Fried­lies trifft … Rein­hard See­gers

Ab sofort fra­ge ich Men­schen in Wunstorf, was sie bewegt und was sie machen. Es sind nicht nur die Men­schen, über die man öfter in der Zei­tung liest, es sind auch vie­le Men­schen „hin­ter den Kulis­sen” die unser Wunstorf zu dem machen, was es ist. Mein ers­ter Gast ist Rein­hard See­gers.

Rein­hard See­gers, Admi­nis­tra­tor der Face­book-Grup­pe „Mein Wunstorf”. | Foto: Fried­lies Reschke

Gefühlt ist Wunstorf und Umge­bung ja eine Hoch­burg der „See­gers” – Webe­rei, Hotel, Elek­trik, Mau­rer und wahr­schein­lich noch vie­le wei­te­re Unter­neh­men tra­gen den Namen „See­gers”. Nach Aus­sa­ge von Rein­hard See­gers sind die Fami­li­en aber nicht unbe­dingt mit­ein­an­der ver­wandt oder ver­schwä­gert.

Der Rein­hard See­gers, den ich heu­te fra­ge, ist 63 Jah­re alt sowie Grün­der und Admi­nis­tra­tor der Face­book Grup­pe „Mein Wunstorf“. 3.624 Mit­glie­der hat die Grup­pe und jede Woche kom­men 20–30 neue Mit­glie­der dazu. Die Grup­pe gibt es seit 5 Jah­ren, genau solan­ge wie See­gers im Vor­ru­he­stand ist. Nach 40 Jah­ren als Kun­den­dienst-Elek­tri­ker in Wunstorf such­te er sich ein neu­es Auf­ga­ben­ge­biet. Da er gesund­heit­lich etwas ange­schla­gen ist, muss­te es etwas sein, was er von daheim aus machen konn­te. So ist die Idee zu der „Wunstor­fer Grup­pe” ent­stan­den. In den Anfän­gen pos­te­ten die Mit­glie­der noch Bil­der vom Mit­tag­essen. Das pas­siert heu­te nur noch sel­ten. Heu­te wird in der Grup­pe alles rund um Wunstorf „bespro­chen”. Akti­vi­tä­ten in der Stadt, Neu­es von Ver­ei­nen und Ver­bän­den. Neue Restau­rants und Unter­neh­men, Wit­zi­ges und Kurio­ses. Aber auch Fra­gen ein­zel­ner Mit­glie­der wer­den inner­halb der Grup­pe beant­wor­tet. Wer sei­nen Schlüs­sel ver­lo­ren hat, soll­te auch immer mal nach­schau­en, ob die­ser gefun­den wur­de. Aber die Mit­glie­der hel­fen sich auch unter­ein­an­der. In der Beschrei­bung der Sei­te steht: „Die Sei­te soll Spaß machen”.

Mit­glie­der

Da es eine geschlos­se­ne Grup­pe ist, muss man sich den Admi­nis­tra­to­ren kurz vor­stel­len und begrün­den, war­um man der Grup­pe bei­tre­ten möch­te. „Wich­tig ist, einen Bezug zu Wunstorf zu haben. Wer der Grup­pe bei­tre­ten will, muss in Wunstorf woh­nen oder arbei­ten. Es reicht auch, hier mal gewohnt zu haben oder auch ein fami­liä­rer Bezug. Ein Mit­glied wohnt zum Bei­spiel in Cos­ta Rica, ist aber in Wunstorf auf­ge­wach­sen“, erläu­tert See­gers die Auf­nah­me­kri­te­ri­en. Er oder einer sei­ner Mit­strei­ter, Ingo Thimm und Chris­ti­an Schöneich, ent­schei­den sehr schnell über die Auf­nah­me in der Grup­pe.

Im Grun­de genom­men ist die Grup­pe wie eine gro­ße Fami­lie. Und Rein­hard See­gers kennt sie alle – Wenn auch nicht immer per­sön­lich, aber über ihre Kom­men­ta­re. Er spricht auch immer lie­be­voll von „mei­ner Sei­te”.

Was genau macht ein Admi­nis­tra­tor?

Mehr­fach täg­lich, eigent­lich stünd­lich, schaut See­gers in „sei­ne” Grup­pe. Schließ­lich gibt es ja ein paar Regeln, die beach­tet wer­den müs­sen. Es dür­fen weder Men­schen noch Unter­neh­men belei­digt wer­den. Soll­te es doch mal vor­kom­men, dann wer­den die­se Kom­men­ta­re gelöscht. Soll­te jemand öfter ver­let­zen­de Posts abset­zen, dann wird die­ser aus der Grup­pe aus­ge­schlos­sen. Das pas­siert aber sehr sel­ten.

Digi­tal trifft ana­log

Da sich nicht alle Mit­glie­der unter­ein­an­der ken­nen kön­nen, hat­te See­gers vor 3 Jah­ren die Idee, gemein­sam etwas Ana­lo­ges zu machen. So ent­stand die Idee der Wich­tel­päck­chen für älte­re Men­schen, die in einem der Wunstor­fer Senio­ren­hei­me woh­nen. Mit­glie­der aus der Grup­pe packen Päck­chen im Wert von 10 €. Die Admins sam­meln die­se ein, oder man kann sie bei ver­schie­de­nen Mit­glie­dern der Grup­pe abge­ben. In die­sem Jahr kamen so 90 Wich­tel­pa­ke­te zusam­men, die­se wur­den am 16. Dezem­ber von Wich­tel­kin­dern (die Eltern sind Mit­glie­der der Face­book-Grup­pe) den Bewoh­nern des Hau­ses am Bür­ger­park über­reicht. Alle haben Spaß dabei, die Kin­der, die Eltern und natür­lich die Senio­ren. See­gers hat schon vie­le Ide­en für wei­te­re Pro­jek­te. Sol­che Aktio­nen schwei­ßen auch die Grup­pe zusam­men. Natür­lich steckt dahin­ter auch sehr viel Arbeit! Aber See­gers ist mit gan­zem Her­zen der Lei­ter der Grup­pe „Mein Wunstorf”.

Kin­der über­ga­ben Wich­tel­ge­schen­ke an die Senio­ren aus dem „Haus am Bür­ger­park”. | Foto: pri­vat

Nicht nur Dau­men hoch

Nicht alle Mit­glie­der betei­li­gen sich an den Dis­kus­sio­nen, es gibt auch vie­le „stum­me” Leser. So weiß der Admin, dass auch im Rat­haus und in den Medi­en immer wie­der in die Grup­pe geschaut wird. Ein­mal wur­de zum Bei­spiel über Müll­ber­ge „gere­det”. Nach ein paar Tagen waren die­se vom städ­ti­schen Bau­hof ent­fernt. Manch­mal wünscht er sich aber mehr Dis­kus­sio­nen und Bei­trä­ge, oft heben die Mit­glie­der „nur den Dau­men”, ohne wei­ter zu kom­men­tie­ren. Aber das ist ja bes­ser als nichts.

Was ist Wunstorf für Rein­hard See­gers?

W – wun­der­schö­ne klei­ne Stadt
U – Urlau­ber soll­ten unbe­dingt nach Stein­hu­de
N – Neu­es in der Face­book-Grup­pe „Mein Wunstorf“
S – Schöns­te Stel­le: Der Kirch­turm mit der Weih­nachts­be­leuch­tung
T – Tags­über – nie das Schüt­zen­fest ver­pas­sen
O – Orts­tei­le: jeder ist ein­zig­ar­tig. Und das Okto­ber­fest in Gro­ßen­hei­dorn soll­te jeder ein­mal mit­ge­macht haben
R – Restau­rant – unbe­dingt in den Rats­kel­ler gehen
F – Frei­tag der Markt

Vie­len Dank Herr See­gers, dass Sie die Wunstor­fer Online-Gemein­schaft so zusam­men­hal­ten! Vie­len Dank für Ihre Zeit und Ihr Enga­ge­ment.

Zah­len und Sta­tis­tik zur Face­book Grup­pe „Mein Wunstorf”

  • Sonn­tag, Sams­tag und Mon­tag wer­den die meis­ten Bei­trä­ge und Kom­men­ta­re geschrie­ben
  • Zwi­schen 17 und 21 Uhr sind die meis­ten Mit­glie­der aktiv
  • Von den 3.624 Mit­glie­dern sind 1.928 Frau­en und 1.696 Män­ner. Am stärks­ten ver­tre­ten ist die Alters­grup­pe von 25–54 Jah­ren, 2.141 kom­men aus Wunstorf, gefolgt von 661 Han­no­ve­ra­nern. 6 kom­men aus „Bie­le­feld­ver­schwö­rung” – noch nie gehört.

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