Zanderzüchter aus Kolenfeld

Fried­lies trifft … Gero Schne­pel

Als ich beim Früh­schop­pen in Luthe hör­te, dass in Kolen­feld Zan­der gezüch­tet wer­den, wuss­te ich sofort: das muss ich sehen, den Züch­ter muss ich tref­fen!

Gero Schnepel
Gero Schne­pel und sei­ne Zan­der­zucht auf dem hei­mi­schen Hof in Kolen­feld. | Foto: Fried­lies Reschke

Der 37-jäh­ri­ge Gero Schne­pel führt den Hof in vier­ter Genera­ti­on. Eigent­lich woll­te der gelern­te Land­wirt vor eini­gen Jah­ren sei­ne Schwei­ne­zucht wei­ter aus­bau­en, ist dann aber an den vie­len Vor­schrif­ten ver­zwei­felt. So kam ihm vor andert­halb Jah­ren die Idee mit der Zan­der­zucht. Er kauf­te 6 gebrauch­te Fisch­be­cken und hol­te sich Unter­stüt­zung bei einem erfah­re­nen Bera­ter, der ihm auch heu­te noch zur Sei­te steht.

Das Pro­blem mit dem Fisch-Kan­ni­ba­lis­mus

Die ers­ten Ver­su­che, Zan­der in Aqua­kul­tur zu züch­ten, gab es bereits in den 70er Jah­ren. Nur ist das nicht so ein­fach: Zan­der sind Kan­ni­ba­len, das heißt, sie fres­sen sich auch unter­ein­an­der. Nun kann man mit den Fischen ja nicht dis­ku­tie­ren, dass sie sich bit­te nicht gegen­sei­tig auf­es­sen sol­len … Also ver­sucht man, die „Fisch­ba­bys“, die soge­nann­ten Setz­lin­ge, an Tro­cken­fut­ter zu gewöh­nen. Das gelingt in ca. 50 Pro­zent der Fäl­le. Wenn die­se schwie­ri­ge Pha­se über­wun­den ist, kann das Wach­sen erst begin­nen. Schne­pel kauft die „Jung­tie­re“ bei ande­ren Züch­tern in Deutsch­land und Frank­reich. Zan­der mögen es dun­kel, nur dann fut­tern sie ordent­lich. Und sie bekom­men pro Tag 99-mal Fut­ter. „Bio-Zan­der“ gibt es aller­dings nicht, da der Zan­der ja ein Raub­fisch ist.

In Wunstor­fer Restau­rants nicht zu fin­den

Der­zeit schwim­men 5.000 Tie­re in sei­nen Becken. Alle 14 Tage wer­den rund 50 kg (etwa 50 Fische) in Hand­ar­beit geschlach­tet. Nach Vor­anmel­dung kön­nen Pri­vat­kun­den die Fische an den Schlacht­ta­gen abho­len. Die sind dann por­tio­niert und bei 2 Grad gekühlt, so dass die Kun­den selbst ent­schei­den, ob gleich geges­sen oder erst ein­mal ein­ge­fro­ren wird. Bei den Fisch­lä­den und Restau­rants in und um Wunstorf gibt es den hie­si­gen Zan­der nicht. Dort wird viel tief­ge­fro­re­ner Wild­fang aus Bächen aus Aser­bai­dschan ange­bo­ten – der ist güns­ti­ger.

Geschlach­tet wird aber nur die Hälf­te der Zan­der, die ande­ren leben als Besatz­fi­sche in ande­ren Gewäs­sern wei­ter. Da der Zan­der ein Raub­fisch ist, hält er die Gewäs­ser sau­ber und räumt somit den Teich auf. An Besatz­fi­sche wer­den ganz beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen gestellt: er muss gut aus­se­hen. Nur die hüb­sches­ten kom­men als Besatz­fisch in Fra­ge. Kie­men, Schup­pen, Augen – alles muss pas­sen.

Viel­sei­tig

Wenn Gero Schne­pel nicht bei sei­nen Zan­dern ist, dann küm­mert er sich um Acker­bau, Bio­gas und Schwei­ne. Neben ihm arbei­ten noch drei wei­te­re Män­ner auf dem Hof. Sein Vater, ein Ange­stell­ter und ein Aus­zu­bil­den­der. Dass er aktiv bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr hilft, ist für ihn selbst­ver­ständ­lich. Sich selbst bezeich­net er als „expe­ri­men­tier­freu­di­gen fle­xi­blen Unter­neh­mer“ mit viel zu vie­len Büro­stun­den (rund 2.500 pro Jahr – alles will ja doku­men­tiert und auf­ge­schrie­ben sein). Sein Tag beginnt um 5.30 Uhr und endet um 18 Uhr. Zwei­mal im Jahr geht es für eine Woche mit sei­ner Frau und den bei­den Töch­tern in den Urlaub. Das Han­dy bleibt dann daheim.

Übri­gens, das Lieb­lings­re­zept für Zan­der: „Ganz ein­fach warm und frisch aus dem Räu­cher­ofen.“ Lei­der habe ich kei­nen eige­nen. 🙁

Was ist Wunstorf für Gero Schne­pel?

Wwunder­bar kom­mu­ni­ka­tiv
U – Naturnah
N – ländlich
S – land­wirtschaft dörf­lich
Ttierisch ein­ma­lig ohne h
O – orga­ni­sier­tes Ver­eins­le­ben
R – ehrenamt­li­ches Enga­ge­ment
Ffami­li­en­freund­lich

Sie ken­nen auch jeman­den, den ich mal vor­stel­len soll­te? Der oder die in Wunstorf aktiv ist? Dann bit­te eine E-Mail an mich: reschke@auepost.de

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