Horst granteltKolumne

WuWiWo – same procedure as every year?

Horst grantelt auf dem Wunstorfer Wirtschaftswochenende

Wenn die Autos vom THW aus dem Schlamm gezogen werden, dann weiß man: es ist wieder Wunstorfer Wirtschaftswochenende.

Mal unter uns: was bisher über das Wunstorfer Wirtschaftswochenende 2018 zu lesen war, fand ich gelinde gesagt stark geschönt. Ich würde die diesjährige Messe eher als “mau” beschreiben. Nicht nur “Big Player” wie Sparkasse und Stadt Wunstorf fehlten, man bekam auch sonst den Eindruck, dass insgesamt deutlich weniger los war. Sogar einige Aussteller begannen am Sonntagnachmittag schon weit vor 18 Uhr mit dem Abbau ihrer Stände. Liegt’s daran, dass es jedes Jahr im Grunde wieder dasselbe ist? Dass sogar das Bühnenprogramm irgendwie wie aus dem Vorjahr recycelt wirkt?

Alles ist wie gewohnt: Am Eingang der Bundeswehrkarriere-Truck, Johanniter, THW, DLRG und viel zu viele SUVs auf dem Freigelände, in den Zelten dann die üblichen Verdächtigen ohne wirkliche Überraschungen. In der vorderen Ecke verkauft Herr Wittrock seine Bücher, in der hinteren Ecke ist die Modelleisenbahn aufgebaut (Was würde wohl passieren, wenn man die untereinander mal tauschen würde? Panisch-verwirrte Besucher?) Dazwischen vom Handwerk bis zum Finanzdienstleister Popcornmaschinen. Das “Familienangebot” war dürftiger als im Vorjahr: ein Kinderkarussell und ein Bungee-Trampolin. Zum Glück ließ der Arbeitsbühnenstand die Leute wieder hoch und runter fahren.

Am spannendsten fand ich da noch die Esoteriker, die es irgendwie ins Gesundheitszelt geschafft haben. Oder bei den Fitnessgeräten diesen vibrierenden Raclette-Grill zum Draufsteigen, der die Leute durchrüttelt und damit auch ziemlich ins Schwitzen bringt. Das war wie früher Radfahren ohne Stoßdämpfer – kostet aber so viel wie ein E-Bike.

Geradezu katastrophal jedoch das Parken. Sogar das ist nix Neues. Teile des Schützenplatzes verwandeln sich im verregneten April traditionell in eine Sumpflandschaft, wenn die Autos von Ausstellern und Besuchern anrollen. Fahrzeuge fahren sich fest, und alle sind dann froh, dass das THW sowieso schon da ist und die Messe kurzerhand zum Einsatzgebiet erklärt. Auf den nicht gesperrten Parkplätzen stehen dann die Autos der Aussteller, und die Besucher können sehen, wo sie bleiben. Wildes Parken und endlose Parkplatzsucherei sind die Folge. Die Alternative ist keine: Am Nordwall oder sonst wo parken und dann mit dem Bus zur Messe. Nicht euer Ernst, oder?

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Horst Koschinsky

FREIER AUTOR. Mitunter miesepetrig und mit bissigen Kommentaren gesegnet. Im Herzen aber harmlos und liebenswürdig.

8 Kommentare

  1. So kann man es zusammenfassen. Auch das es wie immer keinen vernünftigen Überweg gibt, um sicher über die Straße zu kommen. Und, das wie immer die Luft im Zelt katastrophal war.
    NEU war hingegen, dass Aussteller ihre potentiellen Kunden behandeln wie dreck : “was quatschen Sie mir ständig dazwischen” “wenn sie wirklich was wissen wollen, dann hören sie auf, ständig dazwischen zu quatschen” …

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