Wunstorfer Auepost

Politik & Wirtschaft /

Gabriella Meros kämpft dafür, dass Wunstorf nicht demnächst auch zu den Städten gehört, in denen Stolpersteine liegen. Die Jüdin sieht in den Wunstorfer Plänen mangelnde Empathie für die Opfer des Holocaust und hofft, dass man sich in der Auestadt noch rechtzeitig besinnt.

Einstimmig hat der Ortsrat Wunstorf am Mittwochabend für die Verlegung von Stolpersteinen votiert. Damit hat die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung die erste Hürde genommen. Bis zu zehn Gedenktafeln sollen bis Ende des Jahres, spätestens 2024, im Pflaster platziert werden und an Wunstorfer Opfer des Nationalsozialismus erinnern.

„Stolpersteine“ sind nicht unumstritten. In der Kernstadt sollen in diesem Jahr, spätestens 2024, zunächst bis zu zehn davon zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus platziert werden: Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD) macht sich in einer Beschlussvorlage für die städtischen Gremien Anliegen und Position des Arbeitskreises Erinnerungskultur zu eigen.

Klare Abstriche bei der Ursprungsidee: Das geplante Stadtquartier „Neue Mitte“ zwischen Luther Weg und Bahnstrecke kann nicht wie gedacht errichtet werden. Das Flüchtlingswohnheim bleibt, und im Untergrund ist plötzlich eine versteckte Halle aufgetaucht.

Neue Energie fürs „WuWiWo“: Das Wunstorfer Wirtschafts-Wochenende findet 2023 wieder statt. Am 6./ 7. Mai öffnen sich Zelte und Außengelände mit vielen Ausstellern für Tausende von Besuchern.

Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD) will das Gespräch mit der Werbegemeinschaft Wunstorf über die Entwicklung der Innenstadt „natürlich“ fortsetzen – trotz der aktuellen Verstimmungen. Im Gespräch mit der Auepost hebt er hervor, dass er nicht allein über Parkplätze beraten möchte. Es gebe „ganz ganz viele Themen“ mit Aufgaben für die nächsten Jahrzehnte, bei denen man mit der Werbegemeinschaft an einem Strang ziehen müsse. Für die Händler bleibt die Parkplatzfrage jedoch ein zentraler Punkt.

Das Naturerlebnisbad kann auf finanzielle Unterstützung für seine Photovoltaikpläne aus der Region Hannover hoffen: 10.000 Euro sollen nach Luthe gehen.

Verwaltung, Politik und Werbegemeinschaft Wunstorf haben am Montag an einem Tisch gesessen – für die lange geplante Aussprache. Statt versöhnlicher Töne wurde es hinter verschlossenen Türen allerdings emotional. Die Stadt will sich bei der Innenstadtförderung nicht auf Parkplätze reduzieren lassen – und kündigt weitere Gesprächsrunden an.

Die Stadt hält den örtlichen Händlern nun die Eingänge frei: Verkäufer, die abseits von Wochenmärkten oder besonderen Veranstaltungen Waren in Steinhude und Wunstorf anbieten wollen, sind nicht mehr erwünscht. Künftig sollen keine entsprechenden Standgenehmigungen mehr erteilt werden.

Die IGZ will ihre Arbeit fortsetzen und gibt sich auch nach einem weiteren Treffen mit Vertretern von K+S, der Landes-Eisenbahngesellschaft SinON und der Stadtverwaltung nicht mit den bisherigen Reaktionen auf die Proteste zufrieden. K+S gab während des Termins bekannt, dass die Züge für die nächsten 20 Jahre verkürzt werden sollen. Wartezeiten und Lärm von stehenden Spezial-Loks soll es direkt neben Wohnhäusern nicht mehr geben. Allerdings müsse die Zahl der Transporte zum Kali-Schacht von täglich sechs auf sieben erhöht werden. Der neue Regelbetrieb kostet K+S etwa eine Million Euro pro Jahr.

Für einige Parkplätze wird die 1-Stunden-Beschränkung aufgehoben. Grundsätzlich hält man am 3-stufigen Parkplatzkonzept in Wunstorf jedoch fest. Man möchte Lösungen nach Fakten, nicht nach Gefühl.

Experten aus Düsseldorf sollen die Neugestaltung der Stadtsparkasse Wunstorf vorbereiten. Mitarbeiter der Firma bkp sind nach Informationen der Auepost dabei, relevante Daten von Gebäuden in der direkten Nachbarschaft des Bankgebäudes zusammenzutragen.

Am Mittwochabend haben die Fraktionen im Stadtrat ihre Reden zum Haushalt 2023 gehalten. Im Anschluss sorgten die Anträge der Grünen nochmals für lebhafte Diskussionen. Martin Ehlerding (SPD) stand dabei wegen unerwartetem Abstimmungsverhalten plötzlich unter „Beobachtung“ des gesamten Rates.