Wie­der­eröff­nung der Kir­che in Kolen­feld

Am 05.12.2017 hat der Kir­chen­vor­stand nach sechs­mo­na­ti­ger Sanie­rungs­zeit die Türen der frisch reno­vier­ten Kir­che in Kolen­feld wie­der geöff­net. Im Rah­men des leben­di­gen Advents­ka­len­ders fand zur Ein­wei­hung eine Andacht mit dem Posau­nen­chor statt, die zahl­rei­che Kolen­fel­der anlock­te.

Die Rei­hen fül­len sich nach und nach. Vie­le Kolen­fel­der haben am Diens­tag­abend die frisch reno­vier­te Kir­che besucht. | Foto Nadi­ne Roch­lit­zer

Kolen­feld (nr). Es riecht noch nach Far­be als die Kir­chen­be­su­cher die 270 Jah­re alte Kir­che zum ers­ten Mal nach der Reno­vie­rung betre­ten. Bis zum Mor­gen wur­de noch gestri­chen, damit die Kir­chen­tü­ren pünkt­lich um 18 Uhr zur Andacht mit dem Posau­nen­chor geöff­net wer­den konn­ten. Zahl­rei­che Kolen­fel­der nutz­ten die Gele­gen­heit, um einen Blick in die frisch reno­vier­te Kir­che zu wer­fen.

Die Kir­che in neu­em Glanz
Zuvor fand im Gemein­de­haus ein Emp­fang statt. Pas­to­rin Chris­ta Hafer­mann erklär­te, es sei ihr und dem Kir­chen­vor­stand ein Bedürf­nis gewe­sen, die Eröff­nung der Kir­che mit einer klei­nen Fei­er zu zele­brie­ren.

Der Kir­chen­vor­stand bedank­te sich bei allen Hel­fern, Spen­dern, Hand­wer­kern und Dienst­leis­tern. Pas­to­rin Hafer­mann lob­te die hohe Eigen­in­itia­ti­ve der Gemein­de­mit­glie­der. Zahl­rei­che Hel­fe­rin­nen und Hel­fer haben tat­kräf­tig ange­packt und mit Zeit und Ener­gie das Pro­jekt Kir­chen­sa­nie­rung unter­stützt. Rech­nun­gen wur­den kon­trol­liert, Kaf­fee und Essen für die Hel­fen­den und Hand­wer­ker zur Ver­fü­gung gestellt, sowohl Gel­der akqui­riert als auch die Kir­che aus­ge­räumt und sau­ber­ge­macht. Einen beson­de­ren Dank rich­te­te Pas­to­rin Hafer­mann an Wer­ner Sep­pelt. Herr Sep­pelt war jeden Tag auf der Bau­stel­le anzu­tref­fen. Er koor­di­nier­te Bau­fir­men und Hel­fer, bemüh­te sich um die Finan­zie­rung und trug ent­schei­dend dazu bei, dass die Reno­vie­rung trotz der unvor­her­seh­ba­ren zusätz­li­chen Bau­stel­len in der geplan­ten Zeit abge­schlos­sen wer­den konn­te.

Auch die Orgel erstrahlt in neu­em Glanz. | Foto Nadi­ne Roch­lit­zer

Teil­wei­se waren bis zu sechs Gewer­ke gleich­sei­tig in der Kir­che und so wur­de auch schon mal der Tauf­stein als Kaf­fee­ta­fel zweck­ent­frem­det. Frau Hafer­mann scherz­te, ihr habe an der Sanie­rung beson­ders gut gefal­len, dass immer jemand in der Kir­che anzu­tref­fen gewe­sen sei.

Fer­ner berich­te­te Frau Hafer­mann über die Bau­ar­bei­ten. Zunächst sei geplant gewe­sen – so Pas­to­rin Hafer­mann – fri­sche Far­be an Wän­de und Decke zu brin­gen. Schnell stand jedoch fest, dass auch der Putz erneu­ert wer­den muss­te.

Gut, dass wir nicht wuss­ten auf was wir uns ein­las­sen.“ Pas­to­rin Chris­ta Hafer­mann

Mit Putz- und Maler­ar­bei­ten war es jedoch nicht getan. In den letz­ten sechs Mona­ten hat der Kir­chen­vor­stand die eine oder ande­re Über­ra­schung erlebt. Eine posi­ti­ve Über­ra­schung war die Frei­le­gung des Tor­bo­gens aus Sand­stein über der Turm­tür. Nega­tiv war jedoch die Ent­de­ckung des groß­flä­chi­gen Schim­mel­be­falls im Ton­nen­ge­wöl­be sowie die enor­men Schä­den am Gebälk die durch Holz­schäd­lin­ge ver­ur­sacht wur­den.

Der neu ent­deck­te Sand­stein­tor­bo­gen wur­de auf­ge­ar­bei­tet und ver­schö­nert nun die Kir­che. | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer

Nun wur­den die umfang­rei­chen Sanie­rungs­ar­bei­ten abge­schlos­sen und die Kir­che erstrahlt in neu­em Glanz und vor allem Licht. Im Zuge der Reno­vie­rung wur­de die Beleuch­tungs­an­la­ge erneu­ert. Bis­her fehl­te in der Mit­te der Kir­chen­bän­ke oft hin­rei­chen­des Licht. Die Got­tes­dienst­be­su­cher konn­ten teil­wei­se nicht in den Gesang­bü­chern lesen. Mit den neu­en zwei­rei­hi­gen Hän­ge­leuch­ten gehört die­ses Pro­blem nun der Ver­gan­gen­heit an.

Neben der Besei­ti­gung des Holz­schäd­lings- und Pilz­be­falls im Dach­stuhl und dem Aus­tausch der maro­den Holz­bal­ken, wur­de der Putz innen und außen erneu­ert. Dabei ent­spricht der Farb­ton des Außen- und Innen­put­zes den Vor­ga­ben des Denk­mal­schut­zes. Es folg­ten der Außen­an­strich und der Innen­an­strich des Ton­nen­ge­wöl­bes, des Frie­ses, der Wän­de, der Holz­ver­klei­dun­gen, der Bän­ke und Fens­ter. Die Farb­aus­wahl für Decke, Wän­de, Empo­ren und Bän­ke erfolg­te in Abstim­mung mit dem Amt für Bau- und Kunst­pfle­ge der Lan­des­kir­che. Der Fries war der­ma­ßen stark geschä­digt, dass er auf einer Län­ge von 9 Metern erneu­ert wer­den muss­te. Im Rah­men der Reno­vie­rung erfolg­te zudem der Ein­bau einer neu­en Sakris­tei­tür und die Moder­ni­sie­rung der Elek­trik.

Die Finan­zie­rung
Ursprüng­lich plan­te der Kir­chen­vor­stand mit Reno­vie­rungs­kos­ten in Höhe von 200.000 Euro. Ins­be­son­de­re die Besei­ti­gung des Holz­schäd­lings- und Pilz­be­falls im Dach­stuhl hat jedoch zu einer deut­li­chen Kos­ten­stei­ge­rung auf gut 300.000 Euro geführt. Der Kir­chen­vor­stand stand daher immer wie­der vor der Her­aus­for­de­rung ein­falls­rei­che Lösun­gen zur Finan­zie­rung der Kir­chen­sa­nie­rung zu fin­den.

Zur Schlie­ßung der Finan­zie­rungs­lü­cke hat der Kir­chen­vor­stand bei diver­sen Insti­tu­tio­nen und Stif­tun­gen För­der­mit­tel bean­tragt. Die Wen­ger-Stif­tung für Denk­mal­pfle­ge und Klos­ter­kam­mer Han­no­ver (bei­de mit Sitz in Han­no­ver) haben eine För­der­zu­sa­ge von über 25.000 Euro erteilt. Die För­der­zu­sa­ge der Klos­ter­kam­mer Han­no­ver kam pas­sen­der­wei­se zum Geburts­tag von Pas­to­rin Hafer­mann. Der Kir­chen­kreis hat durch sei­ne Finan­zie­rungs­be­tei­li­gung den Groß­teil der Sanie­rungs­kos­ten des Dach­stuhls über­nom­men. Auch die Stadt­spar­kas­se Wunstorf, die Stif­tung der Volks- und Raiff­ei­sen­bank und das Kas­tens Hotel Luisen­hof haben sich finan­zi­ell an der Kir­chen­sa­nie­rung betei­ligt. Aber auch zahl­rei­che Kolen­fel­der woll­ten die Sanie­rung ihrer Kir­che finan­zi­ell unter­stüt­zen und haben gespen­det, bspw. bei der Pfand­bonak­ti­on im ört­li­chen EDE­KA Köp­per. Die Erlö­se die­ser Pfand­bonak­ti­on sol­len für einen neu­en Alt­ar­tep­pich genutzt wer­den. Blu­men­kar­ten­ka­len­der, Geburts­tags­ka­len­der und Post­kar­ten wur­den ver­kauft. Ein gro­ßer Spen­den­bei­trag in Höhe von über 570 Euro brach­te der Vor­trags­abend über Kolen­feld am 25.10.2017 von Hei­ner Witt­rock ein. Mehr als 80 Inter­es­sier­te besuch­ten den Vor­trag im Gemein­de­haus. Beson­ders erfreu­lich war zudem die Spen­de einer ehe­ma­li­gen Kolen­fel­de­rin über 500 US-Dol­lar aus den USA.

Wer am Diens­tag­abend nicht dabei war, kann die frisch reno­vier­te Kir­che am Sams­tag den 09.12.2017 beim Weih­nachts­kon­zert des Musik­zu­ges der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Kolen­feld anschau­en. Das Kon­zert beginnt um 17 Uhr.

- Anzeige -
Unterstütze die Auepost auf Steady

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.