Sonniger Sonntag

High Life in Wunstorfs City

Am Wochenende schienen sich Fußgängerzone mit verkaufsoffenem Sonntag und Streetfoodmarkt sowie das Wirtschaftswochenende gegenseitig die Besucher zuzuschieben. Wäre das ein Modell für die Zukunft?

Fußgängerzone
Volle Fußgängerzone am verkaufsoffenen Sonntag | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Es passiert selten, dass in Wunstorf derart viele Veranstaltungen gleichzeitig auf ein Wochenende fallen. Freitagswochenmarkt, Nachtflohmarkt, Wunstorfer Wirtschaftswochenende, Streetfoodmarkt und verkaufsoffenes Wochenende wären schon für sich genommen Publikumsmagneten gewesen, aber nun fand alles an einem Wochenende statt. Während beim Wirtschaftswochenende von 20.000 Besuchern die Rede war, schoben sich zwischen Freitag und Sonntag gefühlt noch einmal genauso viele Menschen durch die Fußgängerzone – die Innenstadt platzte aus allen Nähten.

Terminkollision

Warum die Werbegemeinschaft den verkaufsoffenen Sonntag ausgerechnet parallel zum Wirtschaftswochenende abhalten und auch noch den Foodmarkt auf den Marktplatz holen musste, war die Frage, die im Raum stand – und auch einige Händler in der Innenstadt selbst waren im Vorfeld äußerst skeptisch gewesen, ob das gutgehen würde – und überhaupt genügend Kundschaft in die Lange Straße käme, wenn zur selben Zeit auf dem Schützenplatz die Wirtschaftsmesse stattfindet. Die Entscheidung lag letzten Endes jedoch gar nicht in den Händen der Werbegemeinschaft: Ein anderer Termin wäre von der Stadt offenbar gar nicht genehmigt worden, ein Ausweichen vor dem „WuWiWo“ nicht möglich gewesen, obwohl das Wirtschaftswochenende dieses Jahr ein paar Tage früher stattfand.

Rappelvoll

Flohmarkt Fußgängerzone
Eine volle Fußgängerzone am 29. März beim Nachtflohmarkt | Foto: Daniel Schneider

Doch die Kombination „Wuwiwo“ und verkaufsoffene Fußgängerzone funktionierte ausgesprochen gut – die Besucherströme schienen sich gleichmäßig in beide Richtungen durch die Lange Straße zu bewegen. Wer zentrumsnah parkte für einen Messebesuch, machte gleichzeitig einen Bummel in der Fußgängerzone und fand viele Möglichkeiten vor, und wer beim Streetfood vorbeischaute, machte vielleicht auch noch einen Abstecher zur Messe, wenn er schon mal da war. Die Achse „Schützenplatz – Lange Straße – Stadtkirche“ funktionierte.

Womöglich wäre eine derartige Kombination unterschiedlicher Großveranstaltungen, bei der sich die Besucherströme auf einen oder mehrere Tage in Wunstorf konzentrieren, daher tatsächlich ein gangbarer Weg für die Zukunft. Thorsten Schäker und Michael Schaer von der Werbegemeinschaft bewerteten das Wochenende jedenfalls positiv.

Streetfoodmarkt

2. Streetfood-Markt in Wunstorf
Streetfoodmarkt am 31. März auf dem Wunstorfer Marktplatz | Foto: Daniel Schneider

Der Sonntag war dabei in beiden Fällen der eindeutig stärkere Tag, sowohl auf dem Wirtschaftswochenende als auch in der Fußgängerzone. Am Samstag schwächelte vor allem der Foodmarkt etwas und zog offenbar nicht so viele Besucher an wie beim letzten Mal vor zwei Jahren, was der Sonntag aber wieder wettmachte. Alte Bekannte waren wieder darunter, aber es gab auch diverse Änderungen am Angebot, z. B. arabisches statt indianisches Essen. Die noch vor zwei Jahren inflationär vertretenen Süßkartoffelpommes waren schon wieder aus aus Mode. Stattdessen waren z. B. geräucherte Kartoffeln zum Probieren angeboten.

Die Parkplatzsituation war ausgereizt

Räucherkartoffel
Nicht süß, aber pikant: Räucherkartoffeln auf dem Streetfoodmarkt | Foto: Daniel Schneider

Es war allerdings auch etwas Glück im Spiel, denn dass der Verkehr wegen der Parkplatzsucherei nicht kollabierte, lag wohl nur daran, dass das Wetter mitspielte – und die Schützenplatzwiese in diesem Jahr vollständig als Parkplatz nutzbar war. Sonst hätten mit Sicherheit noch mehr Messebesucher auf den zu Park-and-ride-Parkplätzen deklarierten Stationen wie dem Nordwallparkplatz gestanden, der bereits die Streetfood-Freunde und Sonntagseinkaufsbummler aufnehmen musste. So aber war Parken rund um die Fußgängerzone durchaus noch möglich, auch wenn man mitunter lange nach einer Lücke suchen musste.

INFO: Verkaufsoffener Sonntag
In Niedersachsen dürfen Gemeinden viermal pro Jahr verkaufsoffene Sonntage genehmigen und damit eine Ausnahme vom Sonn- und Feiertagsverkaufsverbot ermöglichen. Für maximal 5 Stunden erlaubt das niedersächsische Ladenschlussgesetz (NLöffVZG) die Sonntagsöffnung, sie wird normalerweise auf Antrag von Einzelhändlervereinigungen (in Wunstorf der Werbegemeinschaft) gestattet, seltener einzelnen Geschäften. In Kur- und Erholungsorten gelten weitere Ausnahmen: hier dürfen z. B. Supermärkte und Boutiquen fast das gesamte Jahr über auch am Sonntag für maximal 8 Stunden öffnen. In Steinhude und Bad Nenndorf nutzen Supermärkte diese Möglichkeit.
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7 Kommentare
  1. Stefanie Fuhrmann-von Kalben meint

    Ich hoffe nicht,denn zwei so starke Events haben auch jeweils einen eigenen Tag verdient.Ausserdem wurde die Südstrasse in den Streetfood Market gar nicht mit eingebunden.Ich hoffe auf das nächste Jahr

  2. Ingolf Lange meint

    Ich fand es gut

  3. Grit Decker meint

    Zugegeben:
    Die Entscheidung, beide „Events“ parallel stattfinden zu lassen, fand ich vor allem aus organisatorischen Gründen ziemlich „panne“.
    Doch der Erfolg des gemeinsamen Stattfinden hat mich eines Besseren belehrt.

    Da dürfen sich die Veranstaltenden freuen, dass BEIDES -das WuWiWo UND der Frühjahrsmarkt (insbesondere der verkaufsoffene Sonntag)- von den Besuchern so gut angenommen wurden; und das Wetter mitspielte.

    Ob sich diese „Doppel-Spitzen“ künftig ebenso zur ‚Erfolgs-Story‘ entwickeln können?
    Mmmh: Das wird sich zeigen.

  4. Henrike Blöthe meint

    Ich bin auch dagegen. Bei uns war es so ruhig wie selten. Es war bei den foodtrucks voll und beim wuwiwo. Aber die versprochenen kundenströme zwischen beiden Events waren definitiv nicht vorhanden.

    1. Grit Decker meint

      Es wird bei den verkaufsoffenen Sonntagen zum Leidwesen der Gewerbetreibenden grundsätzlich so sein, dass einzelne „in die Röhre gucken“ werden und die Umsätze eher gering ausfallen.
      Für #Henrike als Inhaberin einen kleinen doch feinen Fachgeschäfts vor Ort sehr unbefriedigend.

      Da bleibt mir nur, für die Geschäftsfrau zu hoffen, dass in den nächsten Tagen dafür umso mehr Kunden ihren Laden besuchen u.v.a kaufen werden.
      In diesem Sinne: meine besten Wünsche!

  5. Denize Ohne e S meint

    Nur leider wurde die Südstraße komplett außen vor gelassen. Echt traurig für uns ☹ Wir Läden in der Südstraße gehören wohl nicht zur Fußgängerzone…

    1. Grit Decker meint

      Doch!
      Ganz klar gehören die Geschäfte der Südstraße für mich und mit Sicherheit für die meisten Wunstorferinnen und Wunstorfer auch zur Fußgängerzone.

      Leider scheint dieses jedoch noch immer nicht bei den Mandatsträgern der Stadt angekommen zu sein.
      Warum sonst werden nicht endlich die dringend notwendigen Fördermaßnahmen eingeleitet?
      Etwas, was mich mächtig verärgert *grrr*.

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