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Laschet lockt und kämpft

05.09.2021 • Achim Süß • Aufrufe: 948

Samstagnachmittag, Neustadt am Rübenberge, Kernstadt, Fußgängerzone: Armin Laschet will die Neustädter und auch manchen Wunstorfer für sich gewinnen – und irritiert doch mit einer allzu formelhaften Begrüßung.

05.09.2021
Achim Süß
Aufrufe: 948
Armin Laschet in Neustadt
Armin Laschet in Neustadt | Foto: Achim Süß

Neustadt a. Rbge. (as). Kaiserwetter im Neustädter Land – und Wahlkampfzeit: Armin Laschet steht vor gut 500 Zuhörerinnen und Zuhörern nicht mit dem Rücken zur Wand, sondern zur Sparkasse. Der Kanzlerkandidat der CDU tourt durch die Republik und macht Station auf der Marktstraße. Mit ihm auf dem Podium unter anderen Niedersachsens Parteichef Bernd Althusmann, Staatsminister Hendrik Hoppenstedt, Sebastian Lechner, Neustädter Lokalpolitiker und Landtagsabgeordneter, und Christine Karasch, die Nachfolgerin von Regionspräsident Hauke Jagau werden will. Dessen SPD ist auch präsent – am Rand der großen Runde. Im Publikum Alte und Junge, viele Wunstorfer wie CDU-Urgestein Willy Koch.

Im falschen Neustadt?

Laschet – von aktuellen Umfragen und Patzern gebeutelt – präsentiert sich kämpferisch. Die Ouvertüre ist so neu nicht: Neustadt kenne er bisher nur von Schildern an der Autobahn. Mancher im Publikum mag gegrübelt haben: Gibt es überhaupt einen solchen Hinweis? Ein altgedienter Polizist im Ruhestand ist sich sicher: „Nein.“ Laschet warnt in erster Linie vor einem Linksbündnis, das der momentan in Umfragen führende SPD-Kandidat Olaf Scholz schmieden würde, wenn der die Möglichkeit dazu habe. „Bis zum Wahltag werde ich ihn täglich fragen, ob er als Kanzler Minister der Linken in seinem Kabinett haben wird“, kündigt Laschet an.

Armin Laschet in Neustadt
Publikum in Neustadt. Wahlwerbung dient schon mal als Sonnenschutz.| Foto: Achim Süß
Armin Laschet in Neustadt
Armin Laschet in Neustadt | Foto: Achim Süß

Noch vor sechs Wochen konnte Laschet fast sicher sein, nach der Wahl die stärkste Fraktion hinter sich zu haben, in führender Position um eine Mehrheit für eine Regierungsbildung zu ringen. Jetzt ist die jahrelang schwächelnde SPD drauf und dran, CDU/CSU deutlich zu übertrumpfen. Der Weg scheint frei für SPD/Grüne/FDP oder gar SPD/Grüne/Linke – ein Horrorszenario für viele Christdemokraten. Laschet: Ein Linksbündnis gefährde die innere wie die äußere Sicherheit, da vor allem Politiker der Linken unberechenbar seien. Es werde Steuern erhöhen und damit die Wirtschaft erdrücken. „Das ist der Unterschied zwischen uns und denen“, sagt der Kandidat. Selbstkritik gibt es auch: „Das war dämlich“, sagt er über eine Szene vor laufenden Kameras, an den ersten Tagen nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands. Er alberte während einer Rede von Bundespräsident Frank Steinmeier im Hintergrund herum. „Da macht einer neben mir eine blöde Bemerkung, und ich lache.“ Er bitte um Verständnis, schließlich habe auch er unter besonderem Druck gestanden, nach den Eindrücken der vergangenen Tage.

Wird er es?

Armin Laschet in Neustadt
Armin Laschet in Neustadt | Foto: Achim Süß

Wird Laschet Kanzler? „Ich glaube, wir drehen das Ding bis zur Wahl“, sagt Angi Baldauf, aufgewachsen in Neustadt, Tochter der langjährigen Ortsbürgermeisterin Uschi Baldauf und des ehemaligen Landespolitikers Michael Baldauf. Von der KGS ist sie in den Journalismus gegangen, hat jahrelang als Politikredakteurin für Bild gearbeitet und ist jetzt Chefin der Kommunikation bei der Niedersachsen-CDU. Ihr Chef, Bernd Althusmann, überall im Land präsent auf riesigen Plakatwänden, hat das Publikum auf den 26. September, den Wahltermin, eingestimmt. Er ist ein guter Rhetoriker, warnt vor dem Linksbündnis, bemüht sich aber, Laschet nicht die Schau zu stehlen. Das tun auch die anderen auf dem Podium, auch Hendrik Hoppenstedt, neuerdings stets bei wichtigen Terminen mit der Kanzlerin im Bild. Heute hier in Neustadt zählt der Mann aus Aachen, der Angela Merkel beerben will.

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