Quartiergespräche

Wunstorfer Macher besuchen das Quartier No. 6

Das Wunstorfer-Macher-Netzwerk war am Montag zu Gast im Quartier No. 6 – und füllte den Auepost-Newsroom mit manch interessanter Anekdote …

Quartiergespräche
Gemüt­li­che Run­de im Quar­tier No. 6 | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Wunstorf (red). In der Ver­gan­gen­heit tra­fen sich die Wunstor­fer Macher vor allem im Café Cen­tral am Stadt­thea­ter, doch seit des­sen Schlie­ßung Ende 2018 hat man noch kein neu­es „Haupt­quar­tier“ gefun­den und trifft sich seit­dem an wech­seln­den Stand­or­ten. Am gest­ri­gen Mon­tag besuch­te das Netz­werk daher das „Quar­tier No. 6“, in wel­chem u. a. auch die Aue­post gemacht wird.

So vie­le Gäs­te auf ein­mal hat­ten wir noch nie – außer zur Eröff­nung im Okto­ber – und hät­ten bei­na­he die Schreib­ti­sche im Arbeits­be­reich bei­sei­te­schie­ben müs­sen – doch der Platz reich­te gera­de noch so auf den Stüh­len und Sitz­ge­le­gen­hei­ten. Mit den Wunstor­fer Machern hat­te sich ein Quer­schnitt nicht nur durch die Wunstor­fer Bür­ger­schaft bei uns ein­ge­fun­den: Auch Gäs­te aus Neu­stadt oder Bar­sing­hau­sen waren dar­un­ter. Zuerst durf­ten sich die Gast­ge­ber vor­stel­len, bevor die „Macher“ von sich selbst berich­te­ten.

Hinter den Kulissen von Auepost & Co.

Die beruf­li­chen Tätig­kei­ten und Inter­es­sen der Teil­neh­mer stan­den natür­lich im Vor­der­grund. Wir erfuh­ren viel über die Gäs­te und ihre Kom­pe­ten­zen, und auch das Quar­tier No. 6 durf­te sich vor­stel­len: Mir­ko Baschet­ti (Aue­me­di­en) ver­riet gro­ße Neu­ig­kei­ten von der Aue­post, die die Wunstor­fer Macher damit als Ers­te erfuh­ren, und stell­te das Kon­zept und die Arbeit der Zei­tung genau­er vor. Dani­el Schnei­der (Fehler-Haft.de) plau­der­te ein wenig aus dem Näh­käst­chen eines Lek­tors und Kari­na Hen­driks (Lei­ne­form) infor­mier­te im per­sön­li­chen Gespräch, was sie als Gestal­te­rin leis­tet.

Hoher Besuch

Mit Man­fred Hen­ze und Chris­ti­ne E. Hoff­mann waren gleich zwei Schrift­stel­ler in der Run­de. Hen­ze, der gera­de wie­der mit sei­nem 2. Buch über authen­ti­sche Kri­mi­nal­fäl­le in der Regi­on auf Lese­rei­se ist und am Mitt­woch in Küs­ters Hof die Zuhö­rer in sei­nen Bann zie­hen will, gab einen klei­nen Vor­ge­schmack auf das, was die Lite­ra­tur­be­geis­ter­ten bei der Lesung erwar­tet. Die Wunstor­fer Autorin Hoff­mann, die sich im Sach­buch­be­reich einen Namen gemacht hat, gab wie­der­um einen Ein­blick in die Ent­ste­hungs­hin­ter­grün­de ihrer aktu­el­len Bücher.

Buchwidmung
Chris­ti­ne E. Hoff­mann schenk­te uns für die Redak­ti­ons­bi­blio­thek eine Aus­ga­be ihres neu­es­ten Buches

Man­fred Hen­ze zeig­te sich vom Quar­tier No. 6 sehr ange­tan, gab aber zu, dass er so in der Öffent­lich­keit, mit „Zuschau­ern“ aus der Fuß­gän­ger­zo­ne, beim Arbei­ten wohl Pro­ble­me hät­te. Genau die­se Beden­ken hat­ten wir ursprüng­lich auch, doch sie erwie­sen sich als unbe­grün­det. Trans­pa­renz gehört nicht nur im über­tra­ge­nen Sin­ne zum Kon­zept – wir wol­len ein Teil Wunstorfs sein und uns nicht davor abschot­ten – und das Quar­tier mit Jalou­si­en und Sicht­schutz zu ver­hän­gen wäre außer­dem viel zu scha­de.

Mit viel Humor

Fried­lies Reschke (Macher-Mit­grün­de­rin, Reschke PR) mode­rier­te die Run­de, die bei Frucht­säf­ten und Knab­ber­ge­bäck auf­schluss­rei­che Gesprä­che initi­ier­te. Wie sehr der „Bau-Hof“, das bekann­te Jugend­zen­trum in Wunstorf, in der Stadt ver­wur­zelt ist, trat zuta­ge, als des­sen Lei­te­rin und Grün­de­rin, Dani Marchtha­ler, von der päd­ago­gi­schen Kom­pe­tenz und der Bedeu­tung der Ein­rich­tung für die Ent­wick­lung von Kin­dern sprach. Erstaun­lich vie­le Teil­neh­mer mel­de­ten sich auf ein­mal und gestan­den, dass sie selbst einen gro­ßen Teil ihrer Kind­heit auf dem Bau-Hof ver­bracht hat­ten.

INFO: Wunstor­fer Macher
Das 2015 gegrün­de­te Netz­werk für alle, die in der Auestadt etwas bewe­gen wol­len, trifft sich im monat­li­chen Tur­nus und begrüßt meist einen Gast, der in locke­rer Run­de sei­ne Pro­fes­si­on oder ein bestimm­tes The­ma vor­stellt. Gele­gent­lich gestal­ten die „Macher“ ihre Tref­fen auch als „Außen­ter­min“ und besu­chen einen Betrieb, Ver­ein etc. direkt. Die Teil­nah­me ist kos­ten­los und beschränkt sich nicht auf wirt­schaft­li­che Kon­tak­te. Auch ehren­amt­lich Enga­gier­te neh­men regel­mä­ßig teil.

Ingrid Erfling, die Vor­sit­zen­de der Wunstor­fer Land­frau­en, wider­leg­te char­mant diver­se Kli­schees über den Ver­ein – ohne dabei des­sen „Kuchen­kom­pe­tenz“ zu demen­tie­ren. „Barfou“-Inhaber Mar­kus Birth sorg­te für den Lacher des Abends, als er Theo­ri­en zum Pos­ten­ver­ga­be­ver­fah­ren von Füh­rungs­be­am­ten in Wunstorfs Nach­bar­stadt anstell­te.

Überraschungsgäste

Mit der Foto­gra­fin Ros­wi­tha Kranz, die der­zeit vor allem in Stein­hu­de Füh­run­gen gibt, kam zufäl­li­ger­wei­se ein bekann­tes Gesicht ins Quar­tier No. 6: Schon 2017 hat­te es Kranz ein­mal in die Aue­post geschafft. Auch Bilsad und Caro­la Ramo­vic, Admins der neu­en Face­book­grup­pe „Wir sind Wunstorf – gemein­sam sind wir stark“ waren dabei.

Auch die „Kon­kur­renz“ war da – zwar nie­mand von der sons­ti­gen Wunstor­fer Pres­se­land­schaft, aber dafür z. B. aus Bar­sing­hau­sen, wo Redak­teur und Busi­ness­fo­to­graf Wolf Kas­se das Deis­ter-Jour­nal her­aus­gibt. Als Foto­graf ver­zwei­felt er regel­mä­ßig, wenn die Leu­te mit den schöns­ten Son­nen­un­ter­gangs-Bil­dern vom Stein­hu­der Meer kämen – aber das Smart­pho­ne auf schlech­tes­te Bild­qua­li­tät ein­ge­stellt hät­ten und nun ein Pos­ter vom Motiv woll­ten. Dann kann auch Kas­se nur noch Mosai­ke anbie­ten.

Zeitungswandel

Wir gewan­nen auch neue Erkennt­nis­se über das Medi­en­ver­hal­ten der Wunstor­fer: Nur knapp die Hälf­te der Anwe­sen­den ver­füg­te noch über ein Abon­ne­ment einer Tages­zei­tung, und die jün­ge­ren Leu­te lesen qua­si gar kei­ne gedruck­ten Nach­rich­ten mehr – die an die­se Stel­le tre­ten­den Online-Tätig­kei­ten lie­ßen dafür gar kei­ne Zeit mehr. Eini­ge Geschäfts­leu­te berich­te­ten über ihre Erfah­run­gen mit Anz­ei­gen­schal­tun­gen in Wer­be­blät­tern als einer „Black Box“ – und dass sie mitt­ler­wei­le lie­ber zu Online-Wer­bung grei­fen, weil sie hier die Reich­wei­te schwarz auf weiß ver­fol­gen könn­ten und mehr Reso­nanz bekä­men.

Wunstor­fer Macher wie auch das Quar­tier No. 6 nah­men vie­le gute Anre­gun­gen mit. Nur einen Vor­schlag wer­den wir dann doch nicht umset­zen: Der „Sitz­bock“ im Quar­tier bleibt strom­los und wird auch künf­tig nicht zum Rodeo­r­ei­ten zweck­ent­frem­det wer­den.

Disclosure/Offenlegung: Die Orga­ni­sa­to­rin und Mit­grün­de­rin der Wunstor­fer Macher, Fried­lies Reschke, schreibt peri­odisch auch für die Aue­post.

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2 Kommentare
  1. Michael Schöner sagt

    Auf dem Bild sieht es aber so aus, als wür­den so ein oder zwei Per­so­nen sach­te in das Land der Träu­me abglei­ten.

  2. Britta Bruns sagt

    Wie nett! Lei­der ( 😉 ) konn­te ich wegen mei­nes Geburts­ta­ges nicht dabei sein und habe – wie befürch­tet, wohl wirk­lich etwas ver­passt…
    Den Machern alles Gute – dem Quar­tier No.6 aber auch.
    Und mei­nen Besuch dort wer­de ich dann doch allein abstat­ten müs­sen…?!?
    Brit­ta Bruns, Stein­hu­de

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