­son­de­re in den fla­chen Berei­chen ist oft die größ­te Kon­zen­tra­ti­on von Cya­no­bak­te­ri­en.

Blau­al­gen am san­di­gen Ufer | Foto: Regi­on Han­no­ver

Ver­hal­ten­s­tipps

Wenn das Was­ser grün­lich-trü­be ist oder wenn dar­auf eine grü­ne Schicht schwimmt: nichts schlu­cken! Aero­sol ver­mei­den, zum Bei­spiel beim Was­ser-Ski-Fah­ren und Wind­sur­fen. Kin­der vor dem Toben in fla­chen Berei­chen schüt­zen, wenn sich dort hohe Kon­zen­tra­tio­nen von Blau­al­gen gesam­melt haben. Sorg­sam die Situa­ti­on am See in den Blick neh­men und die Was­ser­tie­fe prü­fen. Dabei lang­sam ins Was­ser waten, ohne Sedi­ment auf­zu­wir­beln. Wenn man von der Knie­hö­he die Füße nicht mehr sehen kann, soll­te das Baden in die­sem Bereich ver­mie­den wer­den. Nach dem Baden gründ­lich duschen und Bade­sa­chen rei­ni­gen, um spä­te­re Haut­rei­zun­gen zu ver­mei­den. Wer nach dem Baden gesund­heit­li­che Beschwer­den hat, soll­te einen Arzt auf­su­chen und das Gesund­heits­amt infor­mie­ren.

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