Ralfs Radweg: Von Wunstorf nach Australien mit dem Fahrrad

Mit dem Fahrrad nach Australien

Ralf Völkers trinkt Ayran am Meer

Wunstorfs Weltreiseradler Ralf Völkers ist nun an der Grenze zwischen Asien und Europa. Am Sonnabend, den 16. Juni, ist er in Istanbul angekommen. Auf dem Weg dorthin hatte er jedoch ziemlich zu kämpfen.

Ralf Völ­kers auf der Schnell­stra­ße | Screen­shot: Aue­post

Wunstorf/Istanbul (ds). Nach­dem Völ­kers von Grie­chen­land wie­der in die Tür­kei gefah­ren war, nahm er direk­ten Kurs aufs Mar­ma­ra­meer. Ent­lang der Küs­te woll­te er nach Istan­bul fah­ren. Doch so idyl­lisch das klin­gen mag – die Stra­ßen­si­tua­ti­on war aben­teu­er­lich, in jeder Hin­sicht. Einer­seits lots­te ihn das Navi immer wie­der auf die tür­ki­schen Staats­stra­ßen. Das sind Schnell­stra­ßen mit in der Regel brei­ten Sei­ten­strei­fen, auf denen auch das Fahr­rad­fah­ren erlaubt ist, obwohl das Gan­ze eigent­lich eher wie eine Auto­bahn wirkt. LKWs über­hol­ten Völ­kers auch dort mit hohem Tem­po und wenig Abstand.

Über die „Autobahn“ zum Marmarameer

Auf dem „Stand­strei­fen“ fühl­te sich der Wunstor­fer daher ein wenig fehl am Plat­ze, erst recht, wenn die­ser an man­chen Stel­len auf nur noch 40 Zen­ti­me­ter Brei­te zusam­men­schmolz. Doch das schlech­te Gewis­sen, als Rad­fah­rer wie ein Fremd­kör­per auf der Stra­ße unter­wegs zu sein, war schlag­ar­tig ver­schwun­den, als Völ­kers sah, wie jemand sei­ne gesam­te Schaf­her­de über den Sei­ten­strei­fen trieb.

Auch die Topo­gra­phie hält wie­der Über­ra­schun­gen bereit. Von der Vor­stel­lung, dass es in Meer­nä­he wie in Deutsch­land schön flach ist, muss sich Völ­kers ganz schnell ver­ab­schie­den.

Ich bin im Arsch.“Ralf Völ­kers

Statt zunächst schöns­tem Rad­fah­rer­flach­land heißt es nun wie­der: Mit­tel­ge­bir­ge. Und die Ber­ge direkt am Meer haben es in sich: Die Stra­ße schlän­gelt sich von einem Hügel zum nächs­ten. Völ­kers schiebt das Fahr­rad mehr, als dass er dar­auf fährt – und selbst das Schie­ben klappt kaum noch. Aber er hält durch und meis­tert bei hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren eine Ser­pen­ti­ne nach der nächs­ten. Als Ent­schä­di­gung gibt es einen atem­be­rau­ben­den Blick aufs Mar­ma­ra­meer.

Reifenschlitzer und Abgründe

Auf den Stra­ßen fällt Völ­kers dabei auf, dass sich dort nie­mand wirk­lich um die Umwelt zu sche­ren scheint. Offen­bar schmei­ßen vie­le Auto­fah­rer ihren Müll ein­fach aus dem Fens­ter. Auch Glas­fla­schen. Und so ist der Stra­ßen­rand über­sät mit Glas­split­tern. Genau dort, wo Völ­kers jetzt sein Rad schie­ben muss. Doch die dicken Rei­fen des Ran­don­neurs ste­cken das glück­li­cher­wei­se pro­blem­los weg. Mit einem nor­ma­len Trek­kin­grad wäre er spä­tes­tens hier auf­ge­schmis­sen gewe­sen.

Über den Dächern von Istan­bul | Foto: Ralf Völ­kers

Die Stra­ße führt teil­wei­se unmit­tel­bar an der Fels­kan­te ent­lang, rechts davon der Abhang direkt ins Meer – ohne Leit­plan­ke. Doch die Auto­fah­rer neh­men hier Rück­sicht auf Rad­fah­rer. In den tou­ris­ti­schen Orten gibt es sogar schö­ne brei­te Rad­we­ge in blau­er Far­be. Aber die schei­nen eher Deko­ra­ti­on zu sein, da Völ­kers der Ein­zi­ge ist, der dar­auf fährt, und sich sonst die Fuß­gän­ger dar­auf tum­meln. Klin­geln zweck­los. Dafür fin­det Völ­kers nun auch mit­tags wie­der etwas zu essen: der mus­li­mi­sche Fas­ten­mo­nat Rama­dan ende­te am Don­ners­tag.

Kultur-Clash auf dem Campingplatz

Auf den Toi­let­ten des Cam­ping­plat­zes macht Völ­kers dann erst­mals Bekannt­schaft mit Hock­toi­let­ten: ein in Kera­mik ein­ge­fass­tes Loch im Boden. Für mit­tel­eu­ro­päi­sche Gewohn­hei­ten ein unge­wohn­ter Anblick. Und ein Schild hängt dort, das man jedoch erst beim Ver­las­sen des Wasch­raums wahr­nimmt: Dass die Toi­let­ten 24 Stun­den mit Sicher­heits­ka­me­ras über­wacht wer­den.

Istanbul!

Laut Rei­se­plan woll­te Völ­kers spä­tes­tens am Mon­tag in Istan­bul ange­kom­men sein. Das darf als abge­hakt gel­ten. Schon am gest­ri­gen Sonn­abend kam er in der Metro­po­le an – und hat damit den Rand Euro­pas erreicht. Vor ihm liegt nun der asia­ti­sche Teil der Tür­kei.

Zunächst muss­te er sich 35 Kilo­me­ter durch dich­tes­ten Stadt­ver­kehr quä­len, der einer Metro­po­le wie Istan­bul wür­dig ist: Staus und per­ma­nent hupen­de Autos, wie man es sich selbst in Wunstorf zum Berufs­ver­kehr Am Stadt­gra­ben nicht vor­stel­len kann. In den kom­men­den Tagen wird nun erst ein­mal Istan­bul erkun­det. Völ­kers hat sich in einem net­ten Hotel ein­ge­mie­tet.

Die Infor­ma­tio­nen, die hier im Text ver­linkt sind, kann Ralf Völ­kers übri­gens selbst momen­tan gar nicht lesen. Der Zugang zur Wiki­pe­dia ist in der Tür­kei gesperrt, die Wiki­sei­ten wer­den voll­stän­dig zen­siert.

Ralf Völ­kers trinkt Ayran am Meer 1 von 14
Ein Ayran am Meer
Screen­shot: Aue­post

1. Ein Ayran am Meer

Das erste Mal das Marmarameer in Sicht
Screen­shot: Aue­post

2. Das erste Mal das Marmarameer in Sicht

Straße am Meer
| Screen­shot: Aue­post

3. Straße am Meer

Neben der Straße geht es steil bergab zum Meer
Screen­shot: Aue­post

4. Neben der Straße geht es steil bergab zum Meer

Keine Leitplanke, ein einsames Schild muss reichen
Screen­shot: Aue­post

5. Keine Leitplanke, ein einsames Schild muss reichen

Blaue, leere Radwege
Screen­shot: Aue­post

6. Blaue, leere Radwege

Campingplatztoiletten mit Charme und Überraschungen
Screen­shot: Aue­post

7. Campingplatztoiletten mit Charme und Überraschungen

Wo ist die DSGVO, wenn man sie mal braucht?
Screen­shot: Aue­post

8. Wo ist die DSGVO, wenn man sie mal braucht?

Die ersten Palmen auf der Reise
Screen­shot: Aue­post

9. Die ersten Palmen auf der Reise

Angekommen im Istanbuler Hotel
Screen­shot: Aue­post

10. Angekommen im Istanbuler Hotel

Verdientes Feierabendbier
Foto: Ralf Völ­kers

11. Verdientes Feierabendbier

12. Video: Gleichzeitig am Meer und in den Bergen

13. Video: Auf dem türkischen Campingplatz

14. Video: Die Straßen um Istanbul

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