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Einmal durch Wunstorf gefahren – sechsmal Arbeit für die Polizei

28.01.2024 • Redaktion • Aufrufe: 3506

Autofahren ohne Führerschein hätte gereicht, um sich mächtig Ärger einzuhandeln – aber es kam noch dicker für einen 23-Jährigen, den die Polizei gestern in Wunstorf stoppte.

28.01.2024
Redaktion
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Wunstorfer Polizei im Einsatz (Archiv) | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Im Nachhinein dürfte sich ein 23 Jahre alter Winsener wohl wünschen, gestern Abend nicht durch Wunstorf gefahren zu sein: Beamte des örtlichen Kommissariats führten gegen 20.30 Uhr eine Verkehrskontrolle durch und nahmen den Fahrer und seinen Ford Focus genauer unter die Lupe. Aus dem bis dahin unauffälligen Verkehrsteilnehmer wurde in diesem Moment schlagartig ein Tatverdächtiger, und die Beamten hatten es nicht nur mit einer in Frage kommenden Straftat zu tun, sondern gleich mit 6 verschiedenen Delikten.

Es fing mit dem fehlenden Führerschein an, den der 23-Jährige nicht vorzeigen konnte – weil er gar keinen besaß. Außerdem stand er offensichtlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Als wäre das noch nicht genug für ein Ende der Fahrt, befanden sich am Auto auch noch gestohlene Kennzeichen. Der Winsener war somit zwar nicht mit einem gestohlenen Auto, aber ohne Versicherungsschutz und Fahrzeugzulassung unterwegs gewesen – kein Kavaliersdelikt, sondern gegebenenfalls auch mit Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr verbunden. Eine Urkundenfälschung wird man ihm wegen des Anbringens der fremden Nummernschilder am Auto auch noch zur Last legen.

Ein Strauß von Strafverfahren

Die Beamten nahmen den Fahrer mit und ließen ihm eine Blutprobe entnehmen. Sollte sich der Verdacht auf berauschende Substanzen in der ausgewerteten Blutprobe bestätigen, dürfte es zu zwei Verfahren wegen Autofahrens unter Einwirkung berauschender Mittel und wegen Besitzes von Betäubungsmitteln kommen.

Bereits eingeleitet sind Strafverfahren wegen Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungs- und Kraftfahrzeugsteuergesetz. Woher die verwendeten, als gestohlen gemeldeten Kennzeichen genau stammen, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen diesbezüglich dauerten an, teilte die Polizei Wunstorf mit.

Sollte der 23-Jährige die Kennzeichen selbst entwendet haben, wäre er damit beim sechsten Delikt angekommen. Alles in allem stehen die Chancen für den Winsener damit äußerst schlecht, in absehbarer Zeit doch einmal einen Führerschein zu besitzen.


Autofahren ohne gültige Fahrerlaubnis ist keine Bagatelle, sondern eine Straftat. Dabei spielt es keine Rolle, ob überhaupt nie ein Führerschein erworben wurde oder, z. B. wegen einem Verkehrsverstoß, gerade ein Fahrverbot besteht und der Führerschein deswegen vorübergehend abgegeben ist. Dies hat Auswirkungen auf die Strafhöhe, aber es sind beides Straftaten. Die Tat wird mit maximal einem Jahr Gefängnis oder Geldstrafe bestraft. In bestimmten Fällen kann auch das Fahrzeug eingezogen werden. Wenig bekannt: Ein Fahrzeughalter, der wissentlich jemand anders ohne gültige Fahrerlaubnis seinen Wagen benutzen lässt, wird genauso bestraft, als hätte er selbst den Wagen ohne gültigen Führerschein gefahren.
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Kommentare


  • Grit D. sagt:

    Ohne den jungen Mann persönlich zu kennen:
    ob der nicht selbst der Meinung ist: nicht mit dem Auto durch Wunstorf zu fahren, wäre definitiv die bessere Entscheidung gewesen!?

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