Horst Koschinsky freut sich auf Amazon in Wunstorf …

Keine Extrawürste für Amazon!

Horst grantelt

Ama­zon kommt nach Wunstorf, das ist nun schon fast so sicher wie das Amen in der Kir­che (für die Jün­ge­ren, die kei­ne Kir­che mehr ken­nen: Ja, Ama­zon bringt die Päck­chen für die gesam­te Regi­on bald von Wunstorf aus). Denn das erstell­te Ver­kehrs­gut­ach­ten sieht kei­ne Pro­ble­me bei der Stra­ßen­ver­kehs­be­las­tung. Wer’s glaubt, wird selig.

Wo bis­her wenigs­tens noch zu Rand­zei­ten die Chan­ce bestand, ohne all­zu viel Stau Rich­tung Auto­bahn zu kom­men, wird der Ver­kehr künf­tig rund um die Uhr rol­len – oder eben nicht rol­len. Die Wunstor­fer Stra­ßen sind dann per­fekt aus­ge­las­tet, könn­te man sagen. Nicht über­las­tet, aber eben am Anschlag. Nur eine Über­las­tung hät­te aber gezählt, und so hat die Ver­wal­tung jetzt – lei­der, lei­der – kei­ne ande­re Wahl mehr, als die nöti­gen Bau­ge­neh­mi­gun­gen zu ertei­len. Sonst wür­de Ama­zon am Ende die Stadt ver­kla­gen – und Recht bekom­men.

Rich­tig nied­lich fin­de ich, dass sich der Welt­kon­zern Ama­zon sogar dazu her­ab­lässt, Wunstorf beim Bau neu­er Ampeln unter die Arme grei­fen zu wol­len. Genau: noch mehr Ampeln in Wunstorf. Fair wäre gewe­sen, den Bau der Nord­um­ge­hung zu spon­sern. Wir wür­den sie dann auch Ama­zon­schnell­weg tau­fen (bit­te nicht wie „Ama­zon schnell weg“ aus­spre­chen!). Oder zumin­dest könn­te man die dage­gen kla­gen­den Bau­ern mit lebens­lan­ger Gra­tis-Prime-Mit­glied­schaft gefü­gig machen.

Aber wenn wirk­lich neue Ampeln gebaut wer­den müs­sen, damit die Ama­zon-Las­ter künf­tig auch noch durch­kom­men, dann hät­te ich fol­gen­den Vor­schlag zur Güte: Die Ampeln wer­den nicht am nächs­ten Krei­sel, son­dern direkt vor den Aus­fahr­ten am Ama­zon-Ver­teil­zen­trum auf­ge­stellt … und bekom­men die glei­che Schal­tung wie die Ampeln in der Innen­stadt: Es wer­den nur 3 Fahr­zeu­ge durch­ge­las­sen, bevor wie­der Rot ist. Natür­lich alle Ampeln von der Hoch­stra­ße bis zu Obi zusam­men­ge­zählt: Dann wür­de maxi­mal alle 2 Stun­den ein LKW bei Ama­zon raus­kom­men. Und schon könn­te man die Enkel im Berufs­ver­kehr auf der Adolf-Oes­ter­held-Stra­ße mit dem Drei­rad spie­len las­sen, und Ama­zon wür­de von allen Wunstor­fern (ja, auch in Luthe und Kolen­feld) freu­dig als neu­er Arbeit­ge­ber begrüßt.

Ama­zon bräuch­te dafür auf der Web­site nur mini­ma­le Ände­run­gen vor­neh­men: „Ampel­schal­tung in Wunstorf“ müss­te als Extra­punkt in die Sen­dungs­ver­läu­fe, damit man nicht zu früh beim Nach­barn im Erd­ge­schoss klin­gelt, ob das Paket schon da ist.

Mit nur noch weni­gen Grü­ßen (mehr ist unter­wegs)
Horst Koschin­sky

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8 Kommentare
  1. Thorben Rump sagt

    Lus­tig.….. aber lei­der ohne Gehalt. Eine Umge­hungs­stra­ße wür­de ver­mut­lich für den Ver­kehr aus dem Gewer­be­ge­biet zur Auto­bahn recht wenig brin­gen – zumin­dest wäre mir die Stre­cken­füh­rung nicht ganz klar.

    Die Ampel von der wir hier reden, an der Abfahrt Luthe/Gewerbegebiet ist schon lan­ge not­wen­dig, und es ist doch gut, wenn die jemand anders bezahlt.

    Und ganz ehr­lich, von einer Über­las­tung der Bun­des­stra­ße von Luthe aus zur Auto­bahn ist mir auch nichts bekannt – und ich fah­re die jeden Tag zur Rush-Hour. Klar, wenn die A2 dicht ist, dann geht nichts mehr, aber das ist auch jetzt schon so.

    Wo also wird es zu ernst­haf­ten Belas­tun­gen kom­men, wenn die Ama­zon-Fahr­zeu­ge in einem Zeit­fens­ter mor­gens raus und Abends rein kom­men?

  2. Jan Krage sagt

    Ich kann das Gejam­me­re nicht mehr hören. Macht das Indus­trie­ge­biet dicht und macht einen See hin oder so. Wer braucht schon Fir­men und Arbeitsplätze…die Wunstor­fer schein­bar nicht…

  3. Paul Treptow sagt

    WTF, wer sind die­se intel­li­gen­ten Men­schen? Und wer ist die­ser Koschin­sky?
    Neue Ampeln in Wunstorf? Weil Ama­zon sei­ne LKWs durch Wunstorf schickt (blaue Linie)?
    Ama­zon wird sicher den schnells­ten Weg neh­men und das ist ein­deu­tig der gel­be Weg.
    Und oh Wun­der, der führt ja gar­nicht „DURCH“ Wunstorf…
    Und das nächs­te Wun­der, der Weg führt gleich zur Auto­bahn, den schnells­ten Weg um Ware zu trans­por­tie­ren.

    Aber schön die­se offen­sicht­li­che Abnei­gung von Horst zu lesen, ihm fehlt halt der Weit­blick was Ama­zon schon für Wunstorf tun wird.
    Nicht nur den Erhalt von Arbeits­plät­zen, um allein den wich­tigs­ten Punkt auf­zu­zäh­len…

  4. Frank Dahnke sagt
  5. Georg Braunroth ,C D U Butteramt sagt

    Es ist doch ganz ein­fach – Ama­zon baut die Nord­um­ge­hung ‚oder küm­mert sich dar­um ‚dass die end­lich gebaut wird – dann ist allen gehol­fen . Ama­zon kann nach Wunstorf . Es wer­den Arbeits­plät­ze geschaf­fen . Es gibt kei­ne neu­en — aber auch kei­ne alten Ver­kehrs­pro­ble­me mehr – t ‚und alle sind zufrie­den.

  6. Sunshine sagt

    Das sind ja krea­ti­ve Ide­en… mir fehlt ein Hin­weis dar­auf, dass Ama­zon ganz sicher Steu­ern in das Stadt­sä­ckel zahlt. Das wür­de den Wunstor­fern (und also auch mir) eine Ent­schei­dung pro Ama­zon deut­lich erleich­tern!

  7. Georg Braunroth ,C D U Butteramt sagt

    Ama­zon wird erst dann Steu­ern zah­len, wenn das Deut­sche Steu­er­recht ‚und das E U – Steu­er­recht geän­dert wird.
    Dabei muss es uner­heb­lich sein, in wel­chem Land eine Fir­ma ihren (Stamm-) Sitz hat. Steu­ern sind dort zu zah­len, wo die Umsät­ze und die Gewin­ne gemacht wer­den und anfal­len.
    Aber das Steu­er­recht ist sehr kom­pli­ziert und ein hei­ßes Eisen. Goog­le und Ama­zon machen Mil­li­ar­den­um­sät­ze bei uns und ver­steu­ern auf den Baha­mas. Machen unse­re gro­ßen Fir­men aber auch .
    Wenn der Weg dahin­ge­hend beschlos­sen wird, dass die Umsät­ze dort ver­steu­ert wer­den ‚wo sie anfal­len ‚müs­sen unse­re gro­ßen Fir­men wie V W und B M W usw. ihre Umsät­ze auch dort ver­steu­ern wo sie anfal­len.
    Da der Weg dahin führt . gehen die U S A schon wie­der dazu über Zöl­le zu erhe­ben ‚das heißt Ein­fuhr­um­sät­ze zu ver­steu­ern. Das Pro­blem schreit danach z.B. unse­rer­seits von der E U behan­delt zu wer­den. Dafür ist die E U da. Nicht für Bie­ge­win­kel der Gewürz­gur­ken – bin­nen­län­di­sche Natur­schutz­ge­bie­te – oder ob wir unse­re Namen auf der Tür­klin­gel über­kle­ben sol­len (neu­es­tes Daten­schutz­ge­setz)..

  8. Joachim Scholz sagt

    Ama­zon ist gro­ßer Mist, wenn du nicht zu Hau­se bist. Ne, mal ehr­lich, noch ein Lie­fer­dienst. Rei­chen nicht die gefühlt 20 ver­schie­de­nen Diens­te von DHL bis DPD und an wel­cher Tank­stel­le muß ich mein Paket dann abho­len. Aber wenn das mit der Lie­fe­rung per Droh­ne irgend­wann mal klappt bin ich dafür

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