Stadtgespräch

Sars-CoV-2

Wunstorfer wappnen sich gegen Coronavirus

Das neuartige Coronavirus verbreitet sich nun auch in Europa, ohne dass die Infektionswege noch im Einzelnen nachvollzogen werden können. Auch wenn in Deutschland bisher noch kein größerer Ausbruch stattgefunden hat, bereiten sich viele Wunstorfer offenbar für einen solchen Fall vor.

Coronavirus-Info an einer Arztpraxis
Hinweis für Verdachtsfälle an einer Wunstorfer Arztpraxis | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Das Importrisiko für Sars-CoV-2 nach Deutschland wurde bislang als gering eingeschätzt. Das ändert sich gerade nach den steigenden Fallzahlen in Europa, doch die bisherige Eindämmungsstrategie wird weiter angewandt: Auftretende Cluster werden identifiziert, Infizierte isoliert und der Infektionsweg zu unterbrechen versucht. Auch in Wunstorf wurden Vorbereitungen getroffen.

Lieferengpässe

Manche Arztpraxis in der Stadt hängte schon vor zwei Wochen Informationen an die Eingangstüren, um mögliche Verdachtsfälle schnell von den übrigen Patienten im Wartezimmer separieren zu können – als das Virus noch in weiter Ferne schien. Zu diesem Zeitpunkt waren in manchen Apotheken sogar schon die letzten erhältlichen Atemschutzmasken über die Theke gegangen.

Die Apotheken erlebten aber spätestens am Montag einen wahren Ansturm, nachdem am vergangenen Wochenende der starke Ausbruch von COVID-19 mit anschließender Abriegelung von Ortschaften in Italien bekannt geworden war. Allein die Alte Apotheke zählte am Montag etwa 100 Kunden, die explizit nach Atemschutzmasken fragten. Die Nachfrage konnte noch knapp befriedigt werden, nun heißt es aber auch dort: ausverkauft. Dabei ist der Sinn von Atemschutzmasken gegen Coronaviren im Alltag eigentlich äußerst fraglich.

1.000 Fieberthermometer auf einmal

Apotheken können derzeit auch keinen neuen Mundschutz nachbestellen. Das liegt jedoch nicht nur an der hohen Nachfrage der Kunden, sondern an den nun einsetzenden Lieferengpässen aus China – denn von dort werden die meisten Waren bezogen, was sich jetzt als problematisch herausstellt, da das Land große Kontingente selbst benötigt. Reserven gelangen nicht mehr in den regulären Warenkreislauf. Onlineapotheken können aus demselben Grund momentan nicht mehr liefern, bei den großen Anbietern sind die entsprechenden Produkte aktuell ebenso ausverkauft. Stark nachgefragt war in den Wunstorfer Apotheken darüber hinaus auch Händedesinfektionsmittel.

Nachgefragt wird jedoch nicht nur für den Eigenbedarf, auch der Handel mit rarer Ware nimmt bereits Fahrt auf: Kuriosester Wunsch in einer Wunstorfer Apotheke in den vergangenen Tagen war der eines Chinesen, der versuchte, 1.000 Fieberthermometer zu kaufen, um sie mit nach China zu nehmen. Apotheken können jedoch nur einen Bruchteil der Menge bestellen.

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Auepost Redaktion

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2 Kommentare

  1. Ich werde mir wahrscheinlich nicht nur Freunde mit meiner Meinung machen, dass mir die Richtunge Panik gehenden Berichte in sämtlichen Medien über das für uns neue Virus arg übertrieben erscheinen.

    Das Risiko an der rechten Grippe zu erkranken, ist -insbesondere für chronisch Vorerkrankte- genauso gegeben und darum wird bei Weitem nicht ein derartiger “Aufriss” veranstaltet wie rund um Corona.

  2. Da haben wirs. Es mangelt natürlich mal wieder an der Hygiene, die an und für sich selbstverständlich sein sollte. Neben der Hygiene sollten auch alle Grossveranstaltungen abgesagt werden, auch wenn das richtig Geld kosten würde. Natürlich soll man keine Panik machen. Kaum einer weiss, dass in Deutschland jedes Jahr bis zu 20.000 Menschen an der Grippe sterben. Auch sollte man eine Deutsche Tugend für immer ablehnen: Nämlich das unseelige Handschütteltn bei einer Begrüssung.
    Ansonsten gilt: Ruhe bewahren und Medien abschalten. Den niemand macht mehr Panik als die Medien, die ja sonst nicht nennenswertes zu berichten haben.

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