Verkehrsgutachten gibt Entwarnung für Wunstorf

Gutachten: Amazon-Verteilzentrum bringt kein Verkehrschaos

Die Realisierung des Amazon-Paketzentrums im Wunstorfer Industriegebiet rückt einen großen Schritt näher: Ein Gutachten stellt nun fest, dass der Betrieb nicht zum befürchteten Verkehrschaos führen würde.

Lagerhaus an der Adolf-Oesterheld-Straße
Ins leer­ste­hen­de Ex-Lidl­la­ger möch­te Ama­zon | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (red). Der Inter­net­händ­ler Ama­zon hat­te vor Kur­zem Wunstorf damit über­rascht, im ehe­ma­li­gen Lidl-Logis­tik­la­ger ein Ver­teil­zen­trum für sei­ne Paket­aus­lie­fer­flot­te errich­ten zu wol­len. An der Adolf-Oes­ter­held-Stra­ße soll ein Ver­teil­zen­trum für die soge­nann­te „letz­te Mei­le“ zum Kun­den ent­ste­hen. Für die­se Nut­zungs­än­de­rung ist jedoch eine Bau­ge­neh­mi­gung erfor­der­lich – und die wie­der­um hängt maß­geb­lich davon ab, wie sich die zusätz­li­che Ver­kehrs­be­las­tung für die Stadt aus­wirkt. Ein in Auf­trag gege­be­nes Ver­kehrs­gut­ach­ten kommt nun jedoch zum Ergeb­nis, dass selbst zu Spit­zen­zei­ten kei­ne gra­vie­ren­den Nach­tei­le ent­ste­hen.

Amazonverkehr neben dem Berufsverkehr

Als Grund­la­ge für die Ver­kehrs­pro­gno­se wur­den an den umlie­gen­den Kreu­zun­gen Ver­kehrs­zäh­lun­gen durch­ge­führt. Es zeig­te sich, dass die ver­kehrs­reichs­ten Stun­den des Aus­lie­fe­rungs­la­gers außer­halb der Haupt­ver­kehrs­zei­ten lie­gen, da Ama­zon sei­ne Aus­lie­fe­run­gen in der Zeit zwi­schen 9 Uhr und 13 Uhr abwi­ckelt und die­ser Zeit­raum außer­halb des Berufs­ver­keh­res liegt. Die Rück­kehr der Paket­au­tos wür­de über­wie­gend ab 19 Uhr, nach dem Fei­er­abend­ver­kehr, erfol­gen. Die Anlie­fe­rung der Ware mit LKWs zum Zen­trum fän­de wie­der­um nachts statt. Der Groß­teil der Fahr­ten wür­de dann über die A 2 sowie die B 441 Rich­tung Han­no­ver abge­wi­ckelt wer­den.

Eine Ver­schlech­te­rung der Ver­kehrs­si­tua­ti­on in den Spit­zen­zei­ten tritt nicht ein“aus dem der Stadt vor­lie­gen­den Ver­kehrs­gut­ach­ten

In der meis­ten Zeit ist täg­lich mit ca. 500 Lie­fer­fahr­zeu­gen der Vito-Klas­se zu rech­nen. Ein grö­ße­res Ver­kehrs­auf­kom­men wird ledig­lich in der Weih­nachts­zeit statt­fin­den: An Spit­zen­ta­gen kurz vor Weih­nach­ten ist mit ca. 900 Lie­fer­fahr­zeu­gen fast die dop­pel­te Belas­tung erreicht. Wäh­rend regu­lär etwa 200 Mit­ar­bei­ter im Ver­teil­zen­trum beschäf­tigt sein wer­den, wird deren Zahl eben­falls in der Weih­nachts­zeit durch Sai­son­kräf­te ver­stärkt.

Gutachten hat keine Bedenken

Das Ver­kehrs­gut­ach­ten stellt daher in der Zusam­men­fas­sung fest: „Unter Berück­sich­ti­gung des Spit­zen­ver­kehrs­auf­kom­mens ist die Anbin­dung des Grund­stücks sowie die Ver­kehrs­ab­wick­lung an den nach­fol­gen­den Kno­ten wei­ter­hin als leis­tungs­fä­hig anzu­se­hen. Dies ist dar­in begrün­det, dass der Schwer­punkt der Ver­kehrs­zu­nah­me in der­zeit ver­kehrs­ar­men Zei­ten liegt. Eine Ver­schlech­te­rung der Ver­kehrs­si­tua­ti­on in den Spit­zen­zei­ten tritt nicht ein.“

Um auch auf län­ge­re Sicht einen guten Ver­kehrs­ab­lauf auf­recht­zu­er­hal­ten, emp­fiehlt der Gut­ach­ter aus Grün­den der Ver­kehrs­si­cher­heit, über Ver­bes­se­run­gen an der Ein­mün­dung der Nord­ram­pe der B 441 in die Adolf-Oes­ter­held-Stra­ße nach­zu­den­ken. Dies wür­de z. B. die Errich­tung einer Ampel bedeu­ten. Ama­zon hat­te bereits signa­li­siert, sich an den Kos­ten für sol­che Maß­nah­men zu betei­li­gen.

Wie es weitergeht

Mit dem Ver­kehrs­gut­ach­ten ist zwar eine wich­ti­ge Fra­ge aus dem Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren beant­wor­tet, jedoch wird es bis zu einer end­gül­ti­gen Ent­schei­dung noch andau­ern. Unab­hän­gig davon ist Ama­zon dazu berech­tigt, bereits geneh­mi­gungs­freie Bau­tä­tig­kei­ten in dem ange­mie­te­ten Gebäu­de vor­zu­neh­men.

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13 Kommentare
  1. Michael Schöner sagt

    Also wenn man bei Ama­zon „Ver­kehrs­cha­os“ in die Suche ein­gibt, bekommt man 43 Ergeb­nis­se. Schät­ze mal, auch Ver­kehrs­cha­os ist durch das Ama­zon-Ver­teil­zen­trum pro­blem­los zu erhal­ten. Hat das denn nie­mand geprüft?

  2. Annette Hartmann-Lange sagt
  3. Nelly Gandy sagt
  4. Dennis Mauer sagt

    Ich wuss­te, dass es zu wenig sind…

  5. Gaby Nölle sagt

    Vor­her war doch der lidl lager und es gab such kein cha­os.. wenn der neue auto­kon­zern dort hin­ten fer­tig ist.kommt bestimmt noch ein krei­sel oder Ampel hin?

  6. Christian Hübner sagt

    Wenn man genug Geld hat, wie Ama­zon, dann sind auch sol­che Gut­ach­ten plötz­lich kein Pro­blem mehr. War nie anders.… Und wird nie anders sein..

  7. Nicole Herbort sagt

    Zitat: „da Ama­zon sei­ne Aus­lie­fe­run­gen in der Zeit zwi­schen 9 Uhr und 13 Uhr abwi­ckelt und die­ser Zeit­raum außer­halb des Berufs­ver­keh­res liegt. Die Rück­kehr der Paket­au­tos wür­de über­wie­gend ab 19 Uhr, nach dem Fei­er­abend­ver­kehr, erfol­gen.“

    Was machen die Fah­rer zwi­schen 13 und 19 Uhr, wo sind die dann? Ich wuss­te es gibt einen Neben­di­men­si­on!

  8. Timo Janke sagt

    Ach ja, die Stra­ßen sind ja nicht such so schon voll genug.
    Und noch mehr Ampeln, die alles noch mehr ver­stop­fen. Zudem durchs Anhal­ten und wie­der anfah­ren auch mehr aus­ge­sto­ßen wird, ich dach­te es sind alle aufn Öko­trip? Aber Haupt­sa­che wir sol­len alle Elek­tro­au­tos fah­ren…

  9. Frank Dahnke sagt

    War doch klar… #mimimi­mo­du­son #wieim­mer

  10. Sabrina Reh sagt

    Weil wir in Wunstorf ja auch zu wenig Ampeln haben, nech?

  11. Micha Herr-Forder sagt
  12. Elvis Ruiz Castanedo sagt

    Wunstorf braucht nicht mehr Ampeln son­dern weni­ger.… Aber dafür viel mehr ver­kehrs­krei­sel… Und die­se Staus sind weni­ger ner­vend.. Ken­ne ich aus San­tan­der, Kantabri­en (Nord­spa­ni­en)

  13. Monika Schuetz sagt

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