Der blAUE Stuhl

5 Fragen an dein Leben

Thomas Silbermann

Thomas Silbermann, 56 Jahre, verheiratet, Fahrlehrer, Ortsbürgermeister, Ortsbeauftragter Johanniter, Optimist

Was beschäftigt dich derzeit am meisten?

Das ist natürlich Corona. Ich stelle mir vor allem die Frage, wie ich mich verhalte. Einerseits verzeichnet Wunstorf nur sehr wenige Infizierte, andererseits tauchen plötzlich Corona-Hotspots auf wie im Kreis Gütersloh. Viele Menschen verhalten sich sehr locker beim Abstandhalten auf dem Wochenmarkt. Das besorgt, aber verunsichert mich gleichzeitig, da ich jemand bin, der sehr offen mit Menschen umgeht und nun Distanz wahren muss. Wenn ich jemanden begrüße, möchte ich der Person als Zeichen der Wertschätzung intuitiv die Hand geben, doch das darf ich jetzt nicht. Das bekümmert mich etwas, obwohl die Abstandsregelung für mich nachvollziehbar und sinnvoll ist.

Außerdem sorge ich mich um die wirtschaftlichen Auswirkungen auf unsere Region. Ich bin in Sorge, dass einige Betriebe diese Krise nicht überleben könnten. Auch ehrenamtliche Organisationen leben von Veranstaltungen und Schulungen, und dort ist seit März eigentlich nichts Nennenswertes passiert.

Thomas Silbermann

Was war das Wichtigste, das du in deinem Leben gelernt hast?

Ich habe gelernt, dass man immer optimistisch bleiben und in die Zukunft blicken sollte. Als ich Mitte dreißig war, hatte ich eine sehr schwere Erkrankung, bei der die Aussichten äußerst schlecht standen. Doch ich habe mich gut erholt und die Erkrankung ohne bleibende Schäden überstanden. Vorangebracht hat mich dabei die positive Sicht auf das Leben.

Was gibt dir Kraft in Krisen?

Vor allem stärkt mich mein Optimismus sowie die Unterstützung und der Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Wenn sich in der Familie oder im beruflichen Umfeld alle einig sind und sagen „Wir schaffen das“, birgt es eine enorme Kraft. Es ist wichtig, dass ich noch Ziele habe und etwas bewegen will im Privaten oder im Beruflichen. Ich habe immer eine Vision oder Ideen, die es umzusetzen gilt. Dabei blicke ich immer vorwärtsgerichtet. Wenn ich irgendwann nur noch in die Vergangenheit schaue, wäre das kein guter Antrieb oder Kraftquelle.

Was sollen Menschen nach deinem Tod über dich sagen?

Ich möchte als Kommunalpolitiker in Erinnerung bleiben, der in Wunstorf etwas bewegt hat. Die Menschen mögen sagen „Der hat sich eingesetzt für seine Mitbürger und hatte die Perspektive der Gemeinschaft im Fokus“. Es wäre schön, wenn gesehen würde, wie wichtig es mir war, Dinge anzupacken und Menschen zu verbinden. Ich habe stets die Einstellung, dass man nicht meckern und motzen, sondern sich einsetzen sollte. Das trifft auf mein Engagement für den Bürgerpark oder die Entwicklung von Arealen wie dem Barneplatz zu, aber genauso im Privaten, als ich Straßenfeste in meinem Wohngebiet organisiert habe. So konnten die Menschen aus etwa 80 Häusern sich kennen lernen und untereinander vernetzen.

Was tust du, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Auch wenn es nur kleine Räder sind, so bewege ich sie doch – ob im Privaten, wo ich wohne, oder im regionalen Umfeld, um dort bessere Orte zu gestalten. Ich will das Miteinander und das Gemeinsame verbessern. Das tue ich als Ortsbürgermeister und Kommunalpolitiker, als Ortsbeauftragter bei den Johannitern und auch bei der Verkehrswacht. Hier kümmere ich mich z. B. um Kurse und Trainings für ältere Kraftfahrer, so dass sie ihre Fahr- und Reaktionsfähigkeiten überprüfen lassen oder auch ihr Verkehrswissen wieder auffrischen können. Und selbstverständlich setze ich mich sehr für unseren wunderbaren Bürgerpark ein.

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