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Neue Ideen für den Wilhelmstein

29.09.2021 • Redaktion • Aufrufe: 535

Trauungen, digitale Fahrkarten, historische Ansichten: Die Region Hannover hat ein Nutzungskonzept für die Insel Wilhelmstein vorgestellt. Barrierefreiheit und die Erreichbarkeit sollen eine größere Rolle spielen.

29.09.2021
Redaktion
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Schiffsanleger Steinhude
Der Schiffsbetrieb ist bereit zum Auslaufen Richtung Wilhelmstein | Foto: Daniel Schneider

Steinhude (red). Seit diesem Jahr wird der Wilhelmstein nicht mehr vom Fürstentum direkt verwaltet, sondern von der Steinhuder Meer Tourismus GmbH vermarktet. Im Auftrag der Region Hannover hat nun die „Gruppe Planwerk“ gemeinsam mit dem Büro „Nhst Architekten“ in den vergangenen Monaten das Nutzungs- und Entwicklungspotenzial der Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer überprüft. Unter anderem neue Konzepte für die Ausstellungen über die Festung Wilhelmstein und den Naturpark Steinhuder Meer, klarere Informationen über An- und Abfahrtzeiten der Schiffe zur Insel und ein Ausbau des Beherbergungsangebots werden empfohlen.

Digitale Fahrkarten und analoge Toiletten

Das Ergebnis der Begutachtungen lautet: Die Insel sei eine touristische Perle, die es weiterzuentwickeln gelte. Erste Vorschläge haben die beauftragten Büros bereits formuliert. Am gestrigen Dienstag wurden erste Eckpunkte im Ausschuss für Regionalplanung, Naherholung, Metropolregion und Europaangelegenheiten vorgestellt. „Das Konzept zeigt Bestandsqualitäten und Chancen, aber natürlich auch Entwicklungsbedarfe auf“, erläutert Christine Karasch, Dezernentin für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover. Unter anderem nehmen die Autoren das Thema Barrierefreiheit in den Blick, an dem das Naturpark-Team schon in den vergangenen Jahren gearbeitet hat. So sollten etwa beim Transport zur Insel mit dem Auswanderer oder mit den Linienschiffen die Bedarfe von Menschen mit Einschränkungen stärker Berücksichtigung finden. Auch der Einbau einer barrierefreien Toilette steht noch auf der Agenda. Ein weiterer Baustein, um Potenziale zu heben, ist die Digitalisierung – etwa beim Fahrkartenverkauf für die Schifffahrt.

Historische Ansicht wiederherstellen

Darüber hinaus empfehlen die Büros, in der Außengestaltung Sicht- und Blickachsen wiederherzustellen und die historische Grundfigur stärker sichtbar zu machen. Tatsächlich hat die Region Hannover in diesem Jahr bereits die Landschaftspflege in Angriff genommen. Ein Leit- und Orientierungssystem wurde installiert, Gastronomie und Hotellerie liegen seit diesem Jahr in neuen Händen. Künftig könnte das Angebot der Trauungen auf der Insel weiter professionalisiert werden. „Auf Basis des jetzt vorliegenden Papiers werden wir weiter Prioritäten bilden und schauen, was mit welchem Aufwand umgesetzt werden kann“, sagt Karasch. „Wir haben da einen Schatz, den wir weiter heben werden.“ Dabei sei wichtig, stets die Belange des Naturschutzes im Blick zu behalten, betont die Umweltdezernentin. „Schließlich liegt die Insel in einem Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung.“ Das jetzt erarbeitete Konzept wurde bereits einer naturschutzrechtlichen Verträglichkeitsprüfung unterzogen; die Prüfung ergab keine wesentlichen Beschränkungen. Künftig soll das Nutzungs- und Entwicklungskonzept den Rahmen für einen nachhaltigen und attraktiven Betrieb des Wilhelmsteins durch die Steinhuder Meer Tourismus GmbH setzen.

Die Steinhuder Meer Tourismus GmbH (SMT) wurde 2004 von der Stadt Wunstorf und dem Steinhuder Fremdenverkehrsverein ins Leben gerufen. In den Folgejahren traten auch Hagenburg, Neustadt und Rehburg-Loccum bei. In Steinhude betreibt die SMT bereits z. B. den Wohnmobilstellplatz und die Minigolfanlage. Auch die Tourist-Informationen in Steinhude, Mardorf und Neustadt werden von ihr betrieben.
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