Horst Koschinsky findet keinen Parkplatz

Alle Wunstorfer Parkplätze abschaffen!

Wunstorf soll neue Parkplätze bekommen … am Schützenplatz. Das zeigt, dass die Wunstorfer Lokalpolitik im Dornröschenschlaf liegt und die Realität verkennt, findet Horst Koschinsky.

Horst grantelt - Parkplätze

Es wird in der Wunstorfer Kommunalpolitik nicht mehr agiert, nur noch reagiert. Herumdoktern an den Symptomen, das ist der Eindruck, den ich habe. Wo sind die städtebaulichen Visionen, der Mut, auch mal in die Zukunft zu denken? In den 80er Jahren baute man noch die halbe Innenstadt zur Fußgängerzone um, klotzte eine monströse Hochstraße mitten in die Stadt und legte den Grundstein dafür, dass Wunstorf zur schönsten Innenstadt der Region geworden ist. Heute aber traut man sich nicht mal mehr, eine zweite Ebene auf den ohnehin schon vorhandenen Nordwallparkplatz zu stellen.

Aber die Parkplatznot wird immer drängender. Der Parkplatzsuchverkehr rund um die Fußgängerzone ist schon jetzt kaum noch erträglich, und bald fällt auch noch der Parkplatz an der Küsterstraße weg. Doch statt Parkplätze dort zu bauen, wo sie gebraucht werden, baut man sie lieber dort, wo halt gerade Platz ist und man vermeintlich billiger wegkommt. Dort, wo gefühlt schon fast der Haster Wald anfängt (wenn man eigentlich einen Kaffee am Marktplatz trinken wollte): Am Schützenplatz! Ausgerechnet dort, wo nun wirklich kein Parkplatzmangel herrscht.

Die Verwaltung ruft gerne dazu auf, lokal in der Innenstadt einzukaufen, schafft aber nicht die Voraussetzungen dafür, sondern legt dem Rat lieber ein Konzept vor, das höchstens auf dem Papier die Parkplatznot lindert. Man schafft keine sinnvollen Parkplätze und wundert sich dann, warum die Südstraße ausblutet und die großen Ketten lieber nach Neustadt als nach Wunstorf ziehen. Wie die Kunden zu den Einzelhändlern kommen – deren Problem. Dann kann man sich das Geld für Parkplatzbau auch gleich ganz sparen und am Ortseingang Hinweisschilder auf die Shoppinggelegenheiten in den Umlandgemeinden aufstellen.

Wer bei Martino einen Cappuccino trinken oder bei Ludowig Fritten und Burger essen will, latscht nicht durch den Bürgerpark oder die ganze Lange Straße entlang. Man parkt ja auch nicht in Hagenburg, wenn man zu den Strandterrassen möchte. Auch jetzt in der Weihnachtszeit ist es wieder besonders schlimm. Wenn ich zum Weihnachtsmarkt will, parke ich nicht am Schützenplatz. Punkt. Da kurve ich lieber so lange am Nordwall oder am Alten Markt, bis mir schwindelig wird. Und alle anderen sehen das genauso. Da kann man noch so viele Parkplätze an den Stadtrand setzen. Pech für die Umwelt, Pech für die Anwohner. Willkommen in der stressigsten Innenstadt der Region.

Böse Zungen behaupten, dass Wunstorf irgendwann nur noch aus Altenheimen bestehen wird. Vielleicht ist genau das der geheime Masterplan. Als Altenheimbewohner brauche ich keinen Parkplatz mehr und gehe auch nicht mehr selbst einkaufen. Problem gelöst.

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22 Kommentare
  1. Markus Birth meint

    Danke Horst, ich stimme zu!

  2. Nils Flaßhoff meint

    Diese Bedenken wurden mehrfach geäußert, als über mögliche neue Parkflächen beraten wurde. Da hieß es noch, die Entfernung wäre kein Problem.

  3. Reinhard Seegers meint

    Ich stimme auch zu, auch für gehbehinderte Menschen gibt es zentrumsnah kaum Parkplätze

  4. Michael Schöner meint

    Die Leute werden eher drei Stunden um einen nähergelegen Parkplatz herumkurven und über Stadt und Politiker schimpfen (die ja wahrscheinlich alle auf Steuerzahlerkosten geheime unterirdische Parkplätze in Citynähe haben) als ein paar Minuten zu Fuß zu gehen.

  5. Shirley Piepereit meint

    Rosanna Jatze Inga Egbert

  6. Christian Albrecht meint

    Der liebe Horst hat recht. Ich Parke nicht am Schützenplatz und latsche dann bis in die Innenstadt. Entweder ich bekomme einen Parkplatz dicht bei, oder ich lasse es sein. Dann fahre ich generft weiter. Und wenn der Parkplatz in der Küsterstraße wegfällt, dann bin ich für eine kurze Besorgung bestimmt gar nicht mehr in der Innenstadt zu sehen. Und damit bin ich sicherlich nicht der Einzige

  7. Timo Janke meint

    Es fängt ja schon damit an das die Leute sich in der Mittelstraße vors Hotel und vor die reservieren Parkplätze stellen, so das man ohne Ende kurbeln kann, nur weil die Leute zu Unrecht dort parken.

  8. Dierk Tussing meint

    Manchmal bin ich davon überzeugt dass Politiker mit allen Mitteln versuchen Amazon etc. noch größer zu machen. Wenn ich also Commerzbank Kunde bin muss ich einen Kilometer laufen um Geld abzuholen?

  9. Habanero Man meint

    Hallo Horst, wo willst Du denn Parkplätze haben?

    Altenheim abreißen, Bürgerpark planieren, Parkhäuser bauen. Wenn möglich für Null Euro.

    Das ist das gleiche wie Wunstorfs innerörtliche Ortsumgehung die mitten durchs ehemalige Kloster führt um noch mehr Kunden in die Stadt zu bringen. Das einzige was sie gebraucht hat sind elf Ampeln und eine Luftverpestung sonder gleichen.

    Von Geschäft Home in der City zur Haltestelle Scharnhorstschule sind es 750 Meter. Zur Haltestelle in den Ellern 650 Meter. Es ist egal wo Du parkst. Laufen musst Du so oder so.

    Wie wäre es mit einem kostenlosen Buspendelverkehr und meinetwegen zusätzlichen Parkplätzen in Bahnhofsnähe? Das ist allemal günstiger und schneller realisierbar als ein Parkhaus.

  10. Frank Ludowig meint

    Parkmöglichkeiten sind ein Dauerthema. Aber seit einigen Monaten ist es ganz extrem geworden. Die zentralen Plätze sind mittlerweile fast rund um die Uhr total belegt. Wir wollten neulich Abends um 21 Uhr am alten Markt etwas essen gehen und wir mussten im Halteverbot parken, weil alles voll war. Da es geregnet hat, wollten wir nicht noch weit laufen. Wenn ich morgens um 8 Uhr dort vorbei komme, ist es auch schon total belegt. Kein Platz für Kunden. Wir haben das große Glück, noch eine funktionierende und belebte Innenstadt zu haben. Noch! Wie lange noch? Heute kann man das meiste online bestellen, und darauf weichen die Kunden eben aus. Bücher oder zum Beispiel Deko kaufen die Leute eben online, wenn sie die Lust an der Innenstadt verlieren. Und das geht ganz schnell. Natürlich kann man auch ein Stück zu Fuss gehen und auch ich fahre gerne mit dem Fahrrad, aber alles nur bei trockenem Wetter. Genau das merken wir mittlerweile im Geschäft. Die Kundenfrequenz ist extrem wetterabhängig geworden. Das war früher anders. Ich hoffe, Politik und Verwaltung erkennen die Problematik. Vielleicht kommen die Damen und Herren ja mal selbst in die Innenstadt zum Bummeln, dann kann man das selbst gut erkennen.

  11. Marc Schaper meint

    Radfahren soll ganz gesund sein……

  12. Jürgen Hecht meint

    Ich möchte hier Mal die begeisterten Kommentare lesen wenn der Vorschlag eines zweiten Parkdecks am Nordwall angenommen würde und der Nordwall während der Bauzeit komplett gesperrt wird. So ein Parkdeck ist schließlich nicht über Nacht gebaut.

  13. Torben Klant meint

    Jeder findet einen Parkplatz, zum Beispiel auf dem Nordwallparkplatz. Nur einen Tag in der Woche (Freitag während des Marktes) muss man zeitweilig suchen. Dafür mehrere Millionen für ein Parkdeck zu investieren, das meistens nicht ausgelastet sein wird, ist doch keine vernünftige Option.

  14. Friedlies Reschke PR meint

    ein anderer Vorschlag: Parkplätze am Bahnhof (also ein Parkhaus mit 5 Stockwerken) und dann weiter mit Rikschas!

    1. Marco Waschk meint

      Das mit den Rikschas ist eine gute Idee. 50 Cent pro Person vom Schützenplatz in die Mitte der Füssgängerzone würde ich bezahlen.

  15. M. Depping meint

    Auf ideale Parkplätze können wir Wunstorfer warten, wie bei der Umgehungsstraße: wird alles in die Zukunft verschoben, irgendwelche Hobbypolitiker werden ja doch immer wiedergewählt.

    Geheimplan unserer „Politiker“: abwarten bis es tragfähige Drohnen gibt, die können die Wunstorfer jederzeit direkt vor dem Geschäftseingang abgesetzen.

    Den Kommentar von Frank Ludowig kann ich sehr gut nachvollziehen (wie wohl die meisten Wunstorfer auch).
    Beispiel Alter Markt: Ein schönes Wasserspiel haben wir dort; aber ohne Rücksicht auf Verluste hat man damals einige Parkplätze abgebaut. Ich selbst bin seit geraumer Zeit meißtens mit dem Rad unterwegs, so bin ich manchmal schneller, gegenüber dem Auto, an meinem Zielort.

  16. Fabio meint

    Hallo .Gibs in Wunstorf auch andre Eiscafe und ristorant wo cappuccino un Essen anbiete un für gute Preise un super Qualität ….Nicht nur Martino und Ludowig …

  17. Stefanie Schaer meint

    https://www.wunstorf.de/downloads/datei/OTIyMDA1MTc2Oy07L3Vzci9sb2NhbC9odHRwZC92aHRkb2NzL3d1bnN0b3JmL3d1bnN0b3JmL21lZGllbi9kb2t1bWVudGUvZWluemVsaGFuZGVsc2d1dGFjaHRlbl9zdGFkdF93dW5zdG9yZl8yMDE3XzE4LnBkZg%3D%3D
    Interessant sind die Seiten 108 – 110 des Einzelhandelskonzepts der Stadt Wunstorf. In Bezug auf Kopplungseinkäufe Aldi Markt (in den Ellern) und Innenstadt, sind es lediglich 2% und somit wird der Aldi Markt wegen eines „unzureichenden räumlich-funktionalen Zusammenhangs“ zur Innenstadt ausgeklammert….

    Und richtig – genau dort schaffen wir neue Parkplätze für die Innenstadt, weil ja auch der räumlich-funktionale Zusammenhang besteht *Ironie off*

  18. Stefan S. Creative Disput meint

    Was sollen den die Ratsherren machen? Wohnhäuser abreißen? Wunstorf macht sich wenigstens Gedanken, wenn auch verzögert im Gegensatz zu den anderen Städten. Siehe Neustadt. Bewegung hat noch niemanden geschadet. Keine 5 Minuten geht man zum Schützenplatz. Ich bin stolz auf unsere Fußgängerzone!!!! Und Parkhäuser sind ja wohl ein NO GO in unserer Idylle! …

    1. Mirko Baschetti meint

      Neustadt hat in der Innenstadt ein Parkdeck und im Zuge der Neugestaltung HBF sind etliche Parkplätze zentrumsnah geschaffen worden. Der Fußweg von den zu schaffenden Parkplätzen am Schützplatz/Wunstorf bis zum Kernzentrum der Fußgängerzone ca. 750m = 10 Minuten Fußweg.

  19. Michael Weihs meint

    Ich finde das lustig: Alle wollen saubere Luft und keine Autos in den Innenstädten, aber möchten am Liebsten vor den Geschäften parken! Genau mein Humor…
    Gemäß dem Motto: Zurück zur Natur, aber bloß nicht zu Fuß.

  20. Grit Decker meint

    Als ich die ganzen Beiträge durchgelesen hatte, stellte ich einmal mehr fest, dass ich im Grunde dankbar sein darf, „chronische Busnutzerin“ zu sein.

    Zur Hauptverkehrszeit ist das zwar mitunter genauso nervend, wie für die Autofahrer die (meist vergebliche!) Suche nach einem zentrumsnahen Parkplatz, doch bin ich unabhängiger und flexibler.
    Und schneller obendrein.

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