
Pollhagen (red). Das eisige Winterwetter setzt auch der Binnenschifffahrt zu: Seit Wochen treibt Eis auf dem Mittellandkanal, abschnittsweise ist der Kanal in diesen Tagen auch vollständig eisbedeckt, nur eine kleine Fahrrinne bleibt dann für den Schiffsverkehr übrig. Aber auch unter der Wasseroberfläche lauert Gefahr, wie sich am Dienstagnachmittag am Hafen Pollhagen zeigte.
An Kolenfeld, Idensen und Sachsenhagen war der Frachter am Nachmittag noch vorbeigefahren, doch auf Höhe des nächsten Hafens geschah es dann: Das mit Weizen beladene Schiff lief auf Grund.
Ein Großeinsatz wurde ausgelöst, denn die Alarmmeldung lautete auf „sinkendes Binnenschiff“: Feuerwehr, DLRG und Polizei rückten zum Hafen Pollhagen aus.
Die Feuerwehr Pollhagen brachte ihr Mehrzweckboot zum Einsatz, die Feuerwehren Meerbeck-Niedernwöhren, Nordsehl-Lauenhagen und Stadthagen sowie die DLRG waren ebenfalls mit Booten auf dem Kanal. Aus Nordrhein-Westfalen unterstützte die Feuerwehr Petershagen-Lahde ebenfalls mit einem Mehrzweckboot, zudem wurde zur Koordination der unterschiedlichen Beteiligten der Fernmeldezug der Kreisfeuerwehr Schaumburg in den Einsatz gerufen. In der ersten Einsatzphase befanden sich damit zunächst rund 100 Einsatzkräfte an der Einsatzstelle.
Nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde eine umfassende Erkundung durchgeführt, berichtet Feuerwehrsprecher Sven Geist. Mithilfe der Hubrettungsbühne der Feuerwehr Stadthagen setzten Feuerwehrkräfte auf das rund fünf Meter vom Ufer entfernte Binnenschiff über. Die gemeldete Lage bestätigte sich jedoch nicht, ein Wassereinbruch konnte nicht festgestellt werden, sodass die Einsatzleitung die Zahl der eingesetzten Kräfte deutlich reduzierte.
Taucher der DLRG kontrollierten anschließend das etwa 67 Meter lange Binnenschiff und fanden die Ursache für die Havarie: Die Taucher stellten fest, dass der Frachter auf Steinen und Eisschollen aufsaß.

Die Einsatzstelle wurde im weiteren Verlauf an die Wasserschutzpolizei übergeben, die sich um die weiteren Maßnahmen kümmerte. Die Feuerwehr konnte nach rund vier Stunden wieder einrücken. Das Binnenschiff blieb an Ort und Stelle und soll am Mittwoch entladen werden, um es wieder freizubekommen.
Eisschollen gehen nicht unter ! Lag wohl eher im Schlick fest