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Aktionstag gegen Gewalt an Frauen

Würfelinstallation zum Orange Day in Wunstorf

Die meisten Besucher der Wunstorfer Innenstadt zog es wegen der „Black Week“ in die Fußgängerzone, doch am heutigen Mittwoch wurde noch eine weitere Farbe bedeutsam: Orange, die Farbe des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen.

Orange Day 2020 Wunstorf
Die Mitglieder des Arbeitskreises vor der Installation | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Jährlich wird am 25. November den Opfern der Gewalttaten gedacht und auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht. In Hannover wurden und werden dazu Gebäude orange angestrahlt, in Wunstorf wurden am Nachmittag für eine Stunde orangefarbene Kerzen entzündet – und eine Installation aus weißen Würfeln auf dem Marktplatz errichtet. Die Würfel waren mit Original-Gedanken von Gewaltopfern beschriftet, etwa: „Ich hätte nie gedacht, dass ich eine Frau bin, der das passieren könnte.“

Statistische Erhebungen zeigen, dass jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Opfer physischer und/oder sexualisierter Gewalt wird. Oft werden die Taten im häuslichen Umfeld begangen.

Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt hat damit ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt. „Vor allem wollen wir Menschen sensibilisieren. Keiner sollte wegschauen“, sagte Wunstorfs Gleichstellungsbeauftragte Marija Vorona. Es ginge darum, den Menschen die vielfältigen Geschichten von Frauen, die seelische oder körperliche Gewalt erleben, nahezubringen und für das Thema zu sensibilisieren: Wie würde man reagieren, wenn man z. B. als Nachbar selbst Zeuge von häuslicher Gewalt werde?

Orange Day 2020 Wunstorf
Orange Day in Wunstorf | Foto: Daniel Schneider

Den Coronamaßnahmen geschuldet, handelte es sich um ein kurzfristiges Gedenken im Freien – eine eigentlich geplante Videoinstallation konnte nicht realisiert werden: Mit Einbruch der Dunkelheit verschwanden Würfel und Kerzen wieder.

6 Kommentare

  1. Nicht mehr als Naivität und zweckoptimistisches Denken, dass es künftig nicht mehr notwendig sein wird, in unserer vergleichsweise kleinen Stadt am #Orange Day an die Mädchen und Frauen erinnern zu müssen, die Opfer von Missbrauch aller Arten werden.

    Diese Taten machen nicht vor den Toren Wunstorfs Halt!
    Schrecklich, doch leider erschütternde Tatsache.

  2. Die Strafen, für solch Mistkerle, sind halt im D-Staat zu schwach!!! Genauso schwach & lächerlich, wenn es um ein Kind geht; Frauen & Kinder, sind bei solch fiesen Attacken die Schwächsten!!! Meine Strafe für solche abartigen Kerle: Zwangskastrieren, oder Draht um den Dödel & daran aufhängen & hängen lassen!!! Den Rest, erledigt die Natur

    1. @ Rocky

      Vermutlich nicht nur ich werde Ihrer in- hier durchaus angebracht!- deftiger Wortwahl ausgedrückten Meinung zustimmen- hoffe ich.

      Allerdings befürchte ich, dass die durch die redaktionseigene Zensur (Netiquette) der #Wunstorfer Auepost nicht allzu lange online bleiben könnte.

    2. Ich glaube Du verwechselst da was: seelische und körperliche Gewalt haben oft nicht viel mit sexueller Gewalt zu tun – sind aber weitaus häufiger anzutreffen als sexuelle Gewalt.
      Nur helfen Zwangskastrierung und ihre anderen Gewaltphantasien nicht gegen körperliche und seelische Gewalt, denn jemand, der aggressiv und gewalttätig ist, wird es auch nach den von Ihnen vorgeschlagenen und verherrlichten Maßnahmen weiterhin sein, da das Problem bei diesen Menschen woanders liegt und es nicht unbedingt sexuell begründet ist.
      Männer die Gewalttätig sind und zu körperlicher und seelischer Gewalt ihrem Umfeld gegenüber neigen, haben unbestreitbar ein Problem, aber das müssen sie erstmal einsehen und sich in Behandlung begeben. Nur dazu müssen die betroffenen Frauen auch erstmal den Mut haben, diese Männer zu verlassen und anzuzeigen – was den Druck auf diese Männer erhöht etwas gegen ihr Aggressivitäts- und Gewaltproblem zu unternehmen.
      Und um diesen Frauen den Rücken zu stärken, ist die Gesellschaft gefragt, mit konkreten Hilfeangeboten, die sie dabei unterstützen, von diesen Männern wegzukommen und der Gewaltspirale zu entfliehen.
      Allerdings sind hier auch Freunde, Verwandte und Nachbarn gefragt, die NICHT wegsehen und weghören, sondern einschreiten und Hilfe anbieten, wenn es Anzeichen gibt, dass diese benötigt wird.
      Aber einige beschränken sich halt lieber darauf große Reden zu schwingen

      1. Gut geschrieben #Marc- mit guten und den von Gewalt- unabhängig von deren Art- betroffenen Frauen- jede Einzelne ist eine zuviel!- vielleicht- ganz vielleicht hilfreich.

        Widerspruch aber bezüglich dessen dass die gewalttätigen Männer sich in Anbetracht ihrer Probleme in Behandlung begeben:
        Zwingende Voraussetzung dazu ist das vorhandenes Problembewusstsein.
        Und das geht den “Herren” gänzlich ab.

        Im sich-raus-Reden sind die “Meister des Fachs”.
        In deren Augen- und leider nicht ausschließlich in deren- sind die Frauen selbst schuld für die gewalttätigen Übergriffe, die ihnen angetan werden.

  3. Diese Bewegung hier bei uns zu haben, ist ja wunderbar. Wie schön wäre es doch, wenn derartige Veranstaltungen in dieser Stadt vorab in den lokalen Medien angekündigt würden. Mehr Menschen würden sich anschließen.
    Die Fallzahlen liegen leider höher, verkündete der weiße Ring in diesem Jahr.
    Aber warum verschwand die Aktion wieder mit Einbruch der Dunkelheit? Wäre sie doch ein passendes Symbol für die seelischen Zustände vieler Betroffener gewesen und hätte man ihnen sinnbildlich mit den Kerzen etwas Licht darin schenken können.

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