
Hagenburg (red). Gestern Nachmittag, am Montag, den 25. August, herrschte Ausnahmezustand in der Hagenburger Langen Straße – sie führt als B441 direkt durch den Ort.
Gegen 16.30 Uhr wurde bereits eine Vielzahl von Feuerwehrleuten in den Einsatz gerufen: Die Feuerwehren Hagenburg-Altenhagen, Sachsenhagen, Gemeinde Wölpinghausen, Auhagen-Düdinghausen und die Hygieneeinheit der Feuerwehr Nienbrügge rückten aus. Denn das Einsatzstichwort lautete: Küchenbrand in einem Wohngebäude.
Vor Ort stellte sich dann heraus, dass dies nicht falsch war. Man hatte es hier weder mit angebranntem Essen noch einer vergessenen Herdplatte zu tun. Die Küche stand beim Eintreffen der ersten Kräfte bereits in Vollbrand. Aus dem Dachstuhl schlugen hohe Flammen.
Mehrere Atemschutztrupps gingen sofort ins Gebäude und starteten einen sogenannten Innenangriff: Im Haus selbst wurde versucht, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Aufgrund des bereits ausgedehnten Brandes mit massiver Hitzeentwicklung musste dieser Plan jedoch aufgegeben werden. Die Feuerwehren löschten nun von außen weiter.
Dazu kam weitere Unterstützung aus Wunstorf und Bad Nenndorf, die beide ihre Drehleitern nach Hagenburg schickten. Ein massiver Löschangriff wurde eingeleitet.

Gleichzeitig kümmerten sich die Einsatzkräfte darum, dass das Feuer nicht auf die benachbarten Gebäude übergreifen konnte. Dafür wurde eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut, also ähnlich einer Löschmaßnahme eine Art Wasservorhang gebildet. Dieser verhindert, dass Funken und Flammen überspringen, auch wird damit die Hitzeausdehnung unter Kontrolle gehalten, die zur Enflammung von Nachbargebäuden führen könnte.
Nun wurde auch das Atemschutz-Spezialfahrzeug der Kreisfeuerwehr Schaumburg zur Einsatzstelle gebracht, um die Versorgung mit ausreichend Pressluftflaschen für die eingesetzten Atemschutzgeräteträger sicherzustellen. Der Abschnittsleiter Nord verschaffte sich ein Bild von der Lage.
Infolge des Feuers kamen Menschen zu Schaden: Zwei Verletzte mussten vom Rettungsdienst ins Krankenhaus Neustadt gebracht werden.
Die Löscharbeiten zogen sich unterdessen weiter hin. Erst nach fünf Stunden waren auch die letzten Flammen erstickt. Gegen 21.30 Uhr wurde „Feuer aus“ gemeldet.
Baufachberater des Technischen Hilfswerks begutachteten anschließend das Gebäude. Auf deren Empfehlung hin wurden die stark beschädigten Giebelwände sowie der Schornstein von einem örtlichen Abbruchunternehmen abgetragen. Die Feuerwehr Hagenburg-Altenhagen stellte bis Mitternacht eine Brandwache.
Die Ortsdurchfahrt und damit die Bundesstraße in Hagenburg waren während des Einsatzes voll gesperrt. Am Ende waren rund 150 Retter im Einsatz gewesen, neben den Feuerwehren aus Wunstorf, Bad Nenndorf und allen Ortswehren aus der Samtgemeinde Sachsenhagen auch Rettungsdienst und Polizei. Zur Ursache des Feuers ist aktuell noch nichts bekannt.
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