Wunstorfer Auepost

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Die AfD Wunstorf hat ihre Kandidatenzahl für die anstehende Kommunalwahl verdoppelt: Zehn Lokalpolitiker möchten für die AfD in den Wunstorfer Stadtrat einziehen.

Die Wunstorfer Politik begrüßt die Einigung im Viongelände-Streit. Aber während die einen Bürgermeister und Verwaltung für den Verhandlungserfolg loben, fragen die anderen: Wieso erst jetzt?

Die Innenstadt bleibt das Thema der Wunstorfer Kommunalpolitik – vor und hinter den Kulissen. Mit Spannung warten Protagonisten, Kritiker und Bürger darauf, wie es mit dem Millionen-Projekt weitergeht. Die CDU sieht sich im Zweifeln und Zögern bestätigt, und die „Freunde der Innenstadt“ drängen, das unfreiwillige Moratorium zu nutzen. Im Rathaus werden die Erwartungen gebremst.

Die Umgestaltung der Innenstadt gerät ins Stocken, bevor sie Fahrt aufnimmt: Das Berliner Büro Planorama hat zwar den Wettbewerb gewonnen, der Rat aber den zweitplatzierten Entwurf bevorzugt. Nun prüft die Vergabekammer den Fall. Ähnlich ist die Lage bei der Albert-Schweitzer-Schule: 2024 beschlossen, liegt das Projekt auf Eis. Nach einer Rüge hat die Kammer die Auftragsvergabe verworfen. Im Rathaus läuft die Suche nach einer Lösung.

Mehr als 100 Gäste begrüßte die Wunstorfer SPD in der vergangenen Woche bei ihrem Frühjahrsempfang. Mit dabei: Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens und die SPD-Kandidatin für das Amt des Regionspräsidenten, Eva Bender.

Wachsendes Misstrauen gegenüber Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD) – verbunden mit heftiger Kritik an seiner Amtsführung – nennen Grüne und FDP als Grund dafür, dass sie bei den Wahlen im September CDU-Mann Martin Pavel unterstützen. Die Grünen betonen, sie forderten zur Wahl von Pavel auf. Die CDU werde „explizit“ nicht unterstützt.

Mit großer Einigkeit hat die Wunstorfer SPD den amtierenden Bürgermeister Carsten Piellusch erneut zum Kandidaten für die anstehende Kommunalwahl gewählt.

Keine Koalition, keine Gruppe, keine „Ehe“, aber: CDU, Grüne und FDP agieren nun gemeinsam. Martin Pavel soll Bürgermeister, Carsten Piellusch abgelöst werden. Dem SPD-Mann und seiner Partei werfen sie Arroganz und undemokratisches Verhalten vor. Von Jamaika möchten sie nicht sprechen, aber von vielen gemeinsamen Zielen, komprimiert in der „Steinhuder Vereinbarung“.

Die Protagonisten im Rathaus sind zufrieden, die Grundzüge der Umgestaltung der Innenstadt nun bekannt. Die SPD-Fraktion würdigt Ratsbeschlüsse und Fortschritt. Wie äußern sich die Kritiker? Vernichtend ist der Kommentar der Werbegemeinschaft, die Bürgerinitiative will mit einer Arbeitsgruppe konstruktiv mitwirken.

Die ersten Würfel sind gefallen: Der Rat hat Aufträge
erteilt, um die Innenstadt zu sanieren und umzugestalten. Das Votum des Rates bedeutet auch: Ein Moratorium gibt es nicht. Bürgermeister Carsten Piellusch spricht von einem „guten Tag für Wunstorf“ und sieht große Chancen.

Der Stadtrat hat grünes Licht gegeben für den Umbau der Wunstorfer Fußgängerzone. Auf der Stadtratssitzung am Mittwochabend gelang es der CDU nicht, die Entscheidung aufzuschieben. Die Grünen stimmten gemeinsam mit der SPD für die Auftragsvergaben.

Inhaltliche Übereinstimmungen sind für die Grünen ausschlaggebend, den CDU-Bürgermeisterkandidaten Martin Pavel zu unterstützen. Das geht aus einer Erklärung des Parteivorstands hervor. Pavel erklärt, das Votum der Grünen sei das Ergebnis „vieler vertrauensvoller und offener Gespräche“. In einer „Steinhuder Vereinbarung“ wollen beide mit der FDP Eckpunkte für den „Neuanfang für Wunstorf“ bekanntgeben.

„Entschlossen, geschlossen und lösungsorientiert“ war das Motto bei der Jahreshauptversammlung der SPD Wunstorf. Ein neuer Vorstand wurde von den Mitgliedern gewählt.

Die Wunstorfer Grünen unterstützen die Kandidatur des CDU-Ratsherrn Martin Pavel für das Amt des Bürgermeisters. Sie verzichten auf die Nominierung eines eigenen Bewerbers. Das hat der Ortsverband nach Informationen der Auepost am Sonnabend beschlossen. Da auch die FDP hinter Pavel steht, stellt sich der SPD in Rat und Wahlkampf nun ein Jamaika-Bündnis entgegen.

Unabhängig von weiteren Ratsbeschlüssen will die Bürgerinitiative „alles tun, einen unnötigen Komplettumbau der Innenstadt zu verhindern“. Ein weiteres Bürgerbegehren und eine Klage sollen „wichtige Elemente auf diesem Weg“ sein.