Nor­disch in Nenn­dorf

Nach lan­ger und sehr inten­si­ver Vor­be­rei­tungs­zeit hat das „NORD“ am 01.11.2017 sei­ne Pfor­ten in der ehe­ma­li­gen „Bode­ga“ eröff­net. Ein Blick hin­ter die Kulis­sen.

Inha­ber Deniz Scheib­ner lebt und liebt die fri­sche, nor­di­sche Küche.

Im Herbst 2016 hat Deniz Scheib­ner die Geschäfts­füh­rung der Bad Nenn­dor­fer „Bode­ga“ über­nom­men, in der er zuvor als Ange­stell­ter arbei­te­te. Bevor er sich zu die­sem Schritt ent­schloss, stan­den für den ehe­ma­li­gen Bre­mer zwei Ent­schei­dun­gen an. Zunächst galt es, für sei­ne Fami­lie die Hei­mat zu defi­nie­ren. Im Jahr 2008 von Bre­men nach Bad Nenn­dorf gezo­gen, fiel der Fami­li­en­be­schluss ein­stim­mig auf Bad Nenn­dorf. „Hier stimmt ein­fach alles. Für mei­ne Fami­lie und mich ent­spricht der Speck­gür­tel Han­no­vers, zwi­schen Deis­ter und Stein­hu­der Meer, abso­lut unse­rer gewünsch­ten Lebens­qua­li­tät. Wir leben hier glück­lich mit drei Genera­tio­nen“, so Scheib­ner. Die Wahl der Hei­mat war sei­ne Grund­vor­aus­set­zung für die ver­ant­wort­li­che Über­nah­me des gas­tro­no­mi­schen Stand­or­tes Bahn­hof Bad Nenn­dorf, aber nicht für das sys­tem­gas­tro­no­mi­sche Kon­zept „Bode­ga“.

Über­zeugt vom Authen­ti­schen

Ziel war von Anfang an, in Bad Nenn­dorf etwas Authen­ti­sches für die Regi­on auf­zu­bau­en, von dem Scheib­ner selbst völ­lig über­zeugt ist. „Es ist doch klar, dass man in sei­nem Betrieb selbst ger­ne Gast sein möch­te. Nur dann ist es gegen­über den Gäs­ten authen­tisch und ehr­lich“, sagt Scheib­ner. An sei­nem Kon­zept feil­te Scheib­ner bis zum Früh­jahr 2017. In die­ser Zeit hör­te er sich vie­le Exper­ten­mei­nun­gen an. Er reis­te viel durch die Lan­de, um sich von zeit­ge­mä­ßen Unter­neh­men inspi­rie­ren zu las­sen. Dar­aus form­te er einen Extrakt. Die wich­tigs­te Bot­schaft für ihn war der Leit­satz, dass sich ehr­li­che Kon­zep­te für eine erfolg­rei­che Gas­tro­no­mie mit offe­nen Augen, Ohren und Mün­dern erge­ben. Es müs­sen kei­ne gran­dio­sen Ide­en zugrun­de lie­gen, die etwas Mut­wil­li­ges im Ergeb­nis haben. „Mit viel Hei­mat-Herz an die Ent­schei­dun­gen gehen!“ war für Scheib­ner das selbst gesteck­te Mot­to.

Der herr­li­che Nor­den fas­zi­niert mich land­schaft­lich genau­so sehr wie die Men­schen, die hier leben.

Für Deniz Scheib­ner war klar, dass in sei­nem neu­en Betrieb die Fri­sche­kü­che Prio­ri­tät hat. Und weil er, wie emp­foh­len, auf sein Herz hör­te, war bereits emo­tio­nal ent­schie­den, dass das Herz die­ser Fri­sche­kü­che regio­nal getak­tet sein wird. Gebo­ren und auf­ge­wach­sen in Bre­men – die Hei­mat in Bad Nenn­dorf gefun­den. Schnell war die regio­na­le Spei­se­kar­te defi­niert: Nord­deutsch­land ist das The­ma. „Das lie­be ich und das kann ich. Ich war schon immer ein ech­ter Nord­deut­scher. Mich hat es nie woan­ders hin­ge­zo­gen. Der herr­li­che Nor­den fas­zi­niert mich land­schaft­lich genau­so sehr wie die Men­schen, die hier leben. Dem Nord­deut­schen eilt zwar ein Ruf der gro­ßen und stör­ri­schen Klap­pe vor­aus, aber das ist nichts ande­res als die direk­te und ehr­li­che Art, die wir hier im Nor­den ver­kör­pern“, so Scheib­ner.

Name mit his­to­ri­schen Wur­zeln

Mit den Wor­ten „Hei­mat“, „herr­lich“ und „ehr­lich“ hat sich für Scheib­ner der rote Faden für die Spei­se­kar­te von selbst erge­ben. Glei­ches galt auch für den Namen sei­nes neu­en Unter­neh­mens. Ein tie­fer Blick in die Geschichts­bü­cher Bad Nenn­dorfs för­der­te den Nach­fol­gena­men der „Bode­ga“ zu Tage. Ab dem Jahr 1905 exis­tier­ten in Bad Nenn­dorf eini­ge Jahr­zehn­te lang zwei Bahn­hö­fe. Der Bahn­hof an der Born­stra­ße bekam den Namen „Bad Nenn­dorf Nord“. „Da wir heut­zu­ta­ge kein ech­ter Bahn­hof mehr sind, haben wir uns auf das Nord beschränkt, weil es per­fekt zum neu­en Kon­zept passt. Da der ech­te Bahn­hof direkt an unser Gebäu­de anschließt, hat Bad Nenn­dorf wie­der sei­nen gefühl­ten Bahn­hof Nord. Das ist doch eine tol­le Geschich­te – nach 112 Jah­ren“, sagt Scheib­ner. Damit stand die Theo­rie.

Das kuli­na­ri­sche Herz schlägt regio­nal

Par­al­lel dazu lief die prak­ti­sche Umset­zung für das „Nord“. Das bedeu­te­te auch per­so­nel­le Ver­än­de­run­gen in der Küche und im Ser­vice. Es dau­er­te allein 9 Mona­te, bis Scheib­ner sei­ne neue Küchen-Crew gefun­den hat­te. „Es gibt zwar vie­le gute Köche, die auch hart arbei­ten wol­len, aber für mein Ziel, die regio­na­le Fri­sche­kü­che in mei­nem Sinn umzu­set­zen, bedurf­te es eines Chef­kochs, der in die­sem Punkt genau­so klein­lich tickt wie ich selbst. Die­sen Koch habe ich samt Team gefun­den“, so Scheib­ner. Per­so­nal­schu­lun­gen und Zulie­fe­rer-Recher­chen wur­den inten­siv absol­viert, sind aber ein nie enden­der Qua­li­täts-Pro­zess. Im Ergeb­nis wer­den Zulie­fe­rer vor der sinn­bild­lich eige­nen Haus­tür gesucht bzw. die Kräu­ter vor die­ser ver­ar­bei­tet. „Das ist alles sehr auf­wen­dig, weil auch die Kon­stanz ent­schei­dend ist. Allein von Regio­nal-Idea­lis­mus wird kein Gast satt“, erklärt Scheib­ner. Das Port­fo­lio ist sehr gut auf­ge­stellt. Luft nach oben ist immer.

Das ist alles sehr auf­wen­dig“

Auf Bewähr­tes muss kein Gast ver­zich­ten. Das „Nord“ ist nach wie vor eine Bar mit der glei­chen Viel­falt an Geträn­ken wie zuvor. Doch der Schwer­punkt ist nun nord­deutsch. Das gilt auch für die Fuß­ball­fans, die sich wei­ter­hin auf Live-Über­tra­gun­gen freu­en dür­fen. Im „Nord“ gibt es sogar eine ent­spre­chen­de Nord-Kur­ve. Seit dem 01.11.2017 kann sich jeder sein eige­nes Bild vom „Nord“ machen.

Adress-Info
Nord – Restau­rant & Bar
Bahn­hof­str. 83, 31542 Bad Nenn­dorf
Mon­tag – Frei­tag 16.00 bis 23.45 Uhr | Sams­tag + Sonn­tag 15.00 – 23.45 Uhr
05723 – 91 41 11
www.nord-restaurant-bar.de
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