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Erste Konflikte im Wunstorfer Bikepark

23.08.2025 • Redaktion • 4 Min.Kommentare: 9

Verletzungsgefahr, Verkehrslärm und Drogenkonsum: Schon in den ersten Tagen fällt Nutzern und Anwohnern nicht nur Positives zum neuen Wunstorfer Bikepark ein.

23.08.2025
Redaktion
4 Min.
Blick von der Startrampe auf die Sprungbrücke im Bikepark (Archiv)

Wunstorf (red). Wunstorf hat, nachdem es endlich losgehen konnte, in Rekordzeit einen Bikepark am Rand der Kernstadt hochziehen lassen. Im Frühjahr hatte man angefangen, im Sommer war er fertig. Ein komplettes BMX- und Mountainbike-Areal mit Rampen, Brücken und allen erdenklichen Schikanen zwischen alten Bäumen wurde angelegt, kann bereits seit der Fertigstellung vor vierzehn Tagen befahren werden und lässt nicht nur die Wunstorfer staunen.

Die Anlage für Radsport-Fans im Wunstorfer Norden ist an den Spielplatz in der Erich-Kästner-Straße angegliedert und mit Hilfe von EU-Fördermitteln aus dem LEADER-Programm entstanden. Auf verschiedenen Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen können MTB- und BMX-Fahrer ihre Fahrkünste testen und ausbauen. Der Parcours wurde naturnah als Fahrrad-Geländestrecke mit Modellierungen und Sprüngen angelegt.

Weit über die Grenzen der Stadt hinaus haben sich die Möglichkeiten im Bikepark bereits herumgesprochen, und das Gelände wird auch von außerhalb schon vom Start weg mit Begeisterung genutzt. Freuen sich nun alle? Nicht ausschließlich. Sowohl aus den Reihen der Benutzer als auch der Anwohner kommt Kritik zu diversen Punkten.

Das sagen Anwohner

Anwohner mit kleinen Kindern bedauern das Verschwinden der großen Freifläche, die es bislang neben dem Spielplatz gab. Das zugewachsene Gelände der ehemaligen Radrennbahn sei ein großer Abenteuerbereich für die Jüngsten gewesen. Der Bereich, der früher auch zum Fußballspielen genutzt wurde, ist nun deutlich geschrumpft – der Bolzplatzbereich grenzt jetzt direkt an den neuen Fahrradparcours an.

Das ist auch der eigentliche Kritikpunkt: Es gibt keine räumliche Trennung zwischen Spielplatzbereich und Fahrradfahrern. „Was ist, wenn der Ball mal rüberfliegt auf die Anlage …?“, fragt sich etwa eine Mutter. Im Nu seien dann kleine Kinder zwischen rasant fahrenden Fahrrädern unterwegs.

Dass kein größerer Parkplatz gebaut wurde, stößt Anwohnern ebenfalls sauer auf. Denn vor allem die Bewohner der Erich-Kästner-Straße bekommen den Anreiseverkehr deutlich zu spüren. Nicht wenige Bikeparkbenutzer kommen von weiter weg, teils aus der gesamten Region. Autos mit Anhängern, auf denen die professionellen Geländeräder verladen sind, parken dann in der bisherigen Anwohnerstraße, die nun zur Hauptzufahrt des Bikeparks geworden ist, vor den Häusern in den Parkbuchten.

Der Parcours schließt direkt an den Bolzplatz an, dahinter der Spielplatzbereich (Archiv)

Auch dass es sich hier um eine verkehrsberuhigte Zone, eine „Spielstraße“ handelt, wird nicht immer beachtet. Die Nachbarschaft selbst spielt nun Verkehrspolizei: „Letzte Woche ist hier jemand mit 50 durchgefahren“, berichtet ein Anwohner und meint die Geschwindigkeit, nicht das Alter des Fahrers. Man habe den Fahrer direkt zur Rede gestellt.

Der Verkehrslärm hat sich entsprechend intensiviert. Seit die Anlage freigegeben ist, kommen nicht nur die Fahrradfahrer aus der Stadt, sondern auch viele Autos in die Spielstraße.

Der Höhepunkt der Entrüstung ist jedoch erreicht, als Marihuanageruch aus dem Bikepark zum Spielplatz herüberweht. Ein junger Mann mit BMX-Rad hatte sich einen Joint angezündet. „Das geht gar nicht“, regt sich eine Frau auf und überlegt, ob man gleich die Polizei rufen solle. „Hier sind auch kleinere Kinder allein unterwegs.“

Das sagen Radsportler

Die Radsportbegeisterten sind ganz überwiegend auch begeistert von der neuen Wunstorfer Anlage. Für die kostenlose Nutzung eines solchen Parcours findet man im weiteren Umkreis kein vergleichbares Angebot.

Kritisiert wird aber die Bauweise der Kanten von Schanzen und Schrägen: Diese seien ziemlich hart, bei Stürzen sei das dann besonders problematisch. Erste Verletzungen gab es bereits.

Stürze sind nicht an der Tagesordnung, aber sie kommen vor. Einer der älteren Benutzer stürzte in voller Fahrt direkt vor den Augen der Anwesenden und schürfte sich den Arm auf. Die Ursache: Ein kleiner Ast lag auf der Strecke, der in der Kurvenfahrt ungünstig getroffen wurde. Die naturnahe Bauweise mit Waldcharakter hat ihren Reiz, aber auch Nachteile.

Das Ende der Brücke führt in die Luft (Archiv)

Dass es keine relevante Altersgrenze bei der Bikeparkbenutzung gibt, wird beanstandet. „Es sollte erst ab 18 sein“, meint ein älterer Fahrer aus Wunstorf. Man müsse sich nur einmal vorstellen, was passiere, wenn ein jüngeres Kind auf die Brückenrampe fahre, ohne zu ahnen, wie es dahinter weitergehe. Es würde mitsamt Rad rund drei Meter in die Tiefe fallen.

Diese Idee dürften wiederum die Jüngeren kaum unterschreiben, die ebenfalls mit Begeisterung auf der Anlage unterwegs sind – wenn auch nicht auf dem schwierigsten Teil des Parcours.

Ein Sportler befürchtet das Schlimmste für den Park und malt eine düstere Prognose an die Schanzenwand: „Bald ist hier wieder zu – sobald der erste schwere Unfall passiert ist.“

Für die Anwohner gibt es aus Sicht der Sportler eine Beruhigung: „Jetzt kommen erstmal alle von überall, weil es neu ist“, sagt einer von den Wunstorfer Fahrradsportlern. Nach dem ersten Jahr werde sich das legen, dann werde es wieder ruhiger in der Straße, so seine Prognose.

Das sagen Sportler und Anwohner

Bei einem Punkt sind sich Bikeparkbenutzer und Bikeparkanwohner hingegen völlig einig: „Wo sind die Mülleimer?“, fragen Anwohner und Sportler in den ersten Wochen. Oder: „Wäre schön, wenn es hier Mülleimer gäbe.“ Schon liegt zwischenzeitlich Verpackungsmüll und Unrat verstreut über die Anlage. Manche nehmen ihren Müll wieder mit, manche nicht.

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Kommentare


  • fred sagt:

    Der Mülleimer ist doch da, es ist der blaue Container, der ist oben offen

    Da zeigt sich Wunsorf mal wieder von der besten Seite, keine Mülleimer und pinkeln soll ich an der Freizeitanlage in den Büschen oder ich frage die genervten Anwohner. Aber vieleicht gibts ja bald Toiletten für 1,-

  • Anonym sagt:

    Dieser Bikepark ist genauso sinnvoll, wie die Gelder für Fahrradwege in Peru. Komplett zum Fenster rausgeworfenes Geld, währenddessen Rentner im Müll nach Pfandflaschen suchen müssen.
    Sehr originell auch die Aussage: „Einer der älteren Benutzer stürzte in voller Fahrt direkt vor den Augen der Anwesenden und schürfte sich den Arm auf. Die Ursache: Ein kleiner Ast lag auf der Strecke, der in der Kurvenfahrt ungünstig getroffen wurde.“
    Wenn diese Person bereits durch einen ungünstigen liegenden Ast in der Kurve überfordert ist, dann sollte sie besser Bus fahren oder ganz zu Hause bleiben. Aber vielleicht stürzt sie dann die Treppe hinunter, weil ein kleiner Ast ungünstig auf der Treppe lag.
    Mann, mann – es wird immer bekloppter…

  • Basti g. sagt:

    Mariuahna Geruch ist dort keine Seltenheit ist ja auch legal ! Finde es nur traurig das die kleinen Kinder daneben stehen und diesen ungesunden Gestank mit ertragen müssen ! Aber wie gesagt es ist ja legal also smoke,Bike and Fun

    • Anonym sagt:

      Deine Aussage ist schlicht falsch. Seit dem 1. April 2024 ist der Umgang mit Cannabis in Deutschland für Erwachsene unter bestimmten Bedingungen legal. Es gibt jedoch klare Einschränkungen und Verbote, die beachtet werden müssen.
      Einschränkungen beim Konsum:
      * Nähe zu Minderjährigen: Der Konsum von Cannabis ist in unmittelbarer Gegenwart von Personen unter 18 Jahren verboten.
      * Öffentliche Verbotszonen: Der öffentliche Konsum ist an folgenden Orten verboten:
      * In Schulen, auf Kinderspielplätzen, in Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie in öffentlich zugänglichen Sportstätten und in deren Sichtweite. Eine Sichtweite gilt in der Regel bei einem Abstand von unter 100 Metern zum Eingangsbereich der jeweiligen Einrichtung.

  • Paul B. sagt:

    Schade, wie einseitig hier berichtet wird. Statt die große Chance des neuen Bikeparks für Jugend, Sport und Gemeinschaft hervorzuheben, konzentriert sich der Artikel fast nur auf Probleme und Worst-Case-Szenarien. Natürlich gibt es Anlaufprobleme wie Verkehr oder Müll – die lassen sich lösen. Entscheidend ist: Wunstorf hat nun ein einzigartiges, kostenloses Sportangebot, das Kinder und Jugendliche bewegt und begeistert. Eine ausgewogenere Darstellung wäre der Anlage und der Stadt würdiger gewesen.

  • Annabel sagt:

    Eine wirklich sehr einseitige Berichterstattung, schade!
    Dass sich Alteingesessene über das Parken beschweren zeigt wieder mal, dass ein Beleben des ländlichen Raumes doch gar nicht gewünscht ist und die Einstellung „Alles soll so bleiben wie es ist“ vorherrscht.
    Ich bin am Wochenende bei der Eröffnung vor Ort gewesen und es war ein einziger Erfolg. Von allen Seiten habe ich nur Positives gehört und gerade die Fahrer und Fahrerinnen waren begeistert!!
    Endlich wird im Radsport ein Angebot für die neue Generation geschaffen – draußen an der frischen Luft statt vor der Glotze. Dass das hier so schlecht geredet wird ist echt traurig!

  • Thomas Rath sagt:

    Was will die Presse mit so einem Artikel mitteilen und letztlich erreichen? Bikeparks sind gefährlich und können Verletzungen hervorrufen. Ein Ball kann auf eine Bikeanlage fliegen. Äste können zu Stürzen führen. Jungendliche rauchen Marihuana. Wenn man mit dem Fahrrad stürzt, kann man sich den Arm verletzen. Ohne Mülleimer kann keine Freizeiteinrichtung existieren. Das sind vielleicht alles Probleme, die mal aufgetreten sind und korrigiert werden müssen. Aber selbst mit den Problemen ist das immer noch besser als koordinationsunfähige, übergewichtige Jugendliche, die vorm Handy oder vorm Tablet verblöden. Die angesprochenen Probleme lassen sich alle lösen bzw. zunächst einmal genau analysieren. Aber bestimmt sind einseitige Presseberichte nicht die Art und Weise wie man über zweifelsohne innnovative Projekte und deren evtl. notwendigen Verbesserung in der Öffentlichkeit informieren sollte.

  • Basti g. sagt:

    Gerade mit dem Hund eine runde gedreht und direkt an der fahrradbahn lagen noch dampfenden joint reststummel also ich bitte euch das muß doch nicht sein

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