Wunstorfer Auepost
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Wenn Liebe zur Wunstorfer Innenstadt für Leute aus der Pampa zur Ordnungswidrigkeit wird: Townhall-Meeting macht die Gräben beim Parkplatzthema sichtbar

29.01.2024 • Daniel Schneider • Aufrufe: 6150

Parken ist zu stressig und teuer in Wunstorf und könnte Kunden vergraulen oder gar nicht erst anlocken – so lautet eine große Hypothese beim von der Werbegemeinschaft initiierten „Townhall Meeting“. Der Haken: Ein Beweis dafür ist nicht erbracht, alles basiert auf Interpretationen. Doch der Stadt wurde ein fachlicher Rat mitgegeben: Das Erheben von Parkgebühren muss man sich leisten können.

29.01.2024
Daniel Schneider
Aufrufe: 6150
Andreas Gustafsson | Foto: Malte Süß

Unterschwellige Kritik an der Stadt, ein solches Format nicht selbst angestoßen zu haben, schien bereits beim gewählten Veranstaltungsnamen mitzuschwingen: Ein Townhall Meeting, das ist normalerweise das öffentliche Zusammenkommen, zu dem die Bürgermeister von kleinen Städten in der US-Provinz einladen, um mit der Einwohnerschaft ein besonderes Thema zu erörtern. Im Deutschen würde man es Bürgerversammlung oder Öffentlichkeitsbeteiligung nennen. Doch nicht die Stadt Wunstorf hatte am 24. Januar in die Stadtkirche eingeladen, sondern die Werbegemeinschaft Wunstorf mit Unterstützung des Forum Stadtkirche – um einem Thema Aufmerksamkeit zu verschaffen, das man für essentiell hält für Wunstorfs Einzelhandelszukunft: dem Autoparkplatzangebot.

Das war gelungen, das Thema war damit wieder groß in der Öffentlichkeit. Viel mehr Interessierte hätten kaum in die Stadtkirche gepasst an jenem Mittwochabend. Und Mitgastgeber Alexander Voigt vom Forum Stadtkirche glättete gleich zu Beginn mögliche Wogen, indem er ausführte, dass man die Bezeichnung gewählt habe, um den Charakter der Veranstaltung zu beschreiben – dass hier eben alle Beteiligten, die es angeht, zusammenkommen konnten. Und sie kamen: Nicht nur Mitglieder der Werbegemeinschaft und des Forums, auch Vertreter aller politischer Parteien und der Verwaltungsspitze nahmen mit den übrigen Gästen auf den Stühlen Platz. Viele Politiker, viele Vertreter aus der Wirtschaft, einige interessierte Kunden und Einwohner, eine Handvoll Medienvertreter – so wirkte die Zusammensetzung im Kirchenschiff.

Interpretationsbedarf

Doch die räumliche Trennung entsprechend bisheriger Standpunkte wurde eingehalten, zumindest auf den vorderen Plätzen: Auf der einen Seite der Vorstand der Werbegemeinschaft, auf der anderen Seite Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD) und Stadtbaurat Alexander Wollny. Ortsbürgermeister Thomas Silbermann (SPD) wirkte mit tief in die Stirn gezogener Baseballkappe, als würde er inkognito kommen wollen. Dass Piellusch das Dialogformat auch persönlich verfolgte, war insofern ein Signal, als dass er einige Stunden zuvor die Ergebnisse des neuerlichen von der Werbegemeinschaft in Auftrag gegebenen Innenstadtgutachtens bereits im kleinen Kreis dargelegt bekommen hatte. Jörn Knop und Christoph Rüther waren mit dem Betreuer des Gutachtens im Rathaus gewesen, dort waren dem Bürgermeister und für die Verkehrsplanung zuständigen Mitarbeitern die Ergebnisse vorgestellt worden.

Werbegemeinschaftsvorsitzender Christoph Rüther zeigte sich im Gespräch mit der Auepost unmittelbar vor dem Abend in der Stadtkirche zufrieden mit dem vorangegangenen Termin im Rathaus, wo der Abend damit sozusagen im Kleinen schon einmal vorweggenommen worden war. Die Stadtspitze habe sich offen gezeigt für die Gutachtenergebnisse.

Christoph Rüther | Foto: Malte Süß
Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD) und CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Christiane Schweer | Foto: Achim Süß

Andreas Gustafsson vom Institut Bulwiengesa, das das Gutachten erstellt hatte, brachte den Zuhörern die Zahlen durch Einordnung und Vergleiche näher. Dabei – und auch bei der späteren Fragerunde – wurde jedoch deutlich, dass es keine einfachen Erklärungen gibt, das Thema ist komplex. Zu den Fakten gehört jedoch: Der Einzelhandel in Wunstorf hat die vergangenen Krisenzeiten bislang recht gut überstanden und ist nach wie vor insgesamt besser aufgestellt als vergleichbare Städte, wobei das Angebot an Fachgeschäften ein Alleinstellungsmerkmal ist. Viele Kunden kämen über relativ kurze Entfernungen zum Einkaufen, aber viele auch von auswärts – „aus der Pampa“ – gezielt nach Wunstorf, so Gustafsson.

Die Aufmerksamkeit war ungeteilt, fast bis zum Schluss blieb die Stadtkirche voll besetzt – die ersten Besucher gingen vorzeitig erst nach gut zwei Stunden. Das Zahlenmaterial selbst war bereits bekannt, aber noch nicht alle Zuhörer wussten, dass das Gutachten bereits seit Wochen auf der Homepage der Werbegemeinschaft zum Herunterladen bereitstand, wie entsprechende Nachfragen aus dem Publikum bewiesen. Die gewonnenen Daten erlauben aber keine direkten Schlüsse, sie taugen nicht als Beleg für Antworten auf klare Fragestellungen, sondern können nur interpretiert werden. Direkte Handlungsempfehlungen lassen sich daraus ebenso nicht ableiten. Erhofft hatten sich die Beteiligten sicherlich mehr, doch in diesem Punkt musste Gustafsson die Erwartungen zu Recht enttäuschen.

Innenstadt existiert nur mit Besucherverkehr

Aber der Innenstadthandelsspezialist nutzte die Datenlage als Ausgangspunkt, um auch persönliche Einschätzungen und Erfahrungen mitzuteilen. So gelte ein großes Lebensmittelgeschäft normalerweise als Anker in Geschäftsumgebungen, dies sei die Achillesferse, ein struktureller Nachteil der Wunstorfer Innenstadt. Ein größerer Lebensmittelmarkt könne sich hier aus baulichen Gründen nicht ansiedeln, es sei kein Platz dafür vorhanden. Dafür habe der Fachhandel Magnetwirkung in Wunstorf. Stadtverwaltung und Politik würden außerdem oft überschätzt in ihren Einflussmöglichkeiten, Vermieter und Hauseigentümer hätten für Veränderungsprozesse in Innenstädten größere Bedeutung. Die Stadt könne nur die Rahmenbedingungen beeinflussen – und um die ging es an diesem Abend.

Das Townhall Meeting, streng genommen ein „Church Meeting“ | Foto: Daniel Schneider

Eine Einschätzung schien in diesem Zusammenhang besonders hervorzustechen: Die Wunstorfer Innenstadt mit ihren Geschäften kann in ihrer heutigen Form wohl nur bestehen, weil hier nicht nur die Wunstorfer selbst einkaufen. Die Kunden von auswärts stellen nicht den größten Anteil der Innenstadtkundschaft, aber sind der entscheidende Faktor, der sich nicht wegdenken lässt für das Funktionieren des Handelsmixes.

Damit war gleichsam der Schwerpunkt in Richtung Parkplatzfrage gesetzt, auf das sich die späteren Ausführungen konzentrierten. Denn für einen Großteil der kleinen, verstreut liegenden Parkplätze gelte, dass sie nur mit Ortskenntnis zu finden seien – in Wunstorf gebe es aber nur begrenzte Möglichkeiten zur Verkehrslenkung. Und gerade weil die Innenstadtkunden zu einem großen Teil über 60 Jahre alt seien, würden sich nach wie vor viele fragen: „Wo lasse ich mein Auto?“

Klare Gegensätze

Die Atmosphäre in der Stadtkirche wirkte nicht vergiftet, ja sogar entspannt und zugewandt. Man ging respektvoll miteinander um, man kam ins Gespräch, auch abseits des offiziellen Programms. Es wurde zu keinem Zeitpunkt unangenehm oder laut, auch wenn man bei den Ansichten in der Regel diametral auseinanderlag.

Der Abend bestätige also noch einmal, was alle schon wissen: Die Positionen in der Parkplatzdebatte stehen sich nahezu frontal gegenüber. Denn „ein bisschen Parkdeck“ am Nordwall ist keine Option, es scheint nur ein Ja oder Nein zu geben. Eine Szene steht dafür exemplarisch: Während Gustafsson über konkrete Ideen zu Parkverkehrssteuerungen mit beschrankten Parkplätzen sprach, nickte Rüther zustimmend, während Wollny im selben Moment den Kopf schüttelte.

Video: Debatte aus dem Publikum heraus

Auch bei den Publikumsmeldungen wurde die Aufspaltung in zwei Lager in der Parkplatzfrage noch einmal deutlich. Während sich Anja Emmanouilidis zu Wort meldete und als ehemalige Garbsenerin die eigenen schlechten Erfahrungen mit der Wunstorfer Parkplatzsituation schilderte, stand danach Anja Coldewey auf und berichtete, dass die Kunden ihres Stoffgeschäftes in der Nordstraße bis auf eine Ausnahme stets vollkommen zufrieden gewesen seien mit dem Parkplatzangebot. Niemand erwarte, direkt vor einem Geschäft der Fußgängerzone parken zu können. Coldewey bezweifelte zudem die Aussagekraft der Gutachtendaten, Erhebungszeitraum und Erhebungszeitpunkt verzerrten die Allgemeingültigkeit. Gustafsson gab ihr teilweise und prinzipiell recht – es sei immer eine Abwägung von Aufwand und Nutzen. Je größer der Aufwand, desto aussagekräftiger die Daten.

Ein Plädoyer für mehr zentrale Parkplätze und ein effizientes Parkleitsystem hielt dagegen Timm Gollub, Hausleiter des Modehauses Kolossa in Wunstorf, der geradezu eine konzentrierte Analyse der derzeitigen Einzelhandelssituation am Beispiel seines Hauses in Wunstorf abgab – und skizzierte, welche Chancen daraus für die Stadt erwachsen könnten, da sich derzeit die Einkaufssituation im Umkreis verschlechtere. Dass Kunden im Laden in Hektik verfallen, weil der Parkschein bald ablaufe, konnte Gollub bestätigen. Dabei habe man im Moment die Chance, mehr Kundschaft nach Wunstorf zu holen, aber die Maßnahmen dafür müssten nicht irgendwann, sondern jetzt erfolgen.

Peter Scholz von den Grünen (rechts, mit Mikrofon) spricht – die Reaktionen fallen gemischt aus | Foto: Achim Süß
Augenrollen bis höfliche Resgination beim Vorstand der Werbegemeinschaft in der ersten Reihe | Foto: Achim Süß

Eine weitere Wortmeldung aus dem Publikum forderte, die in Wunstorf Arbeitenden nicht gegen die in Wunstorf nur Einkaufenden auszuspielen, denn auch die Beschäftigten würden Kaufkraft in Wunstorf lassen. Das griff wiederum Christoph Rüther auf, der berichtete, dass er in der vorteilhaften Position sei, bei seinem eigenen Geschäft den Mitarbeitern Parkplätze anbieten zu können – und dies auch durchaus ein Kriterium bei Bewerbungsgesprächen sei. Rüther machte eine Beispielrechnung für einen Verwaltungsmitarbeiter auf, der am Schützenplatz parke und zum Rathaus laufe: Dies entspräche 12 Minuten – 24 Minuten pro Tag. Im Vergleich zum zentralen Parken am Nordwall wären das pro Jahr 33 Stunden mehr Fußweg. Das könne man zwar auf sich nehmen – aber das wollten vielleicht nicht alle, schickte er in Richtung der Verwaltungsspitze, die ebenfalls mit anderen Städten um Personal konkurrieren muss.

Gutachter warnt vor Verboten statt Angeboten

Peter Scholz (Grüne) warf gegen Ende der Veranstaltung die fast schon philosophische Grundsatzfrage auf, ob es denn überhaupt sinnvoll sei, sich untereinander in den Städten gegenseitig die Kunden wegzunehmen. Bürgermeister und Stadtbaudirektor meldeten sich während der gesamten Veranstaltung nicht zu Wort.

Vortrag von Gustafsson | Foto: Daniel Schneider

Konkrete Empfehlungen gab Gustafsson der Stadt dann aber doch noch mit auf den Weg. Der Fachmann, dessen Firma für zahlreiche Städte Einkaufsgutachten erstellt und begleitet hat, warnte generell vor Restriktionen bei der Parkraumbewirtschaftung. Es sei besser, Angebote zu machen, statt zu verbieten. Und er gab zu bedenken, dass man Städte wie Wunstorf auch nicht mit Hannover, das noch viel höhere Parkgebühren erhebt, vergleichen könne: „Parkgebühren muss man sich leisten können.“ Damit war nicht das Portemonnaie der Autofahrer gemeint, sondern das Aufstellen von Parkscheinautomaten. Im Zweifel suchten sich Kunden nämlich einfach andere Ziele in der Umgebung. Das Kassieren und Ahnden von Parkverstößen führe zu negativen Erlebnissen bei der Zielgruppe, die man eigentlich für die Innenstadt gewinnen wolle.

Auf Dauer sei das schädlich, man sollte es den Innenstadtbesuchern vielmehr komfortabel machen. Die Sympathien für die Stadt würden sonst umschlagen in Frustration: „In dem Augenblick, wo Parkraum durch Parkscheinautomaten bewirtschaftet wird, entsteht aus Ihrer Hingabe an die Innenstadt eine Ordnungswidrigkeit. Und das ist ein Problem“, brachte Gustafsson es auf ein Gleichnis. Die Stadt solle zum Verweilen einladen, nicht zum permanenten Blick auf ein Parkticket. Auch sein eigenes Parkverhalten verriet Gustafsson, der generell kein Blatt vor den Mund nahm und oft pointiert sprach: Er sei notorischer Nicht-Parkgebührenzahler und suche stets nach kostenlosen Parkplätzen.

„Nee, ich fahr nach Garbsen oder auf den Mond.“

Auch auf die Entfernungsdebatte ging Gustafsson ein: Wenn normalen Kunden nahegelegt werde, einen halben Kilometer von der Fußgängerzone entfernt zu parken, dann werde es eine Reihe Leute geben, die dann sagen würden: „Nee, ich fahr nach Garbsen oder auf den Mond.“

Ein Schlag ins Kontor der Werbegemeinschaft?

Die Hoffnung der Händler, dass die Verwaltung in der Parkplatzfrage nun einen Schritt auf sie zugeht, dürfte jedoch sofort wieder zerplatzt sein. Auf den Social-Media-Accounts des Bürgermeisters erschien noch am Abend der Veranstaltung ein persönliches Posting, in dem Eckpunkte des Gutachtens als Liste zusammengefasst waren. Aus der Art ihrer Zusammenstellung ergibt sich auch eine Interpretation, aber keine, wie sie sich die Mehrheit der Händler erhofft haben dürfte: sie liest sich eher wie eine Grundlage für den künftigen Abbau von Parkplätzen, als ob das Rathaus damit sagen wollte: Niemand kann bei dieser Faktenlage ernsthaft nach mehr Autoparkplätzen rufen.

Einige Teilnehmer des Townhall Meeting reagierten mit entsprechender Verwunderung auf diese Zusammenstellung im Posting. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage gestellt, ob der Bürgermeister wirklich auf derselben Veranstaltung gewesen sei.

Gelöste Stimmung vor der Veranstaltung – und vor dem Posting aus dem Rathaus | Foto: Achim Süß

Ein Erkenntnisgewinn, den man aus diesem Abend ziehen konnte, war deshalb, wie unterschiedlich ein und dieselben Gutachtenergebnisse herangezogen und interpretiert werden können. Bezüglich des Gutachtens selbst gab es abgesehen von den persönlichen Ansichten, die Gustafsson herausarbeitete, jedoch kaum neue Erkenntnisse. So machte das Townhall Meeting vor allem eines sichtbar: Die Gräben beim Thema Parkplätze, die sich zwischen Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft ziehen, bestehen fort. Erst noch zeigen muss sich, ob die Veranstaltung beim Überbrücken dieser Gräben helfen konnte – oder sie sogar vertieft hat.

Dass die „Townhall“ nur verhallt, darauf deutet aktuell aber nichts, im Gegenteil: Stadtsprecher Alexander Stockum bestätigte der Auepost, dass infolge des Werbegemeinschafts-Gutachtens erneut eine Modifikation der Kurzzeitparkregelungen erarbeitet werde, man befasse sich im Rathaus derzeit „intensiv“ mit diesem Aspekt. Auch Gustafsson wird demnächst wieder Wunstorf besuchen – er ist eingeladen, die Gutachtenergebnisse ebenfalls noch einmal direkt dem Ortsrat Wunstorf und dem Bauausschuss näherzubringen. Wird es aber die Werbegemeinschaft näher zum formulierten Ziel eines Parkdecks auf dem Nordwall bringen? Hier scheinen arge Zweifel angebracht.

Transparenzhinweis: Auepost-Autor Achim Süß ist im Vorstand des Forum Stadtkirche aktiv. Von dieser Berichterstattung war er redaktionell ausgeschlossen.

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Kommentare


  • Georg Braunroth C D U Butteramt sagt:

    Das Erheben von Parkgebühren macht man nur, wenn man seinen Bürgern keinen, oder nicht genug Parkplätze zur Verfügung stellen kann, oder will. Ich habe schon in vielen Eingaben und Leserbriefen darauf verwiesen, das eine Stadt wie Wunstorf ,die zu 50% aus Kernstadt und zu 50% aus Umland besteht, seinen Einwohnern ,die nicht nur zum Einkaufen sondern auch Amts-,Anwalts-,oder Arztbesuchen usw.,usw., in die Stadt kommen. Wer genug Parkplätze zur Verfügung stellen kann und will, kann diese Kosten auch anderweitig geltend machender Parkplatz „Nordwall“ kann und muss mehrstöckig in die Erde verlegt werden um genügend Plätze zur Verfügung zu stellen. Über der Erde kann man dann z.B. das Bauamt daraufsetzen, oder einen Investor der entsprechendes plant. Ich habe darauf schon mehrfach verwiesen. Da das zur verfügung stellen von Parkraum für eine Stadt wie Wunstorf unumgänglich ist ,hätten auch diverse Hilfen beim Land und der EU beantragt werden können. Auch darauf habe ich hingewiesen. Leider verfallen die zur Verfügung gestellten Beträge jedes Jahr in immensen Höhen , weil diese nicht, oder unter Vorgabe falscher Voraussetzungen ,abgerufen werden. Die Werbegemeinschaft musste sich mal zusammensetzen und Überlegen, was haben wir an Geschäftsräumen zur Verfügung ,was wollen wir verkaufen??, was können wir verkaufen??. und wie können wir das am Besten umsetzen. Solange Anbieter wie AMAZON täglich zu jedem 10 bis 20 Kartons Ware liefern ,von denen 19 wieder abgeholt werden ist der Innenstadtverkauf problematisch. Aber auch diese Anbieter haben es schon begriffen und fangen an die Retouren gebührenpflichtig zu machen. Die Werbegemeinschaft müsste sich einige Verbraucher mit in Ihre Planungskomitees berufen um zu sehen ,was sich de Kunde vorstellt. In NRÜ ,wo die Kernstadt noch ausgebluteter ist wie in Wunstorf, haben sie es kapiert und bauen große Verwaltungsgebäude mit unterliegenden Parkdecks ,um die Innenstadt neu zu konzipieren. Das sollten wir in Wunstorf auch können und hinkriegen!!!!

  • M. Liebherr sagt:

    Mir kommt es manchmal so vor, ob wäre die Zukunfts-Vision der Stadtverwaltung Wunstorf, dass man die 85-jährige Großmutter in die vorgelagerte Box eines hippen Lastenfahrrads setzt und mit ihr von Idensen, Kolenfeld etc. in die Kernstadt radelt, um dort mit ihr in der Fußgängerzone einen Facharztbesuch zu unternehmen. Frische, kalte Luft im Winter ist schließlich gesund und härtet ab; Hauptsache, Wunstorf bekommt wieder ein sexy Prädikat wie „unheimlich tolle Fahrradstadt“ und das old fashioned Automobil ist aus dem Stadtzentrum verbannt.
    Leider weiß ich aus eigener Erfahrung nur zu gut, wie es ist, wenn man mit einem Familienmitglied mit stark eingeschränkter Mobilität zum Arzt muss und man rund um die Fußgängerzone einen Parkplatz sucht. Ganz davon zu schweigen, dass ältere Menschen zum Einkaufen oder im Rahmen der sozialen Teilhabe einfach nur mal so in die Innenstadt möchten. Und unter den Vorzeichen des demographischen Wandels werden das zukünftig mehr und nicht weniger Menschen in Wunstorf sein.
    Es gibt viele Gründe, weshalb die Parkplatzsituation und die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto dringend optimiert werden muss.

  • Addo Koschinsky sagt:

    Meine Meinung

    Den Bericht über das „Townhall Meeting“ in Wunstorf stummt bedenklich. Die Trägheit der Stadtverwaltung und insbesondere der regierenden Parteien SPD und CDU in Bezug auf die drängende Parkplatzproblematik ist nicht nur enttäuschend, sondern weckt ernsthafte Bedenken. Gleichzeitig möchte ich die Werbegemeinschaft Wunstorf für ihre proaktive Rolle loben und kritische Fragen bezüglich der Handlungsfähigkeit des Bürgermeisters stellen.

    Die Werbegemeinschaft hat nicht nur das Thema aufgegriffen, sondern auch erhebliche finanzielle Mittel für ein umfassendes Gutachten investiert. Ein mutiger Schritt, der zeigt, dass hier jemand Verantwortung übernimmt. Leider kann dasselbe nicht von der Stadtverwaltung und den politischen Entscheidungsträgern behauptet werden. Die CDU bleibt ohne klare Alternative, und die SPD scheint wenig Interesse an einer konkreten Lösung zu haben, scheinbar will man, ideologisch verblendet, ohne Rücksicht auf die lokale Wirtschaft und die Bürger, ihre angebliche Transformation (wohin eigentlich?) durchdrücken.

    Besonders bemerkenswert ist, dass die Werbegemeinschaft nicht nur die Initiative ergriffen, sondern auch ein Forum für den Dialog zwischen Bürgern, Politik und Stadtverwaltung geschaffen hat. Die finanzielle Investition in das Innenstadtgutachten ist nicht nur eine Investition in die Zukunft, sondern auch ein deutliches Signal an andere Organisationen, sich aktiv an der Gestaltung der Stadt zu beteiligen.

    Es ist inakzeptabel, dass die Stadtverwaltung nicht selbst ein derartiges Format initiiert hat und die Parkplatzproblematik auf Interpretationen und hypothetische Szenarien beschränkt. Die CDU sollte nicht nur Kritik äußern, sondern konkrete Vorschläge präsentieren. Die SPD muss zeigen, dass sie die Anliegen der Bürger ernst nimmt.
    Die Verwaltung, allen Voran Verwaltungschef Pillusch, machen sich mitlerweile bald lächerlich wenn sie meinen, auch dieses, neueste Gutachten erst wieder selbst analysieren zu müssen. Die Deutungshoheit soll wohl bei den linken Politikern bleiben. Fehlt noch der Ruf nach einer Hausinternen „Evaluation“ durch den Autofeindlichen Stadtdezernenten Wollny. Dreister geht es kaum.

    Die Parkplatzfrage betrifft nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern auch die Lebensqualität der Bürger. Ein lebendiges Stadtzentrum hängt von der Erreichbarkeit ab. Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen, angefangen beim Bürgermeister, ihre Verpflichtungen gegenüber den Bürgern ernst nehmen. Die Werbegemeinschaft hat den Anstoß gegeben, jetzt ist es an der Stadt, entschlossen zu handeln.

    EuerAddo

    • Renate sagt:

      Ach Gott, war ja klar das der Vorstand sich über eines der immer gleichen Pseudonyme selbst lobt und gleichzeitig die Stadtverwaltung angreift. Das ist ein bisschen erbärmlich. Dann habt doch wenigstens Rückgrat und schreibt mit Klarnamen. Das kann man auch anders kommunizieren – nämlich vorwärtsgerichtet und mit echtem Interesse an einem gemeinsamen Austausch. Selbstbeweihräucherung ist völlig deplatziert.

  • Anonymous sagt:

    Die Frage wäre ja auch:
    Lohnt es sich
    1. 20min nach Wunstorf zu fahren
    2. 15min einen Parkplatz zu suchen
    3. dann 2-4€ Parkgebühr zu bezahlen
    um dann
    4. doch nichts Passendes zu finden?

    • Tom N. sagt:

      Ich habe bis jetzt immer einen Parkplatz gefunden und meine Einkäufe in der geplanten Zeit erledigen können. Manchmal habe ich nicht alles entsprechend meinen Wünschen bekommen, aber es gibt nun einmal in Wunstorf keine riesigen Einkaufszentren in der Innenstadt. Und das macht diese Stadt so schön.

  • Nadine sagt:

    Parkplätze – echt keine andere Idee?

    Ja, der demografische Wandel rückt die Dominanz der Wünsche älterer Personen in den Vordergrund. Sieht man an der Uhrzeit des Townhall-Meetings und den vielen weißen Köpfen auf den Fotos… Denkt man hier einzig an die Wünsche der „Alten“.. Denn unabhängig von Arztbesuchen scheint die Innenstadt meistens nur von weißhaarigen Personen „genutzt“ zu werden, schon mal aufgefallen? Dies liegt aber ganz sicher nicht nur an der Parkplatzsituation, sondern am Angebot!

    Ich (42) fahre nur für Arztbesuche oder den Drogeriemarkt in die Stadt. Wäre eine Alternative außerhalb der Stadt mit mind. ähnlicher Größe und Auswahl, fahre ich dahin. Tatsächlich so manches Mal nach Neustadt. Aber nicht aufgrund der vorhandenen Parkplätze, sondern der besseren Auswahl, Öffnungszeiten und anderen Aspekten!

    Schon mal mit Kinderwagen in den Läden in Wunstorf gewesen? Kaum Platz. Selbst der Stillraum der Stadt mit Kinderwagen schwer zu erreichen. Toiletten für Kleinkinder? Wasserspender? Die Auswahl der Geschäfte oder Dienstleistungen wie Schuster etc.? Ist eins sogar für mich attraktiv, dann hat es geschlossen gerade den Wochentag, den ich zufällig nun in der Stadt bin. Das passiert mir zweimal, dann gehe ich da nicht mehr hin bzw. versuche es nicht nochmals…

    Es ist leicht, alles auf „Online-Bestellungen“ und die Parkplatzsituation zu schieben – vielleicht mal Innenstadt neu denken und nicht nur die Wünsche der Vergangenheit hoch holen?

    Die Geschäfte, Gastronomie und mögliche „Freizeit“ in der Innenstadt sind nicht attraktiv sowie die falschen Öffnungszeiten und vorherrschenden Rahmenbedingungen (Toiletten, Kinderwagen etc.). Hüpfspielaufkleber und einmal im Jahr ein „Stadtfest“ oder Rettertag – das ist wenig…

    Ich habe immer einen Parkplatz gefunden. Dank Parkapp habe ich keine Sorge, dass mein Parkschein abläuft… Wer das (noch) nicht kann, hier könnte geholfen u.d aktiv unterstützt werden ☺️

    Mehr Parkplätze bringen meine Altersgruppe nicht in die Stadt.

    Geld für mehr Parkplätze, fände ich falsch. Warum müssen die Verwaltungsangestellten ohne direkten Bürgerkontakt (also alle außer Bürgerbüro) dort sein…? Warum Ärzte in zu kleinen Immobilien in der Innenstadt?

    Baut doch auf dem Vion-Gelände ein großes Parkhaus mit Ärztezentrum, Altenheim und bringt die Verwaltung dort unter – dafür mehr Leben und Wohnraum in der Innenstadt (für Leute, die es nicht ruhig haben müssen und dann wieder gegen mögliche Events in der Innenstadt klagen würden)

    Scherz bzw. Träumerei beiseite. Ich wäre gegen ein Parkhaus. Das Geld sollte eher in andere Projekte fließen, die Stadt attraktiv zu machen. Immobilien kaufen und zu guten Konditionen an interessante Geschäfte (keine Handyshops & Nagelstudios) günstig zu vermieten… Ein besseres Freizeitprogramm in der Innenstadt… Bessere Öffis, auch attraktiv gestaltet für ältere Personen (Sprinti etc.), dass man auch aus der Pampa bequem, günstig, zu jeder Zeit und einfach in die Stadt kommt… Es gäbe bestimmt viele andere Ideen….

    • Elke sagt:

      Ja, das sehe ich genauso.
      Wenn ich in einem Geschäft auf einen Gesamtpreis von 14,60 € komme und die Kartenzahlung sehr mürrisch abgewiesen wird mit dem Hinweis „erst ab 15 €“, hakt der Service gewaltig. Wenn ich das Geschäft in Zukunft meide, lag es nicht an einem fehlenden Parkplatz. Der Inhaber mag das anders empfinden. Vielleicht sollten manche Gewerbetreibende sich diesbezüglich selbst hinterfragen.

      Die Parkplatz-Debatte spiegelt genauso eine Sichtweise von gestern wieder.

  • Brigitte sagt:

    Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, dass in Neustadt alles besser ist? Dagegen ist Wunstorf noch ein richtiges Einkaufs-Mekka. Erwarten Sie nur Kinderbelustigung? Schuster gibt es übrigens. Jede Klientel hat verständlicherweise andere Interessen. Und irgendwann haben Sie auch einen weißen Kopf.

    • Nadine sagt:

      Nein, ich möchte nicht „nur“ Kinderbelustigung. Und ja, ich werde auch alt und möchte auch dass die Wünsche von älteren Menschen berücksichtigt werden. Aber nicht einzig diese. Und leider wird andauernd insbesondere das Argument gebracht, dass ja ältere Menschen auf das Auto angewiesen sind und sehr nah am Arzt etc. parken müssten… Ich wollte lediglich anmerken, dass andere Gruppen (insbesondere Kinder, Jugendliche, Familien und Berufstätige) und deren Wünsche eher nicht bedacht werden, um attraktiv zu sein und diese als Käufer zu gewinnen… Immer nur nach Parkplätzen schreien und den Online-Handel zu verfluchen anstatt mal neue Konzepte und Ideen zu entwickeln finde ich traurig.

      Ja, es gibt Schuster. Und eben jener wie auch andere Geschäfte haben an unterschiedlichen Wochentagen geschlossen, Pech wenn man gerade an diesen Tagen etwas benötigt oder als Berufstätiger die Zeit hätte. Muss man an drei unterschiedlichen Wochentagen kommen. Dagegen keinen Abend mal „länger“ auf z.B. für Berufstätige. Vielleicht sollte man hier mal ansetzen…

  • Dirk sagt:

    Ich kann Nadine und Elke nur beipflichten.
    Ich selbst bin gar kein Freund des Online-Shoppings. Mir wurde bei einem Händler in der Innenstadt ein Artikel bestellt, der in ca. 1 – 2 Wochen da sein sollte. Auf mehrfache Nachfrage erhielt ich immer vertröstende Worte „verzögert sich leider“. Nach mehr als 6 Wochen stellte sich heraus „das hat unser Chef noch nicht für sie bestellt. Zu keiner Zeit bin ich mit dem Auto in die Stadt gefahren. Den Laden betrete ich nicht mehr (ich hab auch nie wieder was gehört, ob jemals bestellt wurde, geschweige denn geliefert; der versprochene Anruf kam nie). Da hat jetzt jemand einen Kunden verloren und wird es auf fehlende Parkplätze schieben…….

  • Micha sagt:

    Was die Attraktivität der Innenstadt für jüngeres Publikum betrifft muss ich vollkommen zustimmen. Mit Kinderwagen eine Katastrophe. Von den Öffnungszeiten mal ganz abgesehen. Und wenn man es doch mal am Wochenende schafft, ist die einzige (sehr schöne) Spielmöglichkeit ein (oder zwei) Brunnen. Leider nicht bei jedem Wetter geeignet…
    Eine Familienfreundliche Umgestaltung des Bürgerparks mit Gastro und Abenteuerspielplatz wäre doch ein gutes Beispiel für die angesprochene Rahmenbedingung, welcher sich die Stadt laut Gutachten lieber annehmen sollte?

    Aber dann bitte doch eine günstig gelegene Parkmöglichkeit auch am Samstag Vormittag mit ausreichen Parkplätzen und Platz, um in der Parklücke noch Kinderwagen und Kinder zu verstauen. Auch für trendbewusste SUV Fahrer, die man spritsparend zu einem Zentralen Platz lotst statt quer durch die Stadt auf die Suche schickt. Dann wäre abseits des Hauptverkehrsweges mehr Platz für Fahrradstraßen.

    Es drängt sich auch in Hinblick auf den Barneplatz, der Verdacht auf, dass man versucht die (Autofeindliche) Hauptstadtpolitik in unserer Stadt noch zu übertreffen (um es den Großen mal zu zeigen wie es geht).

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