Senioren, die auf Kuhbrunnen starren

Idyllischer Aue-Beton

Auebeton
Foto: Mirko Baschetti

Ja, in den 80er Jahren baute man so und fand das damals sogar schick: Der Brutalismus-Architekturstil war zwar schon auf dem absteigenden Ast, doch hier an der Südstraße kam er noch voll zum Zuge. Als 1982 die Fußgängerzone gebaut wurde, wurde auch dieses Fleckchen an der Südaue als Teil des Gesamtkonzeptes neu gestaltet. Das Aueufer sollte eingebunden werden, die Plattform am Wasser eine kleine Oase sein und zum Verweilen einladen.

Auf die Idee, dort die Füße im Wasser baumeln zu lassen, während man ein Eis isst, kam aber niemand. Und schon gar nicht darauf, dass der Platz extra dafür errichtet wurde. Die Passanten fragten sich eher, was hier einmal hätte hinkommen sollen und offenbar nicht zu Ende gebaut wurde. Ein Hafenanleger, an dem niemals ein Boot hält? Stattdessen nutzten Obdachlose den Bereich als Schlafplatz, Wildpinkler als willkommene Erleichterung.

Erst spät hat die Ecke doch noch eine Bestimmung gefunden: 2019 als Zieleinlauf für das Entenrennen während des Altstadtfests. Den Rest des Jahres bleibt sie ein Stück begehbare Architekturgeschichte.

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