Der Herr der Lichter

Fried­lies trifft … Die­ter Back­haus

Hat sich schon mal jemand gefragt, wer sich in Wunstorf um die Stra­ßen­la­ter­nen küm­mert? Dar­über hat mich mein heu­ti­ger Gast auf­ge­klärt: Die­ter Back­haus, im Rat­haus auch der „Herr des Lich­ter“ genannt.

Dieter Backhaus
Der „Herr der Lich­ter“: Die­ter Back­haus. | Foto: Fried­lies Reschke

In Wunstorf gibt es 6.000 Stra­ßen­la­ter­nen. Seit Janu­ar 2018 wer­den die­se auch wie­der intern betreut. Aus wirt­schaft­li­chen Grün­den hat man sich ent­schlos­sen, die Stra­ßen­be­leuch­tung wie­der selbst in die Hand zu neh­men. Und mit Die­ter Back­haus auch den rich­ti­gen „Herrn der Lich­ter“ gefun­den. Der 62-jäh­ri­ge gelern­te Stra­ßen­bau­er­meis­ter, mit einem eige­nen Unter­neh­men, ist erst seit 2013 bei der Stadt Wunstorf tätig. Man such­te einen rou­ti­nier­ten Spe­zia­lis­ten. Und er woll­te nicht mehr „auf der Stra­ße“ arbei­ten. So war es die per­fek­te Kom­bi­na­ti­on.

Leuch­ten­des

Täg­lich kommt er aus Peters­ha­gen in unse­re Auestadt. Mitt­ler­wei­le hat er Wunstorf lie­ben gelernt. Und sagt auch mit Stolz: „Wir sind gut beleuch­tet“.
Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Städ­ten und Gemein­den brennt in Wunstorf die gan­ze Nacht das Licht. Es wird ab Mit­ter­nacht in Teil­be­rei­chen auf 50 Pro­zent gedimmt, aber geleuch­tet wird immer. Um das An- und Abschal­ten muss er sich nicht küm­mern – das pas­siert mit einem soge­nann­ten „Brenn­zei­ten-Kalen­der“. Die­ser gibt über Blu­men­au ein Signal an die 82 Schalt­schrän­ke. Und dann wird an- oder abge­schal­tet. Auch muss er nicht täg­lich alle 6.000 Later­nen abfah­ren, wenn eine mal defekt ist. Dann mel­den sich näm­lich immer die Wunstor­fer selbst.
Natür­lich gibt es aber auch Rou­ti­ne­kon­trol­len. „Denn uns allen ist es wich­tig, dass es hier immer hell und sicher ist. Schließ­lich fah­ren ja vie­le mit dem Rad zum Bus oder Bahn­hof. Und unse­re Later­nen sind mitt­ler­wei­le fast alle auf LED-Leuch­ten umge­stellt“, sagt Back­haus. Nur noch 850 wer­den mit Queck­sil­ber­dampf betrie­ben. Die­se wer­den aber bis zum Jahr 2020 gegen die umwelt­freund­li­che­ren aus­ge­tauscht. So konn­te auch der CO2-Aus­tausch erheb­lich redu­ziert wer­den. Beim Aus­tausch in den letz­ten Jah­ren gab es auch immer wie­der Beschwer­den. „Aber Licht ist sub­jek­tiv“, weiß Back­haus, „die einen emp­fin­den es als zu hell, die ande­ren als zu dun­kel“.

Die beleuchtete Abtei Wunstorf
Die Beleuch­tung der Abtei wur­de durch Spon­so­ren finan­ziert | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Strah­len­des

Neben den Later­nen ist er auch für die Anstrah­lung von Häu­sern zustän­dig. In Wunstorf wer­den das Rat­haus, die Stifts­kir­che, das Stan­des­amt, der Rats­kel­ler und die Abtei ange­strahlt. Mög­lich machen es Spon­so­ren, die die Leuch­ten und die Mon­ta­ge finan­zie­ren. Für die Strom­kos­ten kommt die Stadt auf.
Die letz­ten Strah­ler wur­den an der Abtei auf­ge­baut. Die Wit­we von Wer­ner Drey­er, frü­he­rer Bau­aus­schuss-Vor­sit­zen­der, bat zu sei­ner Beer­di­gung im Mai 2015 um Spen­den. Zusam­men­ge­kom­men sind 3.495 Euro, die aus­reich­ten, um die Abtei roman­tisch zu beleuch­ten. Vie­le Bür­ger und Fir­men haben für die übri­gen Strah­ler gespen­det. So auch Bür­ger­meis­ter Rolf-Axel Eber­hardt – seit sei­nem 60. Geburts­tag wird das Stan­des­amt ange­strahlt.

Was ist Wunstorf für Die­ter Back­haus

W – Wunstorf hat vie­le schö­ne Plät­ze, er kommt gern jeden Tag hier­her
U – Umwelt, alle neu­en Later­nen haben 70 Pro­zent weni­ger CO2-Aus­stoß
N – Neu­es. Hier in Wunstorf hat er viel Neu­es gelernt. Er fühlt sich als Pend­ler zwi­schen zwei Wel­ten. Ost-West­fa­len und Nie­der­sach­sen.
S – Super
T – Tief­bau in Wunstorf, mein Arbeits­um­feld
O – Offen­heit der Wunstor­fer Bür­ger
R – Rats­kel­ler, ein schö­nes Lokal
F – Feri­en am Stein­hu­der Meer

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