Ralfs Radweg: Von Wunstorf nach Australien mit dem Fahrrad

Mit dem Fahrrad nach Australien

Ralf Völkers ist in Australien

Vor einem knappen halben Jahr in Wunstorf gestartet, nun steht sein Fahrrad in Australien vor der Oper in Sydney. Ralf Völkers hat sein Ziel erreicht – vorläufig.

Geschafft: Ralf Völ­kers vor der Oper in Syd­ney | Foto: pri­vat

Wunstorf/Sydney (ds). Spä­tes­tens zu Sil­ves­ter woll­te Ralf Völ­kers in Syd­ney sein, um sich das Feu­er­werk an der Har­bour Bridge anzu­se­hen – und zwar mit dem Fahr­rad. Von Wunstorf aus. Das ist inzwi­schen kein Traum mehr, auch kein rea­lis­ti­sches Ziel, son­dern seit heu­te bei­na­he schon Rea­li­tät: Vor eini­gen Stun­den ist Ralf Völ­kers in der aus­tra­li­schen Metro­po­le ange­kom­men.

Ralf down under

Den 5. Kon­ti­nent hat­te Völ­kers schon am 25. Sep­tem­ber erreicht – von Den­pa­sar auf Bali war er mit der Bil­lig­flug­ge­sell­schaft Mal­in­do Air nach Bris­bane (Bun­des­staat Queens­land) an die Ost­küs­te Aus­tra­li­ens geflo­gen und genoss erst ein­mal die „Gold Coast“: Die Gegend liegt in sub­tro­pi­schem Gebiet, und wäh­rend in Wunstorf gera­de der Herbst Ein­zug hält, ist bei Ralf Völ­kers nun schon der Früh­ling in vol­lem Gan­ge. Von dort aus radel­te er den letz­ten Monat dann die Küs­te ent­lang Rich­tung Syd­ney, bei stets „frei­em Blick“ auf Süd­ame­ri­ka.

Wunstor­fer Ran­don­neur an der Gold Coast | Foto: Ralf Völ­kers

Nicht im Erdbebengebiet

Gera­de 3 Tage waren es somit, die Völ­kers vom Erd­be­ben in Indo­ne­si­en trenn­ten, das am 28. Sep­tem­ber auch als Tsu­na­mi auf die Küs­te Sula­we­sis traf. Doch selbst wenn Völ­kers sich zu die­sem Zeit­punkt noch im Insel­staat auf­ge­hal­ten hät­te, wäre er der Kata­stro­phe ent­gan­gen: Sula­we­si hat­te er wäh­rend sei­ner Tour nicht besucht.

Bali-Bun­ga­low | Foto: Ralf Völ­kers

Sturz gut überstanden

Statt­des­sen fuhr Völ­kers auf Nusa Lem­bon­gan umher, mach­te Sta­ti­on in Cang­gu und in Pelu­kan auf Bali. Canggu/Bali war für Völ­kers inzwi­schen so eine Art klei­nes Haupt­quar­tier gewor­den, von wo aus er sei­ne Tages­tou­ren begann – und schon lang­sam von den Ein­hei­mi­schen wie­der­erkannt und über­all freund­lich gegrüßt wur­de.

Ach, der Irre mit dem Fahr­rad“Ralf Völ­kers über die orts­üb­li­che Begrü­ßung auf Bali

In Sachen Unter­kunft kam der Wunstor­fer rund um Bali mal vom Regen in die Trau­fe. Ent­we­der war alles aus­ge­bucht und rich­tig viel los – oder er fand Unter­künf­te direkt am Strand, aber mit­ten in der Pam­pa, wo sonst gar nichts wei­ter los war. Die Stra­ßen sind auch eher schlecht und sehr schmal, und auf der Fahrt im Wes­ten Balis kam es dann auch zu einem ers­ten grö­ße­ren Sturz. Fahr­rad und Fahr­rad­fah­rer blie­ben aber unbe­schä­digt.

Ziel erreicht: Die Har­bour Bridge | Foto: Ralf Völ­kers

Mit dem Flug­zeug ging es zwi­schen­durch für 14 Tage nach Flo­res – wo es dann Schwie­rig­kei­ten mit der Visums­ver­län­ge­rung gab, denn dazu wäre ein bereits vor­lie­gen­des Rück­flug­ti­cket nötig gewe­sen, was Völ­kers aber noch nicht hat­te. Am Flug­ha­fen half man ihm jedoch freund­lich wei­ter. So konn­te er sich wei­ter in Ruhe von Wara­nen, Man­ta­ro­chen und Del­fi­nen beob­ach­ten las­sen und Flo­res in Ruhe erkun­den – inklu­si­ve Tor­tur-Tour mit einem klei­nen Hotel­bus bis in den fer­nen Osten der Insel: 11 Stun­den lang für 250 Kilo­me­ter Stre­cke, was die Stra­ßen­ver­hält­nis­se erah­nen lässt. Das – und die Hit­ze in Flo­res – bestärk­ten Völ­kers dann in sei­nem Ent­schluss, dass es mit Indo­ne­si­en erst ein­mal genug sei. Das Visum für Aus­tra­li­en wur­de bean­tragt.

Genug von Asien“

Das Visum war pro­blem­los online über eine Agen­tur zu bekom­men, weil die Pro­ze­dur bei den Behör­den etwas auf­wän­di­ger ist. Es ist sogar für ein Jahr gül­tig, aller­dings nur für 3 Mona­te am Stück – so dass der Plan, am 31. Dezem­ber in Syd­ney beim berühm­ten Feu­er­werk dabei zu sein, am Ende doch noch knapp zu plat­zen droh­te. Er hät­te Aus­tra­li­en spä­tes­tens am 25. Dezem­ber wie­der ver­las­sen müs­sen. Doch Völ­kers ist fle­xi­bel: Zwi­schen­durch wird er noch ein­mal zurück nach Indo­ne­si­en flie­gen, um im Dezem­ber nach Syd­ney zurück­zu­keh­ren. Das wäre wohl auch ohne Visums­que­re­len ohne­hin eine Opti­on gewor­den – denn Aus­tra­li­en ist über­ra­schend „schwei­ne­teu­er“, das Rei­se­bud­get schmilzt schnel­ler, als die Rück­rei­se nach Deutsch­land im kom­men­den Jahr näher­rückt.

Flö­ten­vö­gel­freie Sicht | Foto: Ralf Völ­kers

Nun aber fährt Völ­kers erst ein­mal wei­ter in Aus­tra­li­en Fahr­rad – und trägt dabei wie­der öfter sei­nen Fahr­rad­helm. Nicht, weil der Stra­ßen­ver­kehr in Aus­tra­li­en beson­ders dicht wäre, son­dern weil er unter­wegs tat­säch­lich von Vögeln atta­ckiert wird: Flö­ten­vö­gel sind dafür bekannt, wäh­rend der Brut­zeit ver­meint­li­che Ein­dring­lin­ge in ihrem Revier hin­ter­rücks anzu­grei­fen – etwas, womit Völ­kers bei sei­ner Rei­se­pla­nung nicht gerech­net hat­te. Doch sein mit Kabel­bin­dern zum Vogel­ab­wehr­ge­rät umfunk­tio­nier­ter Fahr­rad­helm bie­tet aus­rei­chend Schutz. Die kom­men­de Zeit wird er aber ohne­hin erst ein­mal Syd­ney erkun­den … und sich wie­der eher den Gefah­ren des Groß­stadt­dschun­gels wid­men.

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