Friedlies trifft...

Friedlies trifft … Ralf Hansing und Johanna Schoppe

Zwei Trainer vom GIW Meerhandball im Gespräch mit unserer Kolumnistin Friedlies Reschke.

Ralf Hansing und Johanna Schoppe
Ralf Hansing und Johanna Schoppe sind Trainer beim GIW Meerhandball | Foto: privat

Einfach war es nicht, einen Termin mit Ralf Hansing und Johanna Schoppe zu vereinbaren – denn ihre Zeit ist knapp bemessen: Beide trainieren Handball-Jugendmannschaften beim GIW Meerhandball. Johanna spielt zudem selbst gleich in zwei Mannschaften aktiv. Außerdem sind Schoppe und Hansing auch noch Handballschiedsrichter – Handball ist ihr Leben.

3 in einem: Spannung, Spiel … und Handball

Für Nichthandballer: Die Bezeichnung “GIW” steht für Großenheidorn, Idensen und Wunstorf. 2007 hat sich diese Jugendsportgemeinschaft gegründet und vereint darin die Jugendhandballsparten des MTV Großenheidorn, des MTV Idensen und des TuS Wunstorf.

In allen drei Orten wurde Handball gespielt – aber oft waren die einzelnen Jugendmannschaften zu klein, oder es konnten nicht alle Altersklassen besetzt werden. So haben sich 2007 die Vereine zur GIW Meerhandball zusammengeschlossen. Inzwischen spielen mehr als 300 Kinder und Jugendliche in der Vereinigung. Angefangen bei den Minis (5/6 Jahre) bis zur A-Jugend (17/18 Jahre). Alle Altersklassen sind besetzt, teilweise sogar mit mehreren Mannschaften.

Handballhochburg

Aber warum ist Wunstorf eigentlich eine solche Handball-Hochburg? Die Frage können mir beide nicht beantworten. Hier wurde schon immer Handball gespielt, einfach schon immer. Handball gehört zur Stadt wie der Aal zu Steinhude. Bis in die 70er Jahre hat Hansing aktiv Feldhandball in Großenheidorn gespielt. Der Hallenhandball löste aber nach und nach den Feldhandball ab. Feldhandball wird, wie der Name schon sagt, draußen auf einem Fußballfeld gespielt.

“Es geht zur Sache”Über die Motivation, sich für Handball zu entscheiden

Als Kind war er nach der Schule auch beim Fußball auf dem Bolzplatz dabei, erzählt mir Hansing. Aber irgendwann wurde dann die Handball-Leidenschaft immer größer. Bereits mit 8 Jahren stand er auf der “Platte” und hat erst 42 Jahre später seine aktive Zeit beim MTV Großenheidorn beendet. Die Leidenschaft für den Sport hat über all die Zeit nie nachgelassen. Heute trainiert er die männliche C-Jugend und ist der Passwart, das heißt, er kümmert sich um die Spielerpässe – schließlich muss alles seine Ordnung haben.

Nebenbei ist Hansing auch noch Schiedsrichter bei Spielen der Regionsoberliga. Trainiert wird meist zweimal pro Woche für jeweils anderthalb Stunden. Es ist nicht nur das Training an sich – dieses muss auch vorbereitet werden. Bei den Spielen am Wochenende ist er natürlich auch dabei – wenn er nicht gerade pfeift. 1.750 Kilometer ist er dafür im letzten Jahr unterwegs gewesen.

Sogar eine eigene Hymne hat die GIW Meerhandball:

Woran er noch gern zurückdenkt, will ich von ihm wissen. 1986 hat er mit den 1. Herren gegen den VfL Gummersbach, den damaligen Meister, gespielt. Dabei war unter anderem Heiner Brand – an den kann sogar ich mich erinnern. Und 2015 hat Hansing mit seiner männlichen D-Jugend die Regionsmeisterschaft gewonnen.

Wenn er nicht Handball spielt, arbeitet er bei den Stadtwerken Wunstorf. Bei meiner Frage, ob seine Frau die Handball-Leidenschaft teilt, muss er schmunzeln. Als seine zwei Kinder noch gespielt haben, hat sie sich die Spiele der Kinder angeschaut, doch jetzt käme sie nur noch selten mit. Aber sie hält ihm den “Rücken frei” für alle seine Aktivitäten.

Abi in der Tasche, Handball in den Genen

Johanna Schoppe ist dagegen erst relativ spät zum Handball gekommen: Mit 13 Jahren hat sie angefangen, und das, obwohl sogar ihr Vater selbst aktiver Trainer in der GIW ist. Mich beschleicht das Gefühl, dass Handball anscheinend eine Familiensache ist – die Leidenschaft wird wohl vererbt … oder mit der Luft in Wunstorf eingesogen?

Heute trainiert die 18-Jährige zwei C-Jugend-Mädchenmannschaften (13/14 Jahre). Ganz “nebenbei” spielt sie noch in der 1. Damen-Mannschaft in Großenheidorn und in der A-Jugend-Mannschaft in Neustadt auf der Position Rückraum links. Ihr Abitur hat sie gerade in der Tasche und plant jetzt, in Hildesheim auf Lehramt zu studieren. Ihr bisher größter handballerischer Erfolg war der Aufstieg in die Oberliga mit der A-Jugend in Neustadt.

Beide habe ich gefragt, warum es gerade der Handball geworden ist – es gäbe doch noch so viele andere Mannschaftssportarten. Kurz gesagt: “Es geht zur Sache.” Handball ist Laufen, Springen, Werfen, Koordination und auch viel Taktik. Es ist viel komplexer als Fußball, da sind sich Schoppe und Hansing einig. Ganz wichtig sei auch: Im Handball gebe es ein tolles Gemeinschaftsgefühl – alle würden zusammenhalten, in guten wie in schlechten Tagen.

Wie alle meine Gesprächspartner mussten beide für mich auch Wunstorf buchstabieren:

Ralf:

GIW-Meerhandball
U – nterricht am Hölty-Gymnasium
N – aherholung am Steinhuder Meer
S – tadtwerke Wunstorf als Arbeitgeber
Handball-T – raining von Jugendlichen
O – rtsteil Großenheidorn als Geburtsort und Lebensmittelpunkt
R – egion Hannover
F – amilie und Freunde

Johanna:

W – ochenmarkt
U – rlaubsort durch das Steinhuder Meer
N – aturschutz
großes S – portangebot
M – T – V Großenheidorn (Handball)
O – ktoberfest
R – adtour ums Steinhuder Meer
F – estliches Wochenende

 

Sie kennen auch jemanden, den ich mal vorstellen sollte? Der oder die in Wunstorf aktiv ist? Dann bitte eine E-Mail an mich: reschke@auepost.de

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