Neue Feldköche bei den Johannitern

Zwischen Gängemenü und Massenversorgung

Verpflegungseinheiten der Johanniter können auch unter widrigen Bedingungen in Windeseile Mahlzeiten für Hunderte Personen zaubern. Wie das optimal gelingt, lernten dreizehn angehende Feldköche jüngst in Wunstorf.

Feldkochausbildung
Geschmacks­pro­be | Foto: Johan­ni­ter

Wunstorf (red). Im Auf­trag der Johan­ni­ter-Aka­de­mie Bil­dungs­in­sti­tut Niedersachsen/Bremen schul­ten die Pro­fis aus dem Orts­ver­band Wunstorf-Stein­hu­der Meer Teil­neh­mer aus diver­sen Johan­ni­ter-Orts­ver­bän­den aus Nord­deutsch­land. Aus Kiel, Sta­de, Ron­nen­berg und von der Feu­er­wehr Hil­des­heim waren Teil­neh­mer ange­reist, aber auch aus dem Wunstor­fer Orts­ver­band waren Teil­neh­mer dabei.

Nach einem theo­re­ti­schen Unter­richts­block, bei dem unter ande­rem Hygie­ne, Berufs­be­klei­dung, Qua­li­täts­an­for­de­run­gen, Waren­kun­de, Schnitt­tech­ni­ken und Unfall­ver­hü­tung auf dem Plan stan­den, erfolg­te der Ein­satz­be­fehl an die Teil­neh­mer­grup­pe: Wählt den Küchen­chef, teilt die Pos­ten ein und stellt aus dem vor­han­de­nen Waren­korb ein Drei-Gän­ge-Menü für 50 gela­de­ne Gäs­te her.

Realistische Bedingungen

Wir haben für rea­lis­ti­sche Bedin­gun­gen gesorgt und die Teil­neh­mer kurz­fris­tig zur Bewir­tung einer Ver­an­stal­tung her­aus­ge­for­dert“, sagt Mit­or­ga­ni­sa­tor Timo Brü­ning, Lei­ter des Ehren­am­tes im Orts­ver­band Wunstorf-Stein­hu­der Meer.

Nur kurz war Zeit zum „Ver­dau­en“, dann nah­men die Teil­neh­mer die Her­aus­for­de­rung an. Mit gro­ßem Ehr­geiz wur­den die Auf­ga­ben bewäl­tigt. Alles soll­te stim­men: die Deko­ra­ti­on des Rau­mes, das Ein­de­cken der Plät­ze und auch die Geträn­ke. Was die Teil­neh­mer nicht ahn­ten: Bereits im Vor­feld hat­ten die Wunstor­fer Johan­ni­ter Hel­fe­rin­nen und Hel­fer aus dem Orts­ver­band zum Test­essen ein­ge­la­den. Sie freu­ten sich auf das lecke­re Mahl ihrer Kol­le­gen. Ihrer Kri­tik soll­ten sich die Nach­wuchs­kö­che nun stel­len.

Auf das Kom­man­do des gewähl­ten Küchen­chefs gab es dann Kür­bis-Rahm­sup­pe mit Crou­tons und Lauch­zwie­beln als Vor­spei­se. Es folg­ten als Haupt­gang See­lachs­fi­let in Mai­län­der Panie­rung mit geba­cke­nen Geflü­gel­sticks in Pan­ko paniert an Rata­touille und Kar­tof­fel-Toma­ten-Gra­tin. Den Abschluss bil­de­te eine Man­del-Grieß­creme an Wald­bee­ren­frucht­sauce mit Obst­sa­lat und dunk­ler Crum­ble vom Bit­ter­scho­ko­la­den­keks. Die Nach­wuchs­kö­che stell­ten die­ses Menü aus­schließ­lich in der Feld­kü­che her. Aus­bil­der und Küchen­meis­ter Micha­el Scholz lob­te schließ­lich die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer für das aus­ge­zeich­ne­te Essen.

Teilnehmer erschöpft, aber zufrieden

Für die Teil­neh­mer stand dann noch die „Null­stel­lung“ der Küche auf dem Pro­gramm. Feld­kü­che und Mate­ri­al wur­den gesäu­bert und für die nächs­te Nut­zung vor­be­rei­tet. Denn Sau­ber­keit und Hygie­ne ist das obers­te Gebot, auch in der Feld­kü­che. Mit deren Beson­der­hei­ten hat­te vor dem „Groß­ein­satz“ der Wunstor­fer Grup­pen­füh­rer Tech­nik und Sicher­heit, Miche­le Sci­ac­ca, umfas­send ver­traut gemacht und einen Ein­blick in Gas­prü­fung und Leck­su­che, Brand­schutz und Brand­be­kämp­fung gege­ben. Dar­über hin­aus unter­wies er die Lehr­lin­ge im fach­ge­rech­ten Auf­bau.

Wis­sen über Waren­kun­de, Schnitt- und Gar­tech­ni­ken mit Ein­bli­cken in die Nähr­stoff- und Lebens­mit­tel­kun­de sowie Ablauf­pla­nun­gen in einer Küche wur­den in prak­ti­schen Bei­spie­len ver­mit­telt. Dar­über hin­aus schul­te Micha­el Scholz Men­gen­be­rech­nung, Ein­kauf und Beschaf­fung für grö­ße­re Grup­pen. Ein klei­ner Ein­blick in die Diä­te­tik been­de­te den Lehr­gang.

Mit vie­len neu­en Erfah­run­gen, einer Rezept­samm­lung und Zer­ti­fi­ka­ten zum bestan­de­nen Feld­koch­lehr­gang reis­ten die Teil­neh­mer erschöpft aber zufrie­den aus der Auestadt in die Hei­mat­ver­bän­de ab. Ganz sicher in der Annah­me, das Wis­sen schon bald in kom­men­den Ein­sät­zen anwen­den zu kön­nen.

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1 Kommentar
  1. Grit Decker sagt

    Bei dem hier beschrie­be­nen 3‑Gän­ge-Menü läuft mir förm­lich „der Sab­ber“.

    Ich will nicht bezwei­feln, dass hier durch­aus Kunst zu nen­nen­de Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten zu Tage getre­ten sind und die­se Lob und Aner­ken­nung ver­die­nen ‑was denn ja umge­hend aus­ge­spro­chen wur­de.

    Was ich mir hin­ge­gen aus­ge­spro­chen schwer­lich vor­stel­len kann, ist, dass es in Kri­sen-Ein­sät­zen mög­lich sein soll, einen der­ar­ti­gen Gau­men­schmeich­ler zu zau­bern.

    Da wird wohl eher „schnell und ein­ach“ ‑nicht zwin­gend weni­ger wohl­schme­ckend!- auf der Lis­te der Erfor­der­nis­se ste­hen.
    Doch das wer­den die Köche und Köchin­nen bestimmt genau­so gut „auf die Rei­he krie­gen“…

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