Wunstorf (red). Die Auswirkungen des Fachkräftemangels zeigen sich aktuell auf drastische Weise beim Wunstorfer Hallenbad: Weil die notwendige Badeaufsicht nicht mehr durchgängig sichergestellt werden kann, kommt es nun zur Einschränkung der Öffnungszeiten. An drei Tagen in der Woche entfällt die Frühschicht im Wunstorf Elements. Das bedeutet: Montags, mittwochs und freitags kann erst ab 15 Uhr ins Schwimmbad gegangen werden.
Der Mitarbeitermangel ist nicht neu, spitzt sich nun aber zu: Die Bäderbetriebe weisen darauf hin, dass es bereits in den vergangenen Wochen und Monaten nur dank des außerordentlichen Arbeitseinsatzes der Mitarbeiter gelungen sei, den Bade- und Saunabetrieb trotz eines erheblichen Personalengpasses aufrechtzuerhalten. Speziell der Bereich der Schwimm- und Badeaufsicht sei von diesem Engpass betroffen und erweist sich nun als neuralgischer Punkt für das Gesamtangebot. Denn aus Sicherheitsgründen ist es Vorschrift, dass stets eine ausgebildete Fachkraft während des öffentlichen Badebetriebs anwesend ist.
Dies kann derzeit im Wunstorf Elements nicht mehr gewährleistet werden – und auch andere Bäder kämpfen mit ähnlichen Problemen. Erstmals deutlicher sichtbar wurde dies vor allem im vergangenen Jahr, als nach der Coronazeit bundesweit Schwimmbäder Probleme mit den Öffnungszeiten bekamen, weil zunehmend ausgebildete Bademeister fehlten. Auch das Elements hatte die Öffnungszeiten bereits 2023 einschränken müssen und bei Krankmeldungen den Badebetrieb sogar ganz einstellen müssen, da die Personaldecke einen parallelen Betrieb von Freibad und Hallenbad im vergangenen Sommer nicht wie üblich erlaubte.
Der Bademeister ist eigentlich keiner: Lange Zeit hießen die Berufe offiziell Schwimmmeister oder Schwimmmeistergehilfen. Heute werden die Absolventen des Ausbildungsberufes in Deutschland je nach Qualifikationsstufe Meister oder Fachangestellte für Bäderbetriebe genannt.
In Deutschland sollen inzwischen rund 3.000 Stellen unbesetzt sein. Als Ursache gelten die allgemein unattraktivere Bezahlung und dadurch ausgelöste Abwanderung in andere Branchen sowie fehlender Nachwuchs im Beruf.
Man sei selbstverständlich täglich damit beschäftigt und bemüht, neue Fachkräfte für Wunstorf zu gewinnen, teilten die Bäderbetriebe mit. Es wird damit gerechnet, dass Ende April neues Personal eingestellt werden kann – unterschrieben haben die Bewerber jedoch noch nicht. Für die Zwischenzeit bitten die Bäderbetriebe Wunstorf um Verständnis für die angepassten Schwimmzeiten.
??? Die Bäderbetriebe bilden doch selbst aus.
„… schon traurig…“ Nur zum Verstehen: Durch die Schließung wird’s dann wieder fröhlich?
Eine Schließung würde dem Wunstorfer Steuerzahler zumindest jede Menge Geld sparen.. der Fachkräftemangel für die Bademeisterstellen wird tendenziell auch nicht besser – nicht nur wegen der Bezahlung knapp über dem Bürgergeldniveau, sondern weil solch städtische Bäder zunehmend zum sozialen Brennpunkt werden.
Guten Tag
Ich komme Mittwochs schwimmen von der Lebenshilfe seelze.
Fürchterlich, ist überall derselbe Mist, was verlangt man in der heutigen Zeit, wo es mehr Bürgergeld als Lohn gibt:-(
Zu Bernd-Michael Rosenbusch
Nicht nur die schlechte Bezahlung sondern auch die miesen Arbeitszeiten sowie der Schichtdienst sind ausschlaggebend für junge Leute diesen Beruf nicht zu erlernen. Auch der Stress mit Badegästen wird immer mehr wie man aus den Medien erfährt.
Ich bin selber Fachangestellter für Bäderbetriebe und weiß nicht ob ich den Beruf nochmal erlernen würde obwohl er sehr interessant und Abwechslungsreich ist.
Man hat jetzt schon kein Personal mehr, will aber groß aus- bzw. umbauen? In einen modernen Badetempel? Viel Erfolg!
Genau mein Humor ;-)
Ein gewisser Mangel an Bademeistern/-aufsichten wird insgesamt seit einiger Zeit schon beklagt. Eine Ausbildungsoffensive, ggfs. auch mit zusätzlichen Anreizen (U.a. auch bessere Bezahlung) ist mir nicht unbedingt aufgefallen. Nun haben wir ja bundesweit wie auch in Wunstorf seit Jahren schon eine Menge an eingereisten Fachkräften bzw. solche, die begierig eine berufliche Qualifikation anstreben. Man hätte doch schon längst Rekrutierungsaktivitäten einleiten können. Chancen hätten doch wohl angesichts der großen Zahl von Zugereisten bestanden. Schlaf der Gerechten bei Behörden und gutmenschlichen Betreuern? Es ist offensichtlich virtuos gelungen, einen maßgelichen Personenkreis zu ignorieren.
Vielleicht ist der Personalmangel und die Reduzierung der Öffnungszeiten gewollt und auch nur ein Vorwand. Gewollte Kostenreduzierung, Veringerung des CO2-Fußabdrucks beispielsweise. Mit Energiewende und angeblicher Klimakrise wird heutzutage viel Unsinn veranstaltet.
Interessant wäre es zu erfahren, was ein Bademeister verdient. Und warum werden dann von den Bäderbetrieben keine ausgebildet werden. Ich könnte mir vorstellen, dass es genügend Bewerber geben würde, wenn es denn bekannt wäre. Aber so wie es derzeit aussieht, kann es nicht weitergehen und man sollte überlegen, ob man das Bad nicht ganz schließen sollte.Es ist schon traurig, wie sich immer wieder mit Personalmangel heraugeredet wird.