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Biber breiten sich an der Westaue aus

03.12.2022 • Achim Süß • Aufrufe: 1515

Mehr als 600 Biber sollen es inzwischen sein, die beiderseits der Leine leben. Auch an deren kleinen Nebenflüssen sind die Nager aktiv. Im Februar wurden sie nach etwa zweijähriger Abwesenheit wieder bei Blumenau bestätigt. Nun rücken sie in Richtung Stiftsbereich nach Wunstorf vor.

03.12.2022
Achim Süß
Aufrufe: 1515
Ein Baum ist in die Westaue gefallen, ein weiterer ist bereits stark angenagt | Fotos: Achim Süß

Wunstorf (as). An der Westaue stehen in den Wiesen zwischen den Dämmen im Bereich des Wohngebietes Wendfeld viele Kopfweiden am Ufer. Einen dieser Bäume haben Biber in den vergangenen Tagen so weit angenagt, dass er umgefallen ist und nun zur Hälfte im Wasser liegt.

Gefällt haben die Biber die Weide nicht, um einen Damm zu bauen, berichtet der Neustädter Experte Holger Machulla. Die Tiere wollen an die dünnen Äste mit ihrer nährstoffreichen Bastschicht herankommen. Biber sind reine Vegetarier und haben laut Machulla mehr als 30 Pflanzen auf ihrem Speiseplan.

Kein Dammbau

An der Westaue gibt es nach seinen Angaben zwei oder drei Reviere mit wahrscheinlich bis zu zehn Bibern. In Blumenau seien sie seit gut fünf Jahren heimisch. Überall nehme der Bestand zu. Machulla ist deshalb nicht überrascht, dass die Biber an der Westaue nun offenbar in Richtung Stadtzentrum vorrücken. Machulla betont, dass Biber unter Naturschutz stehen und auch ihre Bauten wie Dämme oder die sogenannten Burgen streng geschützt sind.

Wo gefuttert wird, da fallen Späne | Foto: Achim Süß
Europäische Biber werden einschließlich ihres Schwanzes („Kelle“) gut 1,30 Meter lang und etwa 18 Kilogramm schwer. Das Fell ist dunkelbraun gefärbt und eines der dichtesten im gesamten Tierreich. Die Säuger waren ursprünglich in Europa weit verbreitet, wurden aber bis ins 19. Jahrhundert gejagt und verschwanden fast überall. Scharfe Schutzbestimmungen und Auswilderungen haben die Bestände wieder wachsen lassen. Biber leben an langsam fließenden und stehenden Gewässern mit Gehölzen in Ufernähe. Biber-Experten berichten, wie kein anderes Tier gestalte der Nager die Landschaft in seinen Revieren nach seinen Bedürfnissen: Bäume werden gefällt, Dämme gebaut und Flussläufe gestaut.
von Achim Süß
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Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Natur pur ! Man könnte ja die Bäume schützen mit maschendraht umwickeln

    • Lydia Bertani sagt:

      Ja, gute Idee! Weil Maschendraht ja quasi „Natur pur“ in Perfektion ist!
      Lustig, wenn man sich nicht entscheiden kann, ob man Bäume oder den Biber schützen will, gell?

      • SA sagt:

        Der Biber wird bald gejagt, weil breitet sich ja ungehindert aus (siehe der Wolf)!
        Und die angefressenen Bäume werden gefällt, sowie weitere Bäume als Präventivmaßnahme!
        So muss man sich um nix mehr kümmern…

        • Lydia Bertani sagt:

          Ich hol schon mal mein Popcorn und warte ab, ob sich die Biberschützer gegen die Baumschützer durchsetzen werden.
          Die Variante, dass sowohl Biber als auch Bäume platt gemacht werden, halte ich aber auch für nicht unwahrscheinlich.
          Es könnte ja sein, dass die Hersteller von Motorsägen, Flinten und Maschendraht die Gewinner sein werden.

  • Lydia Bertani sagt:

    Ich wäre ja zukünftig für ausgedehnte Heuschrecken-Schwärme geschützter Arten, da diese ja zum Glück auch reine Vegetarier sind, quasi die „Guten“ sind.

  • netzwerkertom@gmail.com sagt:

    Hoffentlich geht es dem Biber nicht so wie dem Wolf. Fangen wir doch jetzt schon einmal an über Quoten zu diskutieren.

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