Horst Koschinsky kauft bei Amazon …

Man kann nicht gegen Amazon sein und dann doch im Internet bestellen!

horst-grantelt-amazon

Bei Ama­zon kau­fe ich nicht. Nun ja, sagen wir lie­ber: ich ver­su­che, dort nicht ein­zu­kau­fen. Aus Prin­zip jeden­falls. Weil … man muss ja nicht einem Gigan­ten immer noch mehr in den Rachen wer­fen. In der Pra­xis funk­tio­niert das dann lei­der nicht ganz so gut. Eigent­lich gar nicht. Eigent­lich kau­fe ich so ziem­lich alles bei Ama­zon, was ich in Wunstorf nicht um die Ecke oder hier nicht in der rich­ti­gen Aus­wahl krie­ge. Nicht immer von Ama­zon, aber min­des­tens über Ama­zon.

Ich hab’ zwar inzwi­schen gelernt, wie man das Inter­net aus­druckt, aber bevor ich irgend­wo Vor­kas­se an einen Online­shop leis­te, des­sen Namen ich noch nie zuvor gehört habe, las­se ich lie­ber von Ama­zon abbu­chen. Da bin ich halt auf der siche­ren Sei­te.

Wenn ich dann höre, mit wel­chen Mit­teln die Lokal­po­li­tik das Ama­zon­zen­trum in Wunstorf ver­hin­dern will … Das erin­nert ein biss­chen an die Öko­strom­de­bat­te: „Atom­frei­er Strom, ja ger­ne – aber bit­te kei­ne Wind­rä­der vor mei­ner Haus­tür.“ Als ob die paar Last­wa­gen mehr oder weni­ger jetzt noch einen Unter­schied machen wür­den. In Auto­bahn­nä­he. Im Gewer­be­ge­biet. Hal­lo? Wir sind Wunstor­fer – wir ste­hen sowie­so im Stau. Und über die Nord­um­ge­hung wür­den die Las­ter sowie­so nicht rol­len. Und durch Luthe oder die Kern­stadt auch nicht. Außer wenn sich ein Fah­rer mal um 180 Grad ver­fährt. Weil ihm vor lau­ter Kreis­ver­keh­ren schon ganz schwind­lig ist.

Wir sind Wunstor­fer. Wir ste­hen sowie­so im Stau.“

Bestimmt ist auch die Luther SPD für Arbeits­plät­ze, aber Ama­zon hat wohl die „fal­schen“, wenn man plötz­lich auf die Arbeits­be­din­gun­gen von ansäs­si­gen Unter­neh­men schau­en will. Dabei ist die Bezah­lung bei Ama­zon offen­bar gar nicht mal so schlecht, den­noch kämpft z. B. Ver­di seit Jah­ren dafür, dass Ama­zon einen Tarif­ver­trag abschließt. Und Ama­zon sagt seit Jah­ren kate­go­risch Nein und lie­fert bestell­te Pake­te not­falls sogar lie­ber aus Polen an, wenn in deut­schen Lagern gestreikt wird. Aber des­we­gen nur noch elek­trisch betrie­be­ne Lie­fer­wa­gen erlau­ben? Im Gewer­be­ge­biet? Was kommt als nächs­ter Vor­schlag? Ein Segel­flug­platz für den A400M? Aus dem For­de­rungs­ka­ta­log spricht die Poli­tik der klei­nen Nadel­sti­che, um es Ama­zon so schwer wie mög­lich zu machen. Run­de Tische, Gut­ach­ten über Gut­ach­ten. Das kos­tet schluss­end­lich nur wie­der einen Hau­fen Geld und bringt außer Kos­ten nichts.

Nur mal ange­nom­men, man käme mit einer „Lex Ama­zon“ sogar durch und wür­de Nicht-Elek­tro-Lie­fer­wa­gen ver­ban­nen: Wer hät­te dann die A…-Karte? Ama­zon, das selbst über­haupt kei­ne Lie­fer­wa­gen betrei­ben will? Nein, es wären die klei­ne­ren Gewer­be­trei­ben­den, die sich anders als die Big Play­er noch kei­ne E‑Flotte leis­ten könn­ten.

Da kommt nicht irgend­wer, son­dern der welt­weit größ­te Online­händ­ler, will sich im klei­nen Luthe nie­der­las­sen und hun­der­te neue Arbeits­plät­ze schaf­fen – und der Poli­tik fal­len nur Gegen­maß­nah­men ein? Gera­de Luthe ist doch längst nicht mehr nur Dorf, son­dern tra­di­ti­ons­rei­cher Indus­trie­stand­ort. Da kann es doch eigent­lich kein Pro­blem sein, wenn die vor­han­de­nen Stra­ßen auch genutzt wer­den. Lasst Ama­zon durchs Gewer­be­ge­biet rol­len … und baut halt not­falls die Stra­ßen aus. Mit den Steu­ern von Ama­zon.

Mit ver­sand­kos­ten­frei­en Grü­ßen ab EUR 29,
Horst Koschin­sky

- Anzeige -
Buchhandlung Weber
13 Kommentare
  1. Gerrit Gates sagt

    Da gebe ich ihm recht.

    1. Ulli sagt

      … und wo bezahlt Ama­zon wel­che Steu­ern???

  2. Reinhard Seegers sagt

    ich bezwei­fe­le auch das es zu mehr Lie­fer­ver­kehr kom­men wird, denn das was Ama­zon in Zukunft aus­lie­fert fällt bei ande­ren Lie­fer­diens­ten weg, dürf­te also kein Unter­schied machen

  3. Frohwalt Boedtger sagt

    Der Mann hat sowas von recht !! Auf der einen Sei­te wird gejam­mert, wenn eine Fa. schließt oder Strom zu teu­er etc ist, aber neue Fa. / Lösun­gen sind dann alle mies. Was sind die Deut­schen bloß für Jam­mer­ge­stal­ten

  4. Friedlies Reschke PR sagt

    tref­fend auf den Punkt gebracht!

  5. Uwe Kampe sagt

    Fin­det eine Lösung für den auf­kom­men­den Ver­kehr und gut ist. Aus­ser wir war­ten so lan­ge, wie auf die Nord­um­ge­hung.

  6. Micha Herr-Forder sagt

    Ich geb ihm auch Recht, und vor allem soll­ten die Poli­ti­ker auch mal Poli­tik für den Bür­ger machen u.d nicht stän­dig dage­gen.….

  7. Grit Decker sagt

    War­ten auf die Nord­um­ge­hung??? *grü­bel denk*

    Mit Ver­laub #Uwe Kam­pe:
    Da dürf­ten wir uns wohl für wei­te­re vier Jahr­zehn­te in die Dau­er-War­te­schlei­fe bege­ben müs­sen…
    *knurr ärger*

  8. Claudia Schwarz sagt

    Stimmt.

  9. Bianca Lilienthal sagt

    Als es Lidl noch gab, war dort auch Lie­fer­ver­kehr.…. Viel­leicht gibt es dann wie­der mehr Arbeit und weni­ger Arbeits­lo­se in Wunstorf…

  10. Mari sagt

    Wenn Ama­zon mal durch­schnitt­li­che Steu­ern zah­len wür­de! Machen sie aber nicht. Was hat dann Wunstorf davon? Die Arbeit wird auch nicht ordent­lich bezahlt.

  11. Georg Braunroth ,C D U Butteramt sagt

    Georg „grantelt„dagegen
    Die Fa. AMA­ZON mag zwar welt­weit die „Größte„sein.zahlt aber auch welt­weit nir­gends Steu­ern oder Abga­ben.
    Wenn in Wunstorf ein Aus­lie­fe­rungs­le­ger ‚das sich wegen ‑leer­stan­des- anbie­tet ‚über­nom­men wird, wer­den das Aus­lie­fer­fir­men sein„die nir­gends zuge­ord­net wer­den kön­nen, und die wie­der­um Ein­zel­be­trie­be aus dem euro­päi­schem Ost­block beauf­tra­gen ‚die als 1‑Mann Fir­ma sel­ber fah­ren ‚oder Fah­rer zu Min­derst – Min­dest­löh­nen beschäf­ti­gen. Mit Steu­er­ein­nah­men kann die Stadt Wunstorf kaum rech­nen, wird sich aber um die Ver­kehrs­lo­gis­tik küm­mern müs­sen ‚und die­se Aus­ga­ben wahr­schein­lich auch sel­ber tra­gen müs­sen.
    Mit gut­be­zahl­ten Arbeits­plät­zen ist nicht zu rech­nen, aber mit immensen Kos­ten für eine bes­se­re Ver­kehrs­füh­rung. Da die Fa. AMA­ZON in Garb­sen ein rie­si­ges Lager für Fern­ge­schäf­te baut, ist damit zu rech­nen
    ‚das von Wunstorf aus ‚stern­för­mig nur AUS­LIE­FE­RUN­GEN IN kLEIN­LIE­FER­WA­GEN erfol­gen, die kaum über Auto­bah­nen aus­ge­führt wer­den ‚son­dern die den Bal­lungs­raum Han­no­ver plus 100 km ver­sor­gen

  12. Georg Braunroth ,C D U Butteramt sagt

    zu mei­nem Kom­men­tar : Und wenn ‚dann nur mit Nord­um­ge­hung

Antworten zu Micha Herr-Forder
Antwort verwerfen

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.