Die Bäderbetriebe kommen ins Schwimmen

Jetzt hat auch Wunstorf einen BER

Berlin hat den BER – und Wunstorf hat das Freibad Bokeloh. So in etwa ist gerade die Stimmung bei den Freibadgängern in unserer Stadt. Zu recht. Der einzige Unterschied ist: Während beim BER darauf gewettet wird, wann und ob der Flughafen überhaupt mal öffnet, wird beim Freibad Bokeloh gewettet, ob und wann es in der aktuellen Saison öffnet – und ob und wann es endgültig geschlossen wird.

Und das sind noch die moderateren Stimmen. Die wirklich Wütenden fragen sich, ob das nur Inkompetenz oder schon Absicht ist, was die Bäderbetriebe da abliefern. Dabei machen sie doch einen hervorragenden Job, indem sie ein bald 50 Jahre altes Freibad mit professioneller Improvisation immer weiter am Laufen halten. Und dass man das Teil damals auf eine Müllhalde gebaut und die Wasserrohre in Beton eingegossen hat, das kann man doch nun wirklich nicht dem Tagesgeschäft in die Schuhe schieben.

Aber ich kann auch alle verstehen, die es nicht mehr hören können. Jedes Jahr dasselbe Spiel: Klappts oder klappts nicht? Im Zweifel gilt: die Sonne scheint – und das Freibad bleibt zu. 2016 komplett, 2018 – noch ungewiss. Vor wenigen Tagen noch tolle Fotos in den Zeitungen zum Saisonbeginn, und nun – PENG – wir können leider nicht aufmachen.

Warum bemerkt man gravierende Probleme erst unmittelbar vor dem Eröffnungstermin? Warum behebt man bereits bekannte Schäden nicht frühzeitig? Warum lässt man erst noch die Bokeloher ihre Freizeit beim Schwimmbad-Frühjahrsputz opfern? Warum informiert man nicht genauer, sondern verweist schwammig auf die Betriebssicherheit und lässt die Leute mehr oder weniger kommentarlos vor der Tür stehen? Da bin ich nicht der Einzige, der sich diese Fragen stellt. Da kann sich durchaus mal der Eindruck aufdrängen, dass die Prioritäten falsch gesetzt werden und Bokeloh das ungeliebte Stiefbad neben dem Elements ist. Das geht ja schließlich auch nicht jedes Mal nach der Sommerpause kaputt.

Umso toller, finde ich, muss man aber mal das Verhalten der Verantwortlichen sehen: Wenige Stunden vor Eröffnung einfach zu sagen „Stopp, geht nicht, zu unsicher“, obwohl man genau weiß, welche Folgen das in Wunstorf auslösen wird … Hut ab! Das nennt man Verantwortung. Ich persönlich wäre am abgesagten Eröffnungstag lieber Gebäudereiniger auf einer Ölbohrplattform statt Bademeister in Bokeloh gewesen.

Ich wünsche allen, dass die Mängel sich als harmlos herausstellen, schnell beseitigt werden können und wir noch viele Jahre ein tolles Freibad in Bokeloh haben werden. Und den Bäderbetrieben, dass diesmal nicht wieder eine beauftragte Fachfirma bei Reparaturversuchen Hydraulik-Öl verliert. Das wäre weiteres Öl ins Feuer der Verschwörungstheorien.

Trockene Grüße,
Horst Koschinsky

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4 Kommentare
  1. Petra Schroeder meint

    Ich glaube, es war keiner da. Es hing nur ein Zettel dran

  2. Alexander Stahlhut meint

    Ich finde es aber gut das die es verschieben wen wirklich was im argen ist ich war früher als Kind immer da und ziehe mein Hut das es das Freibad noch gibt ehrlich

  3. Hans-Georg Hansen meint

    sehr guter Kommentar……Ja , das ist wie so häufig in Wunstorf wieder mal ein Trauerspiel..

  4. Georg Braunroth meint

    Jetzt hat auch Wunstorf seinen BER
    Das b e h e i z t e Freibad Bokeloh wurde zur Gebietsreform 1972 geba ut , und ist somit in die Jahre gekommen und an manchen Stellen marode und überholungsbedürftig . Das ist aber normal und eigentlich so hinzunehmen. Das Wunstorfer Hallenbad ist jünger und viel maroder überholungsbedürftiger als das Bokeloher Bad.
    So ein Bad ist eine Sonderanlage und durch die vielen Rohrsysteme sehr empfindlich.Auch im Bokeloher Bad ist es öfter zu Brüchen in den Rohrsystemen gekommen Leider sind diese Fehler nie von Fachfirmen -sondern von normalen Hoch- und Tiefbau-Firmen behoben wurden. Das ist aber im Bäderbereich nicht akzeptabel , da schon kleinste Rohrfelder zu großflächigen Unterspülungen und Absenkungen der Schweren Bäder führen.
    Auch die letzten Reparaturen sollten von einer heimischen Hoch- und Tiebaufirma durchgeführt werden. Diese Fa. hat nur zusätzliche Schäden angerichtet. Zuletzt noch durch einen Bruch einer Baggerohrleitung , die das gesamte Hauptbecken verschmutzte. Der Bürgermeister Eberhardt hat sich bei einem Treffen im Bokeloher Dorfkrug dafür entschuldigt , daß durch diese Fehler bei der Auftragsvergabe ein Schaden von über 60.000,00 €uro für die Wunstorfer Stadtkasse entstanden ist. Das ist Ihm sehr hoch anzurechnen , seitens der Bäderbetriebe habe ich nie Entschuldigungen für Fehlentscheidungen gehört.
    In der Damaligen Sitzung war von Unsummen zur iSchadensbeseitigungn im Bokeloher Bad die Rede . Diese Unsummen waren absurd und so wurde beschlossen eine F a c h – Firma zu befragen .Die Fachfirma bezifferte die Schäden am Hauptbecken auf ca. 300.000,00 €uro. — meinte aber ,das an den östlichen Rohrleitungen und am Nichtschwimmerbecken noch weiter Schäden von ca. 100.000,00 €uro zu reparieren seien. Diese Schäden wurden zurückgestellt , die Grundreparatur wurde ausgeführt.
    Was nun genau geschehen ist ist mehr oder weniger unbekannt , da sich die Wunstorfer Bäderbetriebe mit Ihren Ausführungen immer sehr bedeckt halten , aber ich nehme an ,das im Bereich des Nichtschwimmerbeckens Vernässungen durch diese Rohrdefekte erdeckt wurden und es somit zu der überstürzten Schließung kam. Dei einem sofortigen Treffen wurde den Bokelohern der Vorschlag gemacht , das Bad für 1,00 €uro zu übernehmen . Das alles war sehr undurchsichtig , da das Bad auch am nächsten Tag wieder eröffnet wurde , nur das Nichtschwimmerbecken bleibt geschlossen , da es da durch die Wasseraustritte zu Absenkungen kommen kann.
    Das ganze passt natürlich in die Gerüchteküche, das manche Wunstorfer das Bokeloher Bad gerne geschlossen sehen möchten, um neben dem Hallenbad ein neues Freibad zu bauen.
    Das passt den Bokeloher Bürgern nicht.
    Ich habe in der letzten Ortsratssitzung den Antrag gestellt, den Zustand des Bokeloher Bades durch eine Fachfirme feststellen zu lassen .
    Ist das Bad sanietungsfähig sollte es mit allen Anlagen saniert werden. Müsste es generalüberholt oder neu aufgebaut werden ,m u s s der Neubau an gleicher Stelle entstehen.
    Auch das Hallenbad in Wunstorf , das marode ist , und wie das Neustädter Hallenbad neu gebaut werden muss , m u s s in Bokeloh neu gebaut werden — da uns Die Firma Kali und Salz für mindestens 35 Jahre eine weitere Versorgung mit dem warmen Wasser zum Beheizen der beiden Bäder zusagt.
    Ich würde gerne von allen Interessenten Meinungen hören um dieses heiße Thema weiter zu diskutieren
    Georg Braunroth
    Alter Damm 1a
    31515 Wunstorf / Bokeloh
    Tel.: 05031 516248
    Mail: georg-braunroth@t-online.de

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