Vor 100 Jahren

Wäschediebe erfolgreicher

Vor 100 Jahren: Wachmann vertreibt Einbrecher

Pressespiegel 100 Jahre

Polizeimeldungen waren auch vor 100 Jahren schon eine beliebte Rubrik in den Zeitungen. Und auch damals machten Diebe nicht vor Wänden Halt. Die Sprache war zu diesen Zeiten allerdings noch deutlich blumiger als heute. Von „lichtscheuen Gesellen“ würde heute kein Redakteur mehr sprechen. Unter der Überschrift „Von Einbrüchen und Diebstählen der vergangenen Tage“ berichtete die Leine-Zeitung am 2. Mai 1921 vom Schwerverbrechertum in Wunstorf:

In letzter Zeit haben hier Diebstähle und Einbrüche wieder sehr überhandgenommen. In vorletzter Nacht durchstießen Einbrecher die Wand des Geschäftshauses der Firma Mendel & Schloß ein und luden die herausgeholten Waren auf einen Wagen. Durch den rührigen Nachtwachmann Brunschön wurden die lichtscheuen Gesellen jedoch verscheucht; die Gegenstände mussten sie im Stich lassen. Kürzlich wurde laut der Wunstorfer Zeitung wieder einer Familie Wäsche von der Leine gestohlen und gestern vom Flur der Schwarz’schen Buchhandlung ein Fahrrad.

Wir schreiben das Jahr 1921. Wunstorf ist eine kleine, landwirtschaftlich geprägte Ortschaft in der preußischen Provinz Hannover. Das Ende des Ersten Weltkriegs liegt noch nicht lange zurück, die Menschen erleben viele Umbrüche in der ersten deutschen Demokratie. Man ist auf dem Weg in die „Goldenen Zwanziger“. Es ist das Geburtsjahr der späteren Widerstandskämpferin Sophie Scholl – und Adolf Hitler wird Parteivorsitzender der noch jungen NSDAP.

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