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Althusmann: Viermal „Grün“ für Wunstorf

Ampel an der Sölter-Kreuzung ab Juli 2021

Schon im Sommer nächsten Jahres soll der Bahnübergang an der „Sölterkreuzung“ ausgebaut sein, damit es nicht zum Verkehrschaos kommt, wenn Salzwassertransporte nach Sigmundshall durchgeführt werden. Auch für den Kolenfelder Kindergarten und Hafen gibt es anlässlich des Besuchs des niedersächsischen Wirtschaftsministers in Wunstorf gute Neuigkeiten.

Bernd Althusmann
Viel Sonne, wenig Schatten, viel Neues, keine Schutzmasken: Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) brachte gute Nachrichten mit an den Kanal – zur Freude von Wiebke Osigus (SPD), Sebastian Lechner (CDU), Erstem Stadtrat Carsten Piellusch und Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt | Foto: Achim Süß

Wunstorf (as). Positive Nachrichten im Minutentakt hatte Bernd Althusmann heute Nachmittag für die Stadt Wunstorf auf Lager: Das Land unterstützt den Bau eines Kanal-Schienen-Straße-Knotens am Kolenfelder Hafen, die Tempo 30-Zone am Kolenfelder Kindergarten kommt, die Landesregierung befürwortet die Schaffung eines Airbus-Wartungszentrums auf dem Fliegerhorst und – nicht zuletzt – an der Neustädter Straße wird an der Kreuzung mit der Kleinbahn eine hochmoderne Ampelanlage installiert.

Der Wirtschaftsminister hatte sich zwei Stunden Zeit genommen, um zunächst in der Abtei mit Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt und engen Mitarbeitern „aktuelle Verkehrsfragen“ zu erörtern. Mit dabei waren Althusmanns Parteifreund Sebastian Lechner aus Neustadt, der für die CDU im Landtag sitzt, sowie Wiebke Osigus, die SPD-Landtagsabgeordnete aus Neustadt. Beide lobten den Einsatz des Ministers und das ungewöhnlich konstruktive und ergiebige Gespräch.

Minister lernt den Wunstorfer Verkehr kennen

Nach einer kurzen Inaugenscheinnahme der Sölterkreuzung (Althusmann: „Ich habe Wunstorfs Ampeln kennen- und schätzen gelernt“) ging es weiter zu einer Pressekonferenz im Stehen und auf Abstand am Kolenfelder Hafen. Dort soll ein sogenannter trimodaler Güterverkehrsanschluss entstehen: ein großer Umschlagplatz für Güter von der Bahn auf die Straße, aufs Kanalschiff und umgekehrt. „Vielleicht in 20 Jahren“, schätzt Eberhardt. Mehr als 20 Millionen Euro soll der Knoten kosten, und Wunstorf hofft auf Geld vom Land.

Rolf-Axel Eberhardt
Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt sei ein sehr hartnäckiger Mann, lobte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann gestern Nachmittag. Das zahle sich jetzt aus. Eberhardt selbst sprach von einem sehr konstruktiven, positiven Termin. | Foto: Achim Süß

Althusmann zeigte sich vom Projekt beeindruckt und kündigte die Unterstützung des Landes an. Das sei ein „gutes Signal“ für die Region Wunstorf, die damit ihre Qualität als Logistikstandort verbessern könne. Verbessert wird nach seinen Worten auch die Verkehrssicherheit vor dem Kolenfelder Kindergarten. Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone werde sein Ministerium wohlwollend prüfen. Althusmann: „Wir finden eine Regelung im Sinne der Gemeinde!“

Im Sinne der Kommune sei auch die Ansiedlung einer großen Wartungswerft für den Airbus der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst. Die Wichtigkeit des Projekts, das er nachdrücklich unterstütze, gehe aber über die Region und Niedersachsen weit hinaus. Er komme mit dem klaren Signal: Wunstorf sei als Standort prädestiniert. Die Anlage sei für Airbus von „sehr hoher Relevanz“ und habe europaweite Bedeutung. Das Verteidigungsministerium sei am Zug, betonten Althusmann und Eberhardt. Die Entscheidung sei überfällig.

Ampelanlage am Bahnübergang kommt

„Sicher“, so der Minister, werde in Kürze an der Sölter-Kreuzung eine Ampelanlage installiert. Damit soll die Sicherheit am Bahnübergang – jetzt noch unbeschrankt und nur mit Andreaskreuz/Rotlicht – erhöht und der innerstädtische Verkehr besser gelenkt werden. Eberhardt gab bekannt, dass die Planungen und Genehmigungsverfahren jetzt mit Hochdruck vorangetrieben werden. Etwa Ostern nächsten Jahres, so der Bürgermeister, werde zunächst eine Halbschrankenanlage eingebaut. Im Juli sollen alle Umbauarbeiten und Neuinstallationen fertig sein.

Bernd Althusmann
Wirtschaftminister Bernd Althusmann (CDU) hatte gute Nachrichten für Wunstorf: „Wir haben viermal grünes Licht.“ | Foto: Achim Süß

Beim Einbau der Schranken müsse die Neustädter Straße zwei Tage lang gesperrt werden. Das sei nicht zu vermeiden, erklärte Eberhardt. Ziel des Umbau-Projekts sei, die Belastungen wegen der bevorstehenden zusätzlichen Fahrten der Kleinbahn zum Kali-Schacht zu mindern. „Zwölf Züge täglich“ mit Kesselwagen voller Salzlauge sollen über die Kreuzung rollen, so Eberhardt. Und ab Juli 2021 werde alles so eingerichtet sein, „dass man das am besten gar nicht merkt.“

5 Kommentare

  1. Weiter so!! Macht die Natur noch mehr kaputt. Auch wenn ich den Ausbau am Kanal in Kolenfeld aller wahrscheinlichkeit in ca. 20 Jahren nicht mehr erleben werde, sollte man auch an die Nachwelt denken. Warum aufeinmal einen Ausbau. Ist dafür wirklich Bedarf? Ich glaube nicht!
    Für den Ausbau der Sölterkrezung würde ich mir wünschen, dass die Firma Kali und Salz die Kosten in voller Höhe übernimmt, denn schliesslich profitieren sie am meisten. Für uns als Bürger wird es wahrscheinlich noch längere Wartezeiten und mehr Verkehr geben. Es läuft anscheinend alles darauf hinaus, dass das Leben in dieser wunderschönen Stadt nicht mehr so erstrebenswert ist, wie man uns glauben machen will.

  2. Ich denke die Firma k+s wird nix bezahlen ! Die wunstorfer werden nur darunter leiden ich sehe mich schon mit meinem rollator vor geschlossenen Schranken stehen wenn der Zug alles blockiert

  3. Wie bei allem, erst einmal jammern und alle möglichen negativen Szenarien herauf beschwören, Übertreibungen einschließlich. Wenn das mit der Schränke hinhaut und die ampelkreuzung eine neue Anlage erhält, liegt die querung durch die bbahn bei etwa 2 Minuten. Daraus zu schließen, daß der Verkehr in Wunstorf zusammen bricht, ist schon sehr verwegen. So weit mir bekannt will K + S sich an den Kosten beteiligen.
    Interessanter ist die Entwicklung des Gewerbegebiet es. Hier sehe ich ernster Probleme in der autobahnabfahrt luthe, wo der Verkehr nicht zügig auf die B 441 abfließen kann und sich bis auf die Autobahn zurück staut. Ich hatte dem Bürgermeister mal vorgeschlagen sich mit den zuständigen Stellen in Verbindung zu setzen. Erforderlich wäre dort in der Abfahrt eine Rechtsabbiegerspur. So könnte an der Ampel ein grüner Pfeil installiert werden der die frei gibt, wenn die linksabbieger der B 441 auf die A 2 abbiegen. Das würde den Verkehr in der Abfahrt deutlich entlasten und es gäbe zusätzlichen Stauraum für die in der Abfahrt wartenden Fzg..

    1. Da Stimme ich ihnen voll zu Aber dieses Problem bekommen selbst die Hannoveraner nicht in den Griff a2 Abfahrt 44 vahrenwalderstrasse Fahrtrichtung Berlin ist jeden morgen eine min. 600 m lange Schlange auf dem standstreifen da bin ich mal gespannt ob hier in Wunstorf was passiert

  4. Was hat Althusmann gesagt?
    >>(Althusmann: „Ich habe Wunstorfs Ampeln kennen- und schätzen gelernt“)<<
    Das kann doch nur ironisch gemeint sein :-))
    Der bekannte Satiriker Dietmar Wischmeyer hat vor ein paar Jahren mal einen 10-minütigen Sketch gemacht in dem es über Wunstorfs Verkehrssituation, speziell um die Ampeln ging.
    https://www.youtube.com/watch?v=D1c6jWR-EoI

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