Wunstorfer Auepost

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Gänsehautmoment auf dem Fliegerhorst, als Oberst Christian John zum letzten Mal als Kommodore das Wort an sein Geschwader richtete. Für seinen Nachfolger hatte er beim Kommandoübergang im Januar einen klaren Rat – und hielt auch sonst noch einige Überraschungen bereit. Lob, aber auch Kritik gab es Richtung Luftfahrtindustrie. Und den Wunstorfer Bürgern dankte er ganz besonders.

So geht Demonstration in Wunstorf: Etwa 2.500 Teilnehmer – die wohl größte politische Zusammenkunft, die die heutige Stadt je gesehen hat, sendete am Montagabend ein über die Stadtgrenzen wirkendes Zeichen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus.

In Kolenfeld wurde es am Mittwochmorgen hektischer: Es war die letzte verbliebene freie Autobahnauffahrt zur A2 für die Fahrzeuge aus dem Bereich Schaumburg. In Bad Nenndorf spielten sich in diesem Moment teils gefährliche Szenen ab, als frustrierte Autofahrer mit Vollgas an den Bauern vorbeipflügten. Aber mancher bewies auch Humor.

Parken ist zu stressig und teuer in Wunstorf und könnte Kunden vergraulen oder gar nicht erst anlocken – so lautet eine große Hypothese beim von der Werbegemeinschaft initiierten „Townhall Meeting“. Der Haken: Ein Beweis dafür ist nicht erbracht, alles basiert auf Interpretationen. Doch der Stadt wurde ein fachlicher Rat mitgegeben: Das Erheben von Parkgebühren muss man sich leisten können.

Die Landwirte aus Stadt und Region haben sich am heutigen Montag den bundesweiten Bauernprotesten angeschlossen und sind wortwörtlich auf die Straße gegangen: Mit Sternfahrten am Vormittag wurde der Verkehr in Wunstorf blockiert. Es war der Auftakt zu vielfältigen Protestaktionen und legte den Berufsverkehr teilweise lahm.

Was hat die Wunstorferinnen und Wunstorfer 2023 besonders bewegt? Die Aufrufzahlen der Auepost-Artikel lassen es erahnen. Wir zeigen im Jahresrückblick dieses Mal nicht, was der Redaktion rückblickend besonders wichtig erscheint, sondern lassen die Leserinnen und Leser entscheiden. Dies waren die meistbeachteten Themen im vergangenen Jahr in Wunstorf …

Große Teile von Wunstorf-Luthe haben sich mit dem Hochwasser der Leine in eine riesige Wasserlandschaft verwandelt. Eine Foto-Dokumentation der Lage.

Man darf derzeit zu Recht von einem Jahrhundertereignis sprechen: Was vor 60 Jahren eine Hochwasserkatastrophe gewesen wäre, wird aktuell von den Deichen der Westaue zurückgehalten. So breit wie jetzt hat man den Fluss durch die Wunstorfer Innenstadt noch nie gesehen. Wir zeigen das Ausmaß, das die Westaue über Weihnachten angenommen hat.

Grundstücke werden zu Inseln, Straßen zu Dämmen durch endlos wirkende Wassermassen. Am Steinhuder Meer scheinen die Stege plötzlich auf der falschen Seite zu liegen, in Luthe entsteht ein zweites „Steinhuder Meer“. Die Auepost dokumentiert die Überschwemmungen des Weihnachtshochwassers im Wunstorfer Stadtgebiet, sammelt Bilder und hat dazu auch die Redaktionsdrohne für Luftaufnahmen in den Einsatz gebracht.

Am Samstag des dritten Adventswochenendes ist nun bereits zum dritten Mal der „Weihnachtstruck“, organisiert von der Freiwilligen Feuerwehr Klein Heidorn, durch den Ort gefahren und hat für strahlende Augen bei Groß und Klein gesorgt – und auch das Christkind und der Weihnachtsmann waren dabei.

Projektoren werfen Weihnachtsmotive und Sternenglitzer an Fassaden, kreativ platzierte Lichterketten säumen Balkone und Dachkanten – oder ganze Grundstücke werden in Weihnachtslandschaften verwandelt. Wir sammeln hier die schönsten, kreativsten und bemerkenswertesten Weihnachtsdekorationen im Wunstorfer Stadtbild.

In Wunstorf geht man den „Wunstorfer Weg“: Umstrittene Benennungen von Straßen werden nicht rückgängig gemacht, sondern die damit verknüpfte Geschichte in den Fokus gerückt. Aus der Hindenburgstraße ist damit nun ein Lehrpfad geworden.

Mit dem Bau des Airbus-Wartungszentrums wird sich die Silhouette des Fliegerhorsts Wunstorf stark verändern. Maßstäbe setzte bereits der Spatenstich. Wunstorf wird damit nicht nur Standort des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns, sondern auch „endgültig“ zur Heimat der A400M-Flotte der Luftwaffe.