Zwei Tierliebhaberinnen

Friedlies trifft … Kerstin Paulmann und Marita Röver

Unsere Autorin Friedlies Reschke trifft zwei Tierliebhaberinnen aus dem Tierheim: die leidenschaftliche Katzenkuschlerin Kerstin Paulmann sowie die begeistere Hundeliebhaberin Marita Röver.

Marita Röwer, begeistere Hundeliebhaberin
Mari­ta Röver, begeis­te­re Hun­de­lieb­ha­be­rin des Tier­heims Stein­hu­der Meer. | Foto: Fried­lies Reschke

Dies­mal führt mich mein Weg ins Tier­heim „Stein­hu­der Meer“. An dem Haus bin ich schon ganz oft vor­bei­ge­fah­ren, aber drin war ich noch nie. Das ist mein ers­ter Besuch in dem Gebäu­de, das 2003 eröff­net wur­de. Ich war sehr gespannt, was mich erwar­tet, denn mit einem Tier­heim hat­te ich bis­her nur wenig Kon­takt.

So war ich auch schon etwas vor 16 Uhr vor Ort, doch die Tür war noch ver­schlos­sen. Um exakt 16 Uhr füll­te sich der Park­platz vor dem Tier­heim jedoch rasch, und sehr vie­le Zwei- und Vier­bei­ner ström­ten durch das nun geöff­ne­te Tor.

Auch Besucher-Fellnasen kommen gerne

Hm, so vie­le Hun­de wol­len ins Tier­heim? Die Lösung war ganz ein­fach: Nach­mit­tags tref­fen sich Wunstor­fer Hun­de­be­sit­zer auf einer der fünf Frei­lauf­flä­chen am Tier­heim, damit ihre Fell­na­sen dort ohne Lei­ne gemein­sam toben kön­nen. Wer dabei sein will, braucht sich nur beim Tier­heim anzu­mel­den (Impf­pass mit­neh­men!). Eine Mit­glied­schaft im Tier­schutz­ver­ein Wunstorf ist dafür nicht nötig, wird aber gern gese­hen. Für jeden Besuch bit­tet das Tier­heim um eine Spen­de von 1–2 Euro. Eine tol­le Sache. So fing mein Besuch gleich sehr posi­tiv an.

Kat­zen geben mir so viel zurück“Kers­tin Paul­mann

Das Tierheim suchte „Katzenkuschler“

Im Gebäu­de wur­de ich dann auch schon von mei­nen bei­den Gesprächs­part­ne­rin­nen erwar­tet: Kers­tin Paul­mann und Mari­ta Röver. Von Kers­tin Paul­mann hat­te ich bereits auf der Face­book-Sei­te des Tier­heims gele­sen – so bin ich über­haupt auf die Idee gekom­men, mich mit ihr zu unter­hal­ten. Die Neu­städ­te­rin kommt min­des­tens drei­mal pro Woche für zwei Stun­den zu den Kat­zen ins Haus. Der­zeit woh­nen dort 15 von ihnen ver­teilt auf sie­ben Räu­me. Paul­mann kuschelt und spielt mit ihnen. Eini­ge Kat­zen hat­ten bis­her nur wenig Kon­takt zu Men­schen und sind scheu, was eine Ver­mitt­lung natür­lich erschwert. Aber mit viel Lie­be und Aus­dau­er bringt sie auch die schüch­terns­ten Stu­ben­ti­ger dazu, sich Men­schen gegen­über zu öff­nen.

Kerstin Paulmann, leidenschaftliche Katzenkuschlerin
Kers­tin Paul­mann beim Kat­zen­ku­scheln | Foto: Fried­lies Reschke

Die Idee hat­te Paul­mann, als sie vor sechs Jah­ren einen Auf­ruf des Tier­heims las. Die Mit­ar­bei­ten­den hat­ten über 40 Kat­zen aus einer Woh­nung geret­tet. Und die­se soll­ten wie­der an Men­schen gewöhnt wer­den. Dazu wur­den „Kat­zen­kusch­ler“ gesucht. Seit­dem kommt sie manch­mal auch jeden Tag zu ihren Tie­ren. „Kat­zen geben mir so viel zurück“, erklärt sie ihre Begeis­te­rung. Daheim hat sie drei Kat­zen, so dass nach ihren Besu­chen im Tier­heim zu Hau­se wei­ter­ge­ku­schelt wird.

Die Gassi-Runden sind ihre Entspannung

Mari­ta Röver haben es mehr die Hun­de „ange­tan“. Seit neun Jah­ren führt sie zwei­mal am Tag Hun­de aus dem Tier­heim aus. Sie selbst hat­te auch schon sechs, doch nach­dem ihr letz­ter ver­starb, woll­te sie kei­nen eige­nen mehr, son­dern hat sich den Hun­den im Tier­heim zuge­wandt. Auch beim jähr­li­chen Floh­markt hilft sie immer aktiv mit. Und bei der Gar­ten­ar­beit unter­stützt sie auch. Der­zeit geht sie immer mit Snoo­py (einem 11 Jah­re alten Bolon­ka-Mix) und Luna (einer 12 Jah­re alten Labra­dor-Hün­din) spa­zie­ren. Für die Fotos hat die Wunstor­fe­rin bei­de Hun­de mit her­aus­ge­bracht. Hät­te ich es nicht bes­ser gewusst – ich hät­te gesagt, die drei sind schon lan­ge ein Team!

die­se Gas­si-Run­den sind für mich Ent­span­nung pur“Mari­ta Röver

Und auch sonst hilft Röver in ihrer Frei­zeit mal bei Freun­den aus, wenn die­se sich nicht um ihre Fell­na­sen küm­mern kön­nen. Auf mei­ne Fra­ge, ob sie sich in der gan­zen Zeit noch nicht wie­der in einen Hund „ver­guckt“ hat, kommt sehr schnell die Ant­wort: „Es fällt schwer, aber mit einem eige­nen könn­te ich nicht zwei­mal am Tag mit den Tier­heim-Hun­den Gas­si gehen. Und die­se Gas­si-Run­den sind für mich Ent­span­nung pur.“

Bei­de Damen bewun­de­re ich für ihr dau­er­haf­tes Enga­ge­ment für die Tie­re. Vie­len herz­li­chen Dank dafür.

Info
Den Tier­schutz­ver­ein Wunstorf (auch für Neu­stadt zustän­dig) gibt es bereits seit 1934. Aktu­ell hat der Ver­ein 592 Mit­glie­der. Mit­hil­fe vie­ler Ehren­amt­li­cher wur­de das jet­zi­ge Haus 2003 eröff­net. Jedes Jahr betreu­en und ver­mit­teln die ehren­amt­li­chen und haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­ten­den rund 950 Tie­re. Eine Tier­ärz­tin kommt zwei­mal pro Woche ins Haus.
Ehren­amt­li­che Hel­fer sind immer will­kom­men – ein­fach mel­den unter: 0503117 89 088. Ganz drin­gend wer­den der­zeit Gar­ten­hel­fer gesucht.
www.tierheim-wunstorf.de und www.facebook.com/TierheimSteinhuderMeer

 

Was ist Wunstorf für Kerstin Paulmann?

W – uWi­Wo
U – mge­hungs­stra­ße
N – ach­bar­schaft
S – tips
T – ier­heim
O ‑rt mit Meer
R – adfah­ren
F – lie­ger­horst

Was ist Wunstorf für Marita Röver?

W – och­en­markt / Westaue
U – mge­hungs­stra­ßen
N – acht­wäch­ter­füh­rung
S – tifts – Stadt – Sig­ward­kir­che
T – ier­heim
O – ffe­ne und net­te Men­schen
R – athaus und Rats­kel­ler
F – ach­werk­häu­ser und Fuß­gän­ger­zo­ne

 

Sie ken­nen auch jeman­den, den ich mal vor­stel­len soll­te? Der oder die in Wunstorf aktiv ist? Dann bit­te eine E‑Mail an mich: reschke@auepost.de

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4 Kommentare
  1. Grit Decker sagt

    Auch ich habe gera­de an den Fell­na­sen und den Sam­pt­pfo­ten „einen Nar­ren gefres­sen“, doch aus gesund­heit­li­chen Grün­den ist es mir lei­der nicht ver­gönnt, für einen tie­ri­schen Freund „Gas­si­ge­he­rin“ sein zu dür­fen.

    Für einen Stu­ben­ti­ger die Dosen­öff­ne­rin zu wer­den: Mmmh- viel­leicht dann, wenn es mir gelin­gen konn­te, eine für mei­ne ver­än­der­ten Gege­ben­hei­ten pas­sen­de Woh­nung gefun­den zu haben.

    Kat­zen­kusch­le­rin“ wie #Kers­tin Paul­mann zu wer­den, wäre durch­aus mein Ding:
    Wenn denn „unser“ Tier­heim mit den Öffis zu errei­chen wäre!
    Ohne eige­nen fahr­ba­ren Unter­satz ist jeder das Heim mit sei­nen auf ‑hof­fent­lich nur kur­ze!- Zeit Bewoh­nen­den besu­chen möch­te auf­ge­schmis­sen, erst recht, wenn’s Rad­fah­ren nicht mach­bar ist.
    „Schö­ne Schei***!“…

  2. Claudia Mayer sagt

    Toll, dass Kers­tin sich trotz eige­ner Behin­de­rung, zwei eige­ner behin­der­ter Kat­zen noch so toll um die Scheu­chen im Tier­heim küm­mert.

  3. Horst Haase sagt

    Mari­ta Röver ist eine „unbe­zahl­ba­re“ See­le für die­ses Tier­heim .… mit vie­len Erfah­run­gen im Umgang mit eige­nen Hund­chen weiß sie um die Bedürf­nis­se der Wesen im Tier­heim .…

    1. Grit Decker sagt

      DAS (Aus­sa­ge #Horst Haa­se) unter­schrei­be ich ste­hen­den Fus­ses!
      Nie­mand ande­res als ein „Gas­si­ge­nen­der“ kennt die Bedürf­nis­se der treu­en Fell­na­sen bes­ser.

      Als nur-bes­te-Freun­din „mei­ner“ 🙂 Vier­pfo­ti­gen in mei­nem Wohn­vier­tel ken­ne aus­schließ­lich mei­ne treu­en See­len; der Lie­be zu denen tut das natür­lich nichts, zumal die durch­aus auf Gegen­sei­tig­keit beruht…

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